ROBERT HALVER

Es ist Frühling und die geldpolitischen Tauben kehren zurück

Es ist Frühling und die geldpolitischen Tauben kehren zurück

WKN: 587530 ISIN: DE0005875306 GfK SE

26.03.2019 03:30:00

Auf ihrer März-Sitzung setzt die Fed ihre Kehrtwende fort. Mit gesenkten Konjunkturprojektionen und taubenhafter Rhetorik signalisieren die amerikanischen Notenbanker nicht nur das Ende des US-Zinserhöhungszyklus, sondern öffnen sogar die Tür für Zinssenkungen. Ihre neue Entspannungspolitik untermauert die Fed ebenso mit dem Ende des Liquiditätsabbaus im September.

Um mit dieser Neuausrichtung keine Irritationen, wenn nicht sogar Panik an den Real- und Finanzmärkten auszulösen, blieb Fed-Chef Powell bei seiner Wortwahl einer "geduldigen" Geldpolitik.



De facto ist die US-Zinserhöhungsphase vorbei



Nachdem die Fed bislang noch zwei Zinserhöhungen für 2019 plante, spricht sie aktuell von gleichbleibenden Leitzinsen von 2,5 Prozent. 2020 stellt sie unverändert eine Zinssteigerung in Aussicht, bevor 2021 der Erhöhungszyklus bei einem Leitzins von dann 2,75 Prozent zum Stillstand kommen soll. Diese letzte Zinserhöhung macht operativ kaum einen Unterschied, doch kann die Fed so ihre Stabilitätsausrichtung und Glaubwürdigkeit dokumentieren. Bis nächstes Jahr wird ohnehin noch viel Wasser den Potomac River am Fed-Verwaltungssitz in Washington hinunterlaufen und im Bedarfsfall diese eine Zinserhöhung nicht nur zurückgenommen. Tatsächlich wird an den Finanzmärkten eine Zinssenkung bereits im Januar 2020 mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 50 Prozent erwartet.


Grafik 1: Finanzmarktbasierte Wahrscheinlichkeiten für Zinssenkungen auf kommenden Fed-Sitzungen





Aus einer überhitzten kann schnell eine unterkühlte US-Konjunktur werden



Die US-Notenbanker sind der Meinung, dass ihre bislang neun Zinserhöhungen eine Überhitzung der Konjunktur verhindert haben, doch bei weiteren Zinsrestriktionen eine zu starke Abkühlung droht. Hierzu verweist die Fed auf ihre gesenkten Wachstumsprojektionen: 2,1 statt 2,3 Prozent im Jahr 2019; 1,9 statt 2,0 Prozent in 2020 und 2021 unverändert 1,8 Prozent. Grundsätzlich lässt der Schub der Steuersenkungen nach und ist der handelspolitische Gegenwind für die US- und Weltkonjunktur unverändert stark. Abzulesen ist die Eintrübung an einer weiter verlierenden US-Industriestimmung.

Grafik 2: US-Notenbankzins und ISM Index für das Verarbeitende US-Gewerbe





Darüber hinaus findet der seit August 2018 im Trend abwärts gerichtete Optimismus-Index der amerikanischen Kleinunternehmen seinen Niederschlag in einer zurückfallenden Investitionsplanung.

Grafik 3: Optimismus und Investitionsplanung der US-Kleinunternehmen





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