Gold gilt seit Jahrhunderten als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. Doch wer physisches Gold kaufen möchte, sollte bedenken, dass auch im Edelmetallhandel Risiken lauern, die teure Fehler nach sich ziehen können. 

Eine der wichtigsten Regeln lautet: Echte Schnäppchen gibt es bei Gold eher nicht. Kein seriöser Händler verkauft weltberühmte und besonders liquide Marken wie etwa die Krügerrand-Münzen unter dem aktuellen Materialwert. Minimale Abschläge können hin und wieder bei unbekannten Münzen wie z.B. den österreichischen Kronen-Münzen auftreten.

Negative Aufgelder sind eindeutig die Ausnahme

Normalerweise bewegt sich der Verkaufspreis der Goldmünzen über dem aktuellen Spotpreis und führt somit zu einem Aufgeld (Premium). Dieses Aufgeld deckt Prägekosten, Handelsspanne, Logistik und Hedgingkosten ab – und variiert je nach Marktlage. Generell gilt: Je kleiner das Feingewicht, desto höher das prozentuale Aufgeld. Ein 1-Gramm-Barren (1/10-Unze-Münze) weist daher ein deutlich höheres prozentuales Aufgeld aus als ein 100-Gramm-Barren (Unzenmünze).

Bei weltweit bekannten Ein-Unzen-Münzen wie dem Krügerrand bewegen sich die Aufgelder in normalen Marktphasen meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Steigt die Nachfrage stark oder wird physisches Gold knapp, können die Aufschläge auch höher ausfallen. Um hier Transparenz zu schaffen, weisen Vergleichsportale wie gold.de die prozentualen Aufgelder verschiedener Händler aus. In einer Aufgeld-Tabelle kann man dort nach Exemplaren mit besonders niedrigen Prämien suchen. Wichtig zu wissen: Angezeigt werden ausschließlich die Preise von rund 50 seriösen zertifizierten Online-Edelmetallhändlern, die zudem auf einer „white list“ separat aufgeführt werden.

Wer auf der Suche nach Stabilität ist, wird möglicherweise im Stabile-Werte-Index von BÖRSE ONLINE fündig

Gold (ISIN: XC0009655157)

Goldrallye lockt Fake-Shops an

Eine besonders große Gefahr stellen im Internet vor allem sogenannte Fake-Shops dar. Diese Händler suchen im Zuge des deutlich gestiegenen Goldpreises im Netz nach gutgläubigen Opfern. Die Kriminellen locken mit extrem günstigen Preisen, lassen sich vorab bezahlen und liefern dann jedoch gar kein oder falsches Gold. Oft sind diese Seiten professionell gestaltet, wirken vertrauenswürdig und nutzen sogar gefälschte Gütesiegel sowie die Logos seriöser Händler. 

Schutz bieten hier sogenannte „white lists“ – wie die von gold.de –, auf denen geprüfte und seriöse Edelmetallhändler aufgeführt sind. Korbinian Penzkofer, Geschäftsführer und Autor bei gold.de, merkt an, dass das Vergleichsportal auch eine „black list“ veröffentlicht hat. Um die Anbieter, dort verzeichnet sind, sollten Anleger unbedingt einen großen Bogen machen.

Zum Schluss sei noch auf andere zwielichtige Geschäftsmodelle außerhalb des klassischen Handels mit Goldmünzen und -barren verwiesen. Besonders auf Shopping-Kanälen im Fernsehen werden Goldschmuck oder „Sammlerstückn“ gern mit riesigen Rabatten auf die unverbindliche Preisempfehlung beworben. Wer jedoch den tatsächlichen Preis pro Gramm Feingold ausrechnet, stellt oft fest, dass dieser den Materialwert um ein Vielfaches übersteigt. Der vermeintliche Discount entpuppt sich dann als Marketingtrick und birgt erhebliche Verlustgefahr.

Fazit: Gold stellt zweifellos einen sinnvollen Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios dar. Und es kann auch sinnvoll sein, einen Teil davon nicht verbrieft, sondern physisch zu besitzen – aber nur, wenn Anleger vorher die Preise vergleichen, seriöse Händler wählen und sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen blenden lassen.

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