EURO AM SONNTAG

Die richtige Versicherung finden: Bitte hier entlang!

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WKN: 778237 ISIN: CH0014852781 Swiss Life AG (N)

410,30 EUR
6,30 EUR 1,56 %
17.05.2019 - 13:01
29.04.2019 02:50:00

Ins Internet? Zum Vertreter? Zum unabhängigen Makler? Wer eine Versicherung sucht, kann viele Wege beschreiten. €uro am Sonntag zeigt, welcher der richtige ist, was man auf eigene Faust tun kann und wann man sich Hilfe holen sollte. Von Martin Reim, Euro am Sonntag

Angenommen, Sie wollen eine Versicherung abschließen. Dann schon mal ein Bravo für die Entscheidung! Denn viele Menschen vermeiden dieses Thema, so gut es geht. Doch ist der Grundsatzbeschluss gefallen, folgen schon die nächsten Fragen. Geht man ins Internet? Zum Vertreter von Allianz, Ergo oder eines anderen Anbieters vor Ort? Zu einem unabhängigen Makler? Sollte man sich vor der Wahl eines speziellen Tarifs intensiv beraten lassen, oder genügt ein wenig eigene Recherche?

"Je länger man sich durch eine Versicherung bindet, je wichtiger sie für Leib und Leben ist und je höher die eingesetzte Summe liegt, desto eher sollte man sich vor einem Abschluss intensiv beraten lassen und sich die Entscheidung genauestens überlegen", sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen. Als Beispiele für solch beratungsintensive Policen nennt sie Rentenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und private Krankenversicherungen.

Der Hintergrund: Bei diesen Verträgen geht es um potenziell hohe Einzahlungen und um lange Vertragslaufzeiten. Ein Wechsel kann schwierig und mit finanziellem Mehraufwand verbunden sein. Zudem ist bei manchen Versicherungen wegen Vorerkrankungen kein Wechsel mehr oder nur mit Einschränkungen des Versicherungsschutzes möglich.

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Hingegen sei beispielsweise eine private Haftpflichtpolice, auf die niemand verzichten sollte, so Weidenbach, oft jährlich kündbar und recht preiswert - trotz des eklatant wichtigen Versicherungsschutzes. "Hier kann man eher und schneller eventuelle Fehler beim Abschluss korrigieren, weil man schnell wieder kündigen und wechseln kann." Doch könne auch eine Privathaftpflicht einige Bedingungen beinhalten, die spezielle Risiken nicht ausreichend abdecken. Wer beispielsweise einen Hund besitzt, sollte dafür eine eigene Haftpflichtpolice anschließen (sie ist in den meisten Bundesländern sogar verpflichtend). "Wer auf eigene Faust abschließt und sich vorher nicht ausreichen informiert, kann diesen Aspekt möglicherweise vergessen. Eine Beratung kann hier durchaus hilfreich sein."

€uro am Sonntag hat eine Liste zusammengestellt, bei welchen Versicherungen der Beratungsbedarf eher gering, mittel oder hoch ist (siehe Tabelle auf der folgenden Seite).

Aber wohin sollten sich Verbraucher wenden, wenn sie Beratung wünschen? "Entscheidend ist, dass sich der Verbraucher vorher möglichst umfassend selbst informiert", sagt Weidenbach. "Er kann auch zu einem Versicherungsvertreter gehen, der nur für einen einzigen Anbieter arbeitet. Auch wenn man möglicherweise schon gute Erfahrungen mit dem Vertreter gemacht hat und ein Vertrauensverhältnis besteht, ist das okay. Der Verbraucher muss aber wissen, dass oft nicht alle Produkte eines Versicherers preislich und von den Bedingungen her top sind." Auch die Kombination kann sinnvoll sein: Informationen via Internet plus Beratung im persönlichen Gespräch. Die Zahl dieser sogenannten hybriden Kunden nimmt immer mehr zu. Das haben die Meinungsforscher von der GfK und die Berater von McKinsey herausgefunden.

Vor dem Abschluss einer wichtigen Versicherung sollte man sich in jedem Fall einen Überblick über seine persönlichen Lebensumstände und finanziellen Möglichkeiten verschaffen. Hier kann ein Versicherungsvermittler hilfreich sein. Dann erledigt sich die Frage nach bestimmten Policen manchmal schon von selbst. Erstes Beispiel: die private Rentenversicherung: Wer einen Konsumentenkredit aufgenommen hat, sollte den zuerst abzahlen. Auch wer nicht das Geld auf der hohen Kante hat, um unvorhergesehene Zwischenfälle abzupuffern (beispielsweise ein kaputtes Auto), sollte zunächst mal hier Guthaben aufbauen. Erst dann sollte man über eine Zusatzrente nachdenken. Zweites Beispiel: Risikolebensversicherung. Wer keine Angehörigen zu versorgen hat und keine Immobilie auf Kredit erwerben will, kann in aller Regel darauf verzichten. Bei einer solchen Bestandsaufnahme trennt sich auch oft die Spreu vom Weizen, was die Qualität von Vermittlern betrifft (siehe Checkliste auf der folgenden Seite).

Speziell ist die Lage bei sogenannten Versicherungsberatern und bei Verbraucherzentralen. Diese dürfen nur beraten und keine Verträge abschließen. Das Honorar liegt zwischen rund 100 und 250  Euro plus Mehrwertsteuer. Wer einen Vertrag abschließen will, wendet sich dann am besten direkt an den Versicherer. Manchmal wird ein sogenannter Nettovertrag empfohlen, in dem keine Provisionen eingerechnet sind und der deshalb billiger ist als der - ansonsten identische - Provisionsvertrag.

Auf Seite 2: Honorar versus Provision


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