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Voice Banking: Okay, Google, bitte zahlen!

Voice Banking: Okay, Google, bitte zahlen!

WKN: A14Y6H ISIN: US02079K1079 Alphabet C (ex Google)

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09.12.2019 - 13:32
16.09.2018 04:00:00

Werden Überweisungen und Co über digitale Sprachassistenten das nächste große Ding? Deutsche Banken eifern beim Voice Banking jedenfalls um die Wette. Von Brigitte Watermann

Google, zahl mal bitte das Geld für die Weinlieferung" - ein Mensch wüsste vermutlich sofort genau, was zu tun ist. Aber die kleinen Lautsprecherboxen von Google, Amazon und Co, die seit 2016 vermehrt in deutschen Haushalten stehen, sind so smart dann doch noch nicht. Dank eingebauter Mikrofone haben sie zwar ihre Lauscher dauernd auf Empfang, aber bis zur tatsächlichen Überweisung sind noch ein paar Hürden zu nehmen.



Dennoch: Seit den gut zwei Jahren, seitdem die deutschen Banken erste Anwendungen für die digitalen Assistenten offerieren, ist viel passiert. Neuerdings ermöglicht es die Comdirect als erste Bank in Deutschland, Überweisungen über den Sprachassistenten von Google einzuleiten - eine neue Stufe im Voice Banking ist damit erreicht. Smarte Lautsprecher mit Sprachassistenten wie Amazon Echo mit Alexa oder Google Home mit Assistant, die nur darauf warten, mittels Codewort angesprochen zu werden, stehen in immer mehr deutschen Haushalten. Datenschützer werden zwar nicht müde, vor den horchenden Kisten zu warnen - zumal man mit seiner Stimme ein biometrisches Merkmal preisgibt -, dennoch nutzt sie bereits jeder achte Bundesbürger ab 18 Jahren: also rund 8,7 Millionen, ergab eine aktuelle Umfrage des IT-Branchenverband Bitkom.


"In den nächsten Jahren werden wir immer mehr Geräte wie selbstverständlich mit unserer Stimme steuern. Hier entsteht gerade ein neuer Milliardenmarkt", sagt Christopher Meinecke von Bitkom. Da wollen auch die Banken nicht abseitsstehen. "Wir sind mittendrin in einer Revolution: Die Interaktion zwischen Mensch und Computer wird sich mittels Spracheingabe, unterstützt von Systemen mit künstlicher Intelligenz, massiv verändern", sagt Christian Wendrock-Prechtl von Comdirect.

Bislang konnte man als Bankkunde die digitalen Assistenten für die Abfrage allgemein zugängliche Infos wie Börsenkurse oder -nachrichten nutzen. Den Anfang damit machte ebenfalls Comdirect, die im Mai 2017 für Amazons virtuelle Assistentin Alexa einen sogenannten Skill - eine spezielle Anwendung - auf den Markt brachte. Zwar halten sich viele Banken und Broker noch zurück. Inzwischen gibt es aber bereits 204 Skills für Wirtschaft und Finanzen - etwa von der Consorsbank, der Commerzbank, dem Broker Captrader, den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken. Doch Überweisungen erlaubt Amazon über Alexa bislang in der EU nicht. "Der fertige Alexa-Skill wurde von Amazon leider auch nach Monaten noch nicht freigegeben", so ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Anders sieht es beim Google Assistant aus, der auch auf dem Android- oder Apple-Smartphone läuft. Die Sparkassen ermöglichen seit Februar 2018 die Abfrage von Kontoständen, Kreditkartenumsätzen, Eingaben und Ausgaben über den Google Assistant. Inzwischen läuft das Angebot bei rund 30 Sparkassen. Über die Frage "Wie viel Geld habe ich?" kann man sich die Summe der Guthaben aller hinterlegten Konten ansagen lassen. Ab November sollen auch Kleinstüberweisungen per Spracheingabe klappen und Depotbestände abfragbar sein.

Hürden für Bequemlichkeit



Bequemlichkeit gilt bei alledem als zentraler Faktor: "Eine Überweisung mithilfe des Google Assistant ist innerhalb von Sekunden erledigt - ganz anders sieht das aus, wenn man für eine Transaktion erst einmal seinen Computer hochfahren und sich durch diverse Eingabemasken klicken muss", so Wendrock-Prechtl von Comdirect.

Doch in der Praxis sind erst einige Hürden zu nehmen: So braucht man ein Google-Konto sowie den Google Assistant. Dort muss die Comdirect-Action aktiviert und mit dem Bankkonto verknüpft werden. Die Zugangsdaten für das Onlinebanking bleiben bei Comdirect und gelangen nicht in die Hände von Google, stellt Wendrock-Prechtl klar. Außerdem muss man noch ein Voice-Passwort vergeben. Über den Befehl "Okay, Google, rede mit Comdirect" kann dann der Kontostand erfragt oder eine Überweisung beauftragt werden. Überweisungen werden allerdings nicht direkt über den Sprachassistenten ausgeführt, sondern lediglich vorbereitet, etwa abends auf dem Sofa. Für die finale Freigabe muss man die Smartphone-App der Bank starten.

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Bildquelle: 123RF

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