Der hohe Goldpreis lockt Betrüger an – und deren Methoden werden immer dreister. Im Landkreis München brachten sie kürzlich einen Mann dazu, seinen gesamten Goldschatz in einem Kochtopf vor die Tür zu stellen. 

Ein 63-Jähriger aus Oberschleißheim bei München ist Opfer einer perfiden Callcenter-Betrugsmasche geworden. Wie der „Münchener Merkur“ berichtet, erhielt der Mann am 19. Januar 2026 einen Anruf eines vermeintlichen Polizeibeamten, der von angeblichen Einbrüchen in der Gegend berichtete und ihn fragte, ob er Wertsachen besitze. Der Täter baute massiven psychischen Druck auf und überzeugte das Opfer davon, dass es seine Goldbarren und Bargeld aus Sicherheitsgründen an die Polizei übergeben solle. Schließlich stellte der Mann tatsächlich 1,5 Kilo Goldbarren im Wert von rund 200.000 Euro in einem Kochtopf vor seine Haustür. Kurz darauf wurde der Topf samt Inhalt offenbar von einem Abholer mitgenommen. Als dem Mann schwante, dass er einen Fehler gemacht hatte, war es schon zu spät.

Die Betrugsmasche klingt unglaublich – doch sie funktioniert offenbar häufiger: Auch in Baden-Württemberg wurden laut stern.de Seniorinnen angewiesen, Kochtöpfe mit Goldbarren vor ihre Häuser zu stellen, nachdem sich die Täter am Telefon als Polizeibeamte ausgaben.

Wie die Täter vorgehen

Die Betrüger geben sich meist als Polizisten oder gar die Staatsanwaltschaft aus und behaupten, es gebe Einbrüche oder Ermittlungen in der Nachbarschaft. Durch geschickte Gesprächsführung und Einschüchterung bringen sie ihre Opfer dazu, Wertsachen wie Bargeld, Schmuck oder Edelmetalle an bestimmten Orten zu deponieren oder sogar direkt an Abholer zu übergeben. Oft geschieht das ohne direkten persönlichen Kontakt zwischen Opfer und Anrufer, lediglich der Abholer taucht dann vor Ort auf.

Die Münchner Polizei warnt eindringlich vor dieser Masche: Echte Polizeibeamte würden niemals am Telefon nach Wertgegenständen fragen oder zu Handlungen auffordern. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte umgehend den Notruf 110 anrufen, um die Echtheit zu überprüfen.

Warum die Betrugsmasche funktioniert

Die Täter setzen gezielt auf Drama und Druck: Sie suggerieren, dass ein unmittelbares Risiko bestehe – etwa, dass es Hinweise gebe, dass die Einbrecher auch das Vermögen der Angerufenen im Visier hätten. Die Angst um das eigene Ersparte versetze viele Opfer in einen Zustand, in dem sie nicht mehr klar denken können, erklären Psychologen.

Hinzu kommt, dass vor allem ältere Menschen angesprochen werden, weil sie gegenüber vermeintlichen Amtspersonen oft ein hohes Vertrauen haben und sich nicht trauen, deren Anweisungen infrage zu stellen.


So schützen Sie sich

Diese Masche zeigt wieder einmal, wie skrupellos und gut organisiert Betrüger mittlerweile vorgehen. Bleiben Sie deshalb bei Anrufen von Unbekannten immer kritisch, vor allem wenn die Nummer unterdrückt sein sollte, und bestehen Sie im Zweifel darauf, über eine offizielle Rufnummer kontaktiert zu werden. Auch eine direkte Rückfrage bei der Polizei kann helfen, den Betrug rechtzeitig zu verhindern – und die Anrufer womöglich dingfest zu machen.

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