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EZB pumpt mehr als eine Billion Euro ins Finanzsystem

EZB pumpt mehr als eine Billion Euro ins Finanzsystem
22.01.2015 16:31:00

Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet im Kampf gegen eine langanhaltende Konjunkturflaute die Märkte mit mehr als einer Billion Euro. EZB-Präsident Mario Draghi kündigte am Donnerstag in Frankfurt eines der größten Anleihe-Kaufprogramme an, das es jemals gegeben hat.

Insgesamt will die Notenbank Staatsanleihen sowie andere Wertpapiere im Volumen von 1,14 Billionen Euro erwerben. Das entspricht etwa elf Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes der Euro-Zone. Mit der Geldschwemme nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed will Draghi verhindern, dass die Wirtschaft in eine Deflation abrutscht, also eine gefährliche Abwärtsspirale aus fallenden Preisen auf breiter Front und nachlassenden Investitionen.

"Wir sind überzeugt, dass die heute beschlossenen Schritte wirksam sind und die Inflation anheben," erklärte Draghi. Denn die EZB strebt eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an. Davon ist sie derzeit aber meilenweit entfernt: Zuletzt fielen die Preise in der Euro-Zone sogar um 0,2 Prozent. Erwarten Verbraucher erst einmal, dass sie Produkte bald noch günstiger bekommen, halten sie sich mit Käufen zurück. Unternehmen verdienen dann weniger und bauen Personal ab.

Eine solche Deflation will die EZB unbedingt verhindern. Insgesamt planen die Währungshüter deswegen bis Ende September 2016 Ankäufe von Staatsanleihen, privaten Bonds und Papieren europäischer Institutionen von 60 Milliarden Euro pro Monat. Darin enthalten sind auch bereits beschlossene Käufe von sogenannten ABS-Papieren und Pfandbriefen. Draghi ließ sich sogar eine Hintertür offen, das Programm zu verlängern, falls die riesige Geldspritze nicht die gewünschte Wirkung erzielt.

Da der Leitzins weiterhin auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent liegt, muss Draghi zu anderen, unkonventionellen Mitteln greifen. Das Kalkül dabei: Banken sollen ihre Anleihen abstoßen und die verfügbaren Mittel lieber für Kredite an Unternehmen und Haushalte verwenden.

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