GELDTRANSFER

So funktionieren Überweisungen in Echtzeit

So funktionieren Überweisungen in Echtzeit
22.07.2018 08:45:00

Ruckzuck und schon ist das Geld auf dem Empfängerkonto. Nach der Hypovereinsbank bieten nun auch die Sparkassen Echtzeitüberweisungen an. So funktioniert’s. Von Brigitte Watermann

Drei, zwei, eins - meins! Wenn dieser Spruch nicht schon vom Internetauktionshaus Ebay verwendet würde, ließe sich damit gut Werbung machen für eine in Deutschland neue Variante von Überweisungen - Instant Payments, auch Echtzeit-überweisungen genannt. Mit dem Einstieg der Sparkassen am 10. Juli werden die Turboüberweisungen einem breiten Kundenkreis zugänglich.



Nur maximal zehn Sekunden darf es dauern - und schon ist bei einer solchen Überweisung das Geld nicht nur vom eigenen Konto abgegangen, sondern tatsächlich auf dem Zielkonto angekommen - und das an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr. "Wenn ein Kunde von uns eine Echtzeitüberweisung erhält, bekommt er das sofort im Onlinebanking angezeigt und kann gleich auf den Betrag zugreifen", erläutert Gerhard Bystricky, Zahlungsverkehrsexperte der Hypo-vereinsbank, "mehr als 95 Prozent der Instant-Payment-Überweisungen werden in weniger als drei Sekunden durchgeführt." Zum Vergleich: Wer bei seiner Bank auf herkömmlichem Wege online überweist, bekommt das Geld zwar gleich abgebucht, aber die Zahlung wird in der Regel erst über Nacht abgewickelt und dann dem Empfänger gutgeschrieben.


Maximal 15 000 Euro



Seit November 2017 gibt es für Instant Payments für die 34 Länder des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (Sepa) einen einheitlichen Standard. Die HVB war als erste deutsche Bank gleich zum Start mit dabei, die Sparkassenfinanzgruppe folgte am 10. Juli 2018. Dass Geschwindigkeit nicht zulasten der Sicherheit geht, dafür sorgen im Hintergrund ausgefeilte Sicherheitssysteme. Außerdem gibt es eine Summenbegrenzung: Per Instant Payment lassen sich maximal 15 000 Euro überweisen.

Um aber von Instant Payments zu profitieren, muss auch das empfangende Institut das Verfahren unterstützen. Derzeit haben rund 1100 Zahlungsdienstleister in 15 der 34 Sepa-Länder ihr Mitmachen erklärt und nehmen bereits oder demnächst teil. Weitere deutsche Banken werden folgen. Der Einstieg der Sparkassen mit ihren rund 50 Millionen Kunden wird Instant Payments in Deutschland laut Marktkennern wie Matthias Salmon vom Zahlungsverkehrstechnologie-Unternehmen NCR einen Schub verleihen. Andernorts gibt es Instant Payments schon viel länger: "In Großbritannien läuft ,Faster Payment‘, das dortige Pendant zu Instant Payment, bereits seit zehn Jahren erfolgreich", erläutert er. "Dort werden inzwischen 230 000 Transaktionen pro Stunde abgewickelt."

Bei den rund 400 deutschen Sparkassen können Instant Payments im Online- und Mobile-Banking genutzt werden. Außerdem werden sie bei der Banking-App-Funktion "Kwitt", dem Handy-zu-Handy-Bezahlverfahren, bereits automatisch eingesetzt - bei Beträgen bis 30 Euro sogar ohne TAN-Eingabe. Kunden der Sparkassen können zwischen Standardüberweisungen und der sekundenschnellen Echtzeitüberweisung wählen.

Schnelligkeit gibt es aber häufig nicht umsonst: Die Hypovereinsbank nimmt 50 Cent für Instant Payments, es sei denn, man führt bei ihr ein "Exklusivkonto" für 14,90 Euro Gebühr im Monat; dann sind sie inklusive. Bei den Sparkassen entscheidet jedes In-stitut selbst, was es dafür verlangt.

Doch was hat man als Kunde von Instant Payments? "Man hat sofort Gewissheit, dass die Überweisung tatsächlich und erfolgreich ausgeführt wurde. Interessant ist das zum Beispiel bei terminkritischen Überweisungen wie etwa ans Finanzamt", erläutert Bystricky. Oder man denke an Situationen wie den Gebrauchtwagenkauf. Zukünftig wird man durch Turbozahlungen auch Services direkt freischalten können, etwa bei Videos on Demand oder beim dringenden Abschluss einer Versicherung via Internet. "Als Verbraucher werde ich Instant Payments richtig schätzen, wenn sie auch im Einzelhandel angekommen sind und ich etwa in Sekundenschnelle direkt mit meinem Smartphone Zahlungen vom Konto aus leisten kann", glaubt Salmon. Der Handel zeigt daran jedenfalls großes Interesse.

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