Hierzulande gibt es dieses Jahr rund 20 gelistete Unternehmen, die ihre Dividenden steuerfrei „aus der Substanz“ zahlen wollen. Zu diesem Kreis gehört wieder ein Getränkehersteller aus dem niedersächsischen Haselünne.

Details zur Divdendenzahlung

Knackiger Spass im Glas für Konsumenten - und auf dem Konto für Aktionäre: Auf der Berentzen-Hauptversammlung am 7. Mai 2026 soll eine Dividende in Höhe von 0,11 Euro pro Aktie beschlossen werden. Der Ex-Tag ist der 8. Mai. Die Dividende wird ab dem 12. Mai durch die depotführenden Banken ausgezahlt. Die Dividendenrendite liegt bei 3,5 Prozent.

Steuerfreie Ausschüttung

„Die Ausschüttung wird auch 2026 vom Einlage-Konto erfolgen und damit wie in den vergangenen Jahren für Aktionäre steuerfrei fließen“, bestätigte Thorsten Schmitt, Director Corporate Communications & Strategy bei der Berentzen Gruppe, auf Anfrage von BÖRSE ONLINE.

Der rechtliche Hintergrund

Vollständige Steuerfreiheit der Ausschüttung bedeutet: Die Dividende wird ohne Abzug von Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ausbezahlt. Basis für diese rechtliche Gestaltung sind bilanzrechtliche Umstrukturierungen in der Vergangenheit. 

Das Einlagekonto hat steuerlich die Funktion, dass die von den Anteilseignern geleisteten Gesellschaftereinlagen von den durch die Gesellschaft selbst erwirtschafteten Gewinnen getrennt werden. Aktionäre bekommen so die Ausschüttung „brutto für netto“ auf ihr Depot-Verrechnungskonto überwiesen, ohne dass der Sparpauschbetrag (1000 Euro Singles, 2000 Euro zusammenveranlagte Partner) belastet wird. 

Steuerfreiheit auf Dauer

Langfristig profitieren bei Ausschüttungen von Einlagekonten nur Anleger, die entsprechende Dividendenpapiere bereits vor Einführung der Abgeltungsteuer 2009 gekauft haben: Sie kassieren bei späteren Verkäufen Kursgewinne ohne Abzug steuerfrei. Der Börsengang der Berentzen-Gruppe AG erfolgte im Juni 1994 an der Frankfurter Börse.

Steuerstundungs-Effekt

Alle Aktionäre, die später, also seit 2009, eingestiegen sind, erzielen bei Dividendenzahlungen vom Einlagekonto zumindest einen „Steuerstundungs“-Effekt: Beim Verkauf werden die steuerfreien Ausschüttungen vom Kaufkurs abgezogen, die Differenz zwischen reduziertem Einstandspreis und Verkaufskurs ist dann kapitalertragsteuerpflichtig. 

Zum Unternehmen

Die Berentzen-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Haselünne im Emsland. Das börsennotierte Unternehmen produziert und vertreibt vor allem Spirituosen, alkoholfreie Getränke sowie Frischsaftsysteme. Zu den bekanntesten Marken gehören Berentzen (Apfelkorn), Puschkin, Bommerlunder und weitere norddeutsche Spirituosen-Klassiker. Außerdem werden internationale Lizenzmarken importiert und vertrieben. 


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