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Smartbroker: Der Communitybroker will zulegen - das steckt hinter dem Dienstleister

Smartbroker: Der Communitybroker will zulegen - das steckt hinter dem Dienstleister

WKN: 887771 ISIN: FR0000131104 BNP Paribas S.A.

36,57 EUR
-1,01 EUR -2,68 %
14.08.2020 - 17:03
03.08.2020 06:55:00

Seit gut sechs Monaten ist Smartbroker am Markt - mit einem breiteren Angebotsspektrum als die meisten Günstigbroker, aber dennoch sehr günstigen Konditionen. Von Brigitte Watermann

Die Consorsbank oder Comdirect finden Sie zu hochpreisig, doch das Angebot der neuen Billigstbroker ist Ihnen zu schmal? Dann zählen Sie zur Zielgruppe von Smartbroker. "Keine Tricks und versteckte Kosten" verspricht Smartbroker seinen Kunden. Der Broker von Deutschlands bekannter Finanzcommunity, wallstreet:online, offeriert inzwischen auch Null-Euro-Trades. BÖRSE ONLINE erklärt, was Sie als Kunde erwarten können.

Noch ein neuer Broker. Was bietet er, was die anderen Billigstbroker nicht haben?
Die neuen Broker haben meist nur wenige Börsenplätze im Angebot. Smartbroker offeriert dagegen wie die etablierten Platzhirsche Consorsbank, Comdirect und Co den Wertpapierhandel an allen deutschen, außerdem an 23 ausländischen Börsenplätzen. Darüber hinaus weist er ein breites Fondsangebot auf sowie Sparpläne auf Aktien, Fonds und ETF. Auf außerbörslichen Handel müssen Anleger ebenfalls nicht verzichten. "Unser Ziel lautet: Trading so günstig wie irgendmöglich bei gleichzeitig möglichst breitem Angebotsspektrum anzubieten", sagt Smartbroker-Chef Thomas Soltau.



Gibt es wie bei den Konkurrenten Trade Republic oder Justtrade auch kostenlose Trades?
Ja. Üblicherweise kosten Trades bei Smartbroker vier Euro pauschal, Börsenplatzgebühren kommen noch hinzu. Bei bestimmten Börsenplätzen und Emittenten geht es aber fast oder ganz umsonst - vorausgesetzt, die Transaktion hat ein Volumen von mindestens 500 Euro. Am Börsenplatz Gettex gibt es Null-Euro-­Orders, über den Handelsplatz Lang & Schwarz kosten Aufträge einen Euro. Ferner können Derivate bei drei Handels­partnern kostenlos gehandelt werden.

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Kostet dafür das Depot etwas?
Nein, es fallen keine Depotgebühren an. Es gibt sogar die Möglichkeit, mehrere Unterdepots zu eröffnen. Der Broker finanziert sich unter anderem durch die Vermittlung von Orders an die Handelsplätze. Viele von ihnen vergüten den Brokern nämlich die Weiterleitung einer Order.

Wo ist dann der Haken? Verlangt der Broker Negativzinsen?
Ja, aber nur in bestimmten Fällen: Erst wenn der Geldbestand auf dem Verrechnungskonto mehr als 15 Prozent des gesamten beim Broker angelegten Geldvermögens beträgt, wird auf den übersteigenden Betrag ein Negativzins von derzeit 0,5 Prozent fällig. Das gilt nicht für neu überwiesenes Geld in den ersten drei Monaten nach Einzahlung. "Die wenigsten Kunden werden am Ende wirklich belastet", bekräftigt Soltau. Mithilfe des Negativzinses möchte der Broker verhindern, dass Kunden zu viel Geld parken, ohne es an der Börse zu investieren.

Kann man ein bestehendes Depot übertragen?
Anders als bei anderen Günstiganbietern mit eingeschränktem Angebotsspektrum ist das möglich. "Wir sind deshalb für viele unserer Kunden in kürzester Zeit zum Erstbroker geworden", sagt Soltau.

Wie viele Kunden sind schon da?
Bereits 40 000 Kunden haben ein Depot eröffnet, das verwaltete Kundenvermögen beläuft sich auf knapp über 800 Millionen Euro. "Damit liegen wir deutlich über Plan, denn wir hatten ursprünglich mit 20 000 Kunden zum Jahresende 2020 gerechnet", erzählt Soltau. "Jetzt könnten es wohl 60 000 Kunden werden." Im Frühjahr hatte die hohe Nachfrage dazu geführt, dass Kunden zum Teil mehrere Wochen auf die Depoteröffnung warten mussten, doch inzwischen sei das nicht mehr der Fall.

Wer steckt hinter dem Smartbroker?
Der Brokerage-Anbieter zählt zur Wallstreet:online-Gruppe, die unter anderem Anlageportale und Finanzcommunitys im deutschsprachigen Raum betreibt und zu der auch Fondsdiscount.de gehört, ein großer bankenunabhängiger Online-Discount-Anlagevermittler. Langfristig soll der Smartbroker deutlich stärker mit den eigenen Börsenportalen zusammenwachsen. Trades sollen künftig bereits mit wenigen Klicks aus den Artikeln, Charts und Diskussionen auf den Wallstreet:online-Seiten heraus abgewickelt werden können. Die Kundendepots des Smartbrokers werden bei der Partnerbank BNP Paribas geführt.

Die BNP Paribas ist doch auch die Mutter der Consorsbank - hat das für mich Auswirkungen in puncto Einlagensicherung, wenn ich bei der Consorsbank und beim Smartbroker Depots führe?
Zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von 100 000 Euro pro Kunde sind Einlagen auf Konten der BNP Paribas mit 91 Millionen Euro abgesichert. Ist man Kunde bei beiden genannten Brokerage-Anbietern, gilt dieser Wert einmal insgesamt. Das dürfte aber für die meisten Kunden völlig ausreichen.

Gibt es eine Trading-App wie bei Trade Republic?
Nein, derzeit noch nicht. Sie ist für Anfang 2021 geplant.


Bildquelle: DEGIRO

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