Zum Jahresstart 2026 nehmen sich SPD und Union eines drängenden Themas an - von dem alle Bürger profitieren würden: Noch in 2026 sollen die Weichen gestellt werden, um kleine und mittlere Einkommen bei der Einkommensteuer zu entlasten. Während die SPD die Steuern für Arbeitnehmer seken möchte, drängt die Union zugleich auf schnellere Steuersenkungen für Unternehmen. Das steckt hinter den Plänen.
In der Bundesregierung zeichnet sich eine ungewöhnliche Einigkeit ab, von der Millionen Beschäftigte profitieren könnten. Sie will im Jahr 2026 die WEichen dafür stellen, dass Arbeitnehmer mit kleinen und mittleren Einkommen mehr Netto vom Brutto behalten können - womöglich schon ab 2027. Entsprechende Pläne tauchen nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sowohl in einem Papier für die Bundestagsklausur der SPD auf als auch bei der Union. Allerdings gibt es unterschiedliche steuerpolitische Schwerpunkte. Und auch zur Frage der Gegenfinanzierung dürfte es noch Diskussionen geben.
Ausgangspunkt ist ein Entwurf der Erklärung zur Klausurtagung der SPD-Bundestagsfraktion. Darin bekennt sich die SPD klar zur im Koalitionsvertrag vereinbarten Reform der Einkommensteuer. Ziel sei es, Arbeit wieder stärker zu belohnen. „Arbeit muss ein auskömmliches und würdevolles Leben ermöglichen“, heißt es laut Reuters in dem Papier. Deshalb wolle man die Einkommensteuer so reformieren, dass insbesondere kleine und mittlere Einkommen entlastet werden. Das Vorhaben soll ausdrücklich bereits 2026 angegangen werden.
Union setzt den Fokus auf Unternehmen
Bemerkenswert ist, dass auch CDU und CSU sich zu der Entlastung bei der Einkommensteuer bekennen wollen. Auf ihrer Bundesvorstandsklausur soll die Union laut Reuters ebenfalls die Senkung der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen unterstützen – ein klares Signal der Einigkeit in der schwarz-roten Koalition.
Allerdings setzt die Union einen anderen Akzent: Sie drängt darauf, die geplante Senkung der Körperschaftsteuer für Unternehmen vorzuziehen. Statt wie bisher vorgesehen erst ab 2028 soll die Entlastung bereits 2026 kommen. Damit wollen CDU und CSU die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken und Investitionen ankurbeln.
Gegenfinanzierung durch höhere Belastung für Vermögende
Allerdings macht die SPD auch Vorschläge, wie die Entlastungen finanziert werden sollen - und da endet womöglich die Einigkeit. Angesichts eines starken Auseinanderdriftens von Vermögen sei der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet, schreibt die SPD in ihrem Papier. Aufstiegschancen und Lebensmöglichkeiten hingen zunehmend von der Vermögenssituation ab. Deshalb schlägt die SPD Steuererhöhungen für hohe Einkommen und große Vermögen sowie eine Reform der Erbschaftsteuer vor. Die daraus erzielten Mehreinnahmen sollen die Steuersenkungen für Arbeitnehmer ermöglichen. Das Ziel: mehr „Leistungsgerechtigkeit“ und sozialer Ausgleich.
Flankierend will die SPD auch im Bildungssystem nachlegen. Um Chancengleichheit zu verbessern, soll das BAföG auf 563 Euro steigen, die Wohnpauschale auf 440 Euro. Gerade Studierende aus einkommensschwächeren Haushalten sollen dadurch entlastet werden.
Was das für Bürger bedeutet
Für Arbeitnehmer könnte spätestens das Jahr 2027 damit steuerlich spürbare Erleichterungen bringen. Wie hoch die Entlastung konkret ausfällt, hängt von der Ausgestaltung der Tarifreform ab – etwa von Anpassungen bei Steuersätzen, Freibeträgen oder dem Grundfreibetrag. Klar ist aber: Das Netto soll steigen, zumindest für breite Teile der Mittelschicht.
Alles wird davon abhängen, ob und wie schnell sich SPD und Union auch bei der Gegenfinanzierung einigen. Doch selten schien die politische Ausgangslage für eine Einkommensteuerreform so günstig wie jetzt. Für viele Beschäftigte heißt das: Das Jahr 2026 beginnt mit der Hoffnung auf mehr Geld im Portemonnaie ab 2027.
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