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SCHATTENBANKEN

Kreditblase in China: Droht ein weltweiter Börsencrash? Was Anleger tun können

Kreditblase in China: Droht ein weltweiter Börsencrash? Was Anleger tun können
03.03.2014 07:43:00

Schattenbanken in China wickeln inzwischen abenteuerlich hohe Kreditvolumina ab. Die nächste Blase droht zu platzen. Anleger sind gut beraten, sich rechtzeitig Gedanken über die möglichen Folgen zu machen. Von Michael Braun Alexander

Die Geschichte wiederholt sich nicht, lautet eine dem amerikanischen Schriftsteller Mark Twain zugeschriebene Maxime, aber sie reimt sich. Was sich aktuell in China abspielt, klingt in mancher Hinsicht wie ein Reim - ein Echo der Subprime-Krise, die 2008 in den USA eskalierte. Sie brachte zahllosen Banken den Ruin, ließ die Börsenindizes kollabieren und verursachte indirekt die europäische Schuldenkrise. Auslöser war damals ungezügelte Verschuldung, vor allem im amerikanischen Immobiliensektor. Auch das Kreditvolumen in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, ist inzwischen in einem Ausmaß gewachsen, das den Begriff "Kreditblase" rechtfertigt. Damit steigen die Risiken für China erheblich - aber auch für alle anderen Märkte der Welt.

Im Mittelpunkt des seit mehreren Wochen turbulenten Geschehens stehen chinesische Schattenbanken. Gemeint sind damit vor allem die Geschäfte, die die staatlich kontrollierten Banken des Landes - viele zählen zu den größten der Welt - außerhalb ihrer Bilanzen tätigen. Eine zentrale Rolle in diesem grauen Kapitalmarkt kommt so genannten Wealth Management Trusts ("Treuhandfonds") und anderen sportlich arrangierten Wealth Management Products (WMPs) zu. Sie locken Anleger, oft vermögende Investoren und Institutionelle, zunehmend aber auch Kleinsparer, mit hohen Renditeversprechen, die typischerweise zwischen acht bis zehn Prozent jährlich liegen. Das entspricht einem Mehrfachen der aktuellen Bankzinsen in China und ruft Anleger, denen es oft an Alternativen für ihr Erspartes mangelt, auf den Plan. Das eingesammelte Kapital verleihen die Anbieter dann nach Gutdünken, wobei konsequentes Risikomanagement vernachlässigt wird. Viele Kredite gingen und gehen an Unternehmen mit schlechter Bonität und/oder schlechtem Management. So weit, so mau.

Das eigentliche Problem liegt indes woanders: Geht etwas schief, droht also ein Kreditausfall, müssten eigentlich die Investoren Verluste hinnehmen. Das ist schmerzhaft, allerdings ein normales und dem Wesen nach gesundes Ereignis an den Kapitalmärkten. Chinas Regierung fürchtet platzende Kredite jedoch aus zwei Gründen. Zum einen ziehen Ausfälle den Zorn der Sparer auf Staatsbanken und Staat nach sich und schüren Unruhe in der Gesellschaft. Zum anderen will China eine mögliche Kettenreaktion im Finanzsystem verständlicherweise im Ansatz ersticken.

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