AXEL RETZ

Eine der sichersten Chancen

Eine der sichersten Chancen

WKN: A14QMG ISIN: JP3832900009 PLATZ Co.,Ltd.

15.07.2015 07:25:00

Griechenland hat die Wahl, wie lange der ökonomische Suizid dauern und wie weh er tun soll. Richtig Schaden genommen, wenn auch nicht im Kurs, hat der Euro. Und mit ihm Europa. Mit einer Führung, der es so gut wie ausschließlich nur noch um die Gesichtswahrung und die starrsinnige Verteidigung erkennbar irriger Politik geht, sägt Brüssel beharrlich am eigenen Ast. Anleger sollten aber nicht übersehen, dass die Welt nicht an der Akropolis endet und es anderswo noch viel kräftiger rumort.

von Axel Retz

Während nicht nur an den Finanzmärkten zum Thema Griechenland mittlerweile nur noch Kopfschütteln herrscht, versuchen die Verantwortlichen immer noch den Eindruck zu erwecken, als ob sie von irgendetwas einen Plan hätten. Haben sie aber nicht. Und hatten sie auch noch nicht. Blicken wir einmal auf die interessantesten Punkte des Desasters:

Griechenland hat sich, gut (oder auch nicht) beraten durch Goldman Sachs, den Weg in den Euro mit gefälschten Daten erschlichen. Womit es nicht das einzige Land war. Gewusst haben das damals alle, die es wissen wollten. Aber beseelt von blindwütigem Expansionsstreben nahm man sozusagen alles, was anklopfte. Das war Fehler Nr. 2. Fehler Nr. 1 war, in den Verträgen von Lissabon und dann Maastricht keine Ausstiegsklausel für gescheiterte Euro-Kandidaten hineingeschrieben zu haben. Formal geht es weder, dass sich ein Land aus dem Euro verabschiedet noch dass es von den anderen vor die Tür gesetzt wird.

Fehler 3 war, nach Erkennen von Fehler 1 nicht etwa nachzubessern, sondern stattdessen gegen die bestehenden Verträge zu verstoßen und ein ausdrücklich untersagtes Bail out-Programm in Gang zu setzen und immer bombastischere Rettungsschirme aus dem Hut zu zaubern, die den Euroraum spätestens ab der Einführung einer Bankenunion explizit zu einer Haftungsunion werden lassen wird. Von den Verträgen von Maastricht ist dann de facto nicht mehr viel übrig. Nicht dass man ihn geändert hätte, man hat ihn einfach ignoriert und ungestraft darüber hinweggesetzt.

Fehler Nummer 4 war, sowohl in Geber- als auch Nehmerländern den Eindruck zu erwecken, dass es beim rechtswidrigen Bailout um so etwas wie eine humanitäre Hilfsaktion ginge, mit der den Not leidenden Griechen zur Seite gesprungen werde. Wer wirklich "gerettet" wurde, ließ sich allerdings nicht unter der Decke halten. Zur Beliebtheit des Euro trug das ganz und gar nicht bei.

Fehler Nummer 5 schließlich ist der entscheidende: Während gegenüber Griechenland auf die Verträge gepocht und eine erwiesenermaßen wirtschaftsschädliche Fortsetzung der Austeritätspolitik verlangt wird, geht es den "Institutionen" nur noch darum, das eigene Versagen zu kaschieren und auf ein Wunder zu hoffen, von dem man weiß, dass es nicht kommen wird.

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