KLAUS BUHL

Chipsektor und innerer Markt: Alles nur ein Sturm im Wasserglas?

Chipsektor und innerer Markt: Alles nur ein Sturm im Wasserglas?

WKN: ISIN: JP3161270008 EXTREME CO.LTD.

18.05.2019 04:20:00

Trotz des sich verschärfenden Handelsstreits gibt es einige Hinweise darauf, dass wir nur einen Sturm im Wasserglas erleben. Natürlich gibt es an der Börse keine Sicherheiten, aber der wichtige Chipsektor und der innere Markt deuten an, dass wir jetzt mindestens eine kurzfristige Kaufgelegenheit erleben. Ein interessanter Kandidat aufgrund seiner hohen relativen Stärke könnte Aixtron sein.

Liebe Anlegerinnen und Anleger,
in den vergangenen Tagen hat der sich verschärfende Handelsstreit massive technische Bremsspuren in den globalen Indizes hinterlassen.

Ganz offensichtlich hat sich die Mehrheit der Anleger zu sicher gefühlt und dazu tendiert, dass der Konflikt zwischen den USA und China jetzt bald beigelegt wird. Dabei ist die Gelegenheit für Präsident Trump wegen der aktuell guten Konjunktur sehr günstig, jetzt seinen Einsatz in diesem Pokerspiel spürbar zu erhöhen. Vielleicht ist jetzt, in Anbetracht des nächsten Wahltermins im November 2020, die letzte Gelegenheit dafür.

Deswegen tippe ich trotz einiger ungünstiger charttechnischer Voraussetzungen darauf, dass wir im Augenblick eine relativ "übliche" politische Börse erleben - wenigstens im Zeitalter von Präsident Trump. Ebenfalls vermute ich, dass es neben dem Handelsstreit noch andere Ursachen für die Gewinnmitnahmen gibt. Und damit meine ich nicht nur den dringenden Konsolidierungsbedarf nach der Rallye von etwa 20 % seit Jahresanfang an den wichtigsten globalen Börsen.

Ein wichtiger Grund für den Angebotsüberschuss ist bestimmt die Anzahl von Börsengängen mit hohem Emissionsvolumen, die wir im Augenblick erleben. Einige dieser Börsengänge, z.B. Lyft und Uber, sind trotz Kursrückgängen sehr hoch bewertet, obwohl sie in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht profitabel sein werden. Dabei werden Milliarden-Beträge erlöst, da die Gründer und frühen Investoren der Meinung sind, dass die Investoren gerade jetzt in der Laune sind, hohe Bewertungen zu bezahlen.

Natürlich sind diese Milliardenbeträge nun gebunden und müssen aus anderen Werten abgezogen werden. Dies ist kein "todsicheres" Verkaufssignal, aber ein Warnzeichen, dass die Insider - also die Verkäufer und Gründer der IPO`s - die Gelegenheit für sehr günstig halten, überteuerte Papiere an uns Anleger abzugeben.

Der innere Markt zeigt eine gute kurzfristige Einstiegsgelegenheit


Die folgende Grafik zeigt Ihnen die Relation derjenigen an der New Yorker Börse NYSE notierten Aktien, die oberhalb ihrer wichtigen 50 -Tage -Linie handeln.

Gut ist zu erkennen, wie stark der Markt zu Jahresbeginn überverkauft war, als nur noch 10 % der Aktien oberhalb ihrer 50 Tage Linie handelten. Genau umgekehrt war es Ende Februar. Damals war die NYSE exzessiv überhitzt und sensationelle 90 % der Indexmitglieder handelten sich oberhalb der wichtigen Durchschnittslinie.

Da ist es ein Zeichen von Stärke, dass wir seither nur eine recht milde Konsolidierung erleben, die erst in den vergangenen Tagen an Dynamik zulegte.

Zu Beginn der Woche hat der Indikator fasst seine untere extreme Zone erreicht, die bei etwa 30 % beginnt. Bei etwa 38 % ist er auf die aufsteigende positive Trendgerade geprallt und hat sich von dort wieder nach oben bewegt.

Negativ ist, dass sich ein erneutes Kaufsignal unterhalb von 58 % gebildet hat, die nach unten gerichtete Bewegung ist nach wie vor intakt. Es besteht also die Gefahr, dass die aktuelle positive x-Achse nur eine Gegenbewegung ist. Aber wie gesagt, der Indikator hat die positive Wirkung der aufsteigenden Trendgeraden bestätigt. Natürlich gibt es an der Börse keine Sicherheit, sondern nur Wahrscheinlichkeiten. Meiner Meinung nach ist aber die Wahrscheinlichkeit günstig, dass wir genau jetzt mindestens eine kurzfristige Gelegenheit erleben und die gegenwärtige Unruhe nur politisch geprägt ist. Dann würde sich das alte Sprichwort "Politische Börsen haben kurze Beine" bewahrheiten und wir könnten noch ein paar ordentliche Wochen erleben, bevor uns die Sommerpause einholen wird.

Auf Seite 2: Chipwerte ziehen die Nasdaq nach oben


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Bildquelle: Libra Invest, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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