GASTBEITRAG

Florian König: Das Imperium schlägt zurück - Disney will großen Teil von 21st Century Fox übernehmen

Florian König: Das Imperium schlägt zurück - Disney will großen Teil von 21st Century Fox übernehmen

WKN: 855686 ISIN: US2546871060 Walt Disney

91,29 EUR
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22.06.2018 - 18:49
18.12.2017 20:00:00

Inklusive Schulden werden dafür insgesamt 66,1 Milliarden Dollar fällig - nicht in bar, sondern in Form von Aktien. Die Aktionäre von 21st Century Fox erhalten je eigener Aktie 0,27 Disney-Aktien. Damit wächst Disneys Marktmacht weiter. Gerade erst hat man angekündigt, ab 2019 seinen eigenen Streaming-Dienst aufzubauen und dazu wichtige Marken, allen voran Star Wars und Marvel, von Konkurrent Netflix zurückgekauft. Von Gastautor Florian König

Disney erhöht also deutlich den Druck auf Amazon, Netflix und andere Streamingdienstleister.



Die Konkurrenz belebt natürlich das Geschäft rund um selbst produzierte hochwertige Serien und Filme erheblich - zumindest in den USA. Aufgrund des zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland wird sich die Qualität der Inhalte im deutschen TV aber langfristig nicht wesentlich erhöhen.


Zurück in die USA: Disney wird sich interessante Teile von 21st Century Fox einverleiben: unter anderem die Fox-Film- und TV-Studios, Teile von Hulu und Sky, National Geographic, Star TV und regionale Sportnetzwerke. Der Fernsehsender Fox, Fox News und Fox Business Network werden vor dem Kauf aus dem Konzern herausgelöst.

Durch die neue Konzernstruktur ergibt sich jedoch keine wesentlich bessere Investment-Situation Die Disney-Aktie ist mit einem KGV von 19 zur Zeit fair bewertet, trotz der starken Markt- und Markenmacht und der kommenden Übernahme aber noch kein interessanter Kandidat.

Die gesamte Branche befindet sich im Wandel, weg vom Kabel- hin zum Streaming-TV. Konkurrenten wie Discovery und Scripps Networks beispielsweise haben kürzlich einen beschleunigten Kundenrückgang bei ihren Kabelkanälen bekannt gegeben.

In 2017 ist Disneys Gewinn bereits um 11 Prozent gesunken. Der Konzern verzeichnet im Zuge dessen niedrige operative Erträge.

Der Umsatz an den Kinokassen sank im letzten Quartal um 16 Prozent. Neuveröffentlichungen, wie Cars 3, konnten nicht an die Vorjahreshits von Captain America: Civil War, Das Dschungelbuch und Finding Dory anknüpfen.

Besser läuft das Geschäft der Freizeitparks. Hier ist der Umsatz in 2017 um rund 10 Prozent gestiegen. Die Gewinnmarge in diesem Segment stieg auf Rekordniveau. Hauptverantwortlich für das Wachstum ist die neue Niederlassung in Shanghai, die in ihrem ersten Betriebsjahr 13 Millionen Besucher verzeichnete.

Die gesamte Branche bleibt spannend



Mit der neuen Akquise hat Disney nun weitere wichtige Ressourcen, um sich den großen Herausforderungen des Streaming-Modells stellen zu können. Ein Investment in die Disney-Aktie ist aktuell noch nicht interessant. Doch wenn die kommenden Streamingdienste ordentlich aufgesetzt werden und erfolgreich starten, lohnt sich wieder ein genauerer Blick.

Auf gute Investments,
Ihr
Florian König

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Hinweis/Disclaimer:


Florian König berät, beziehungsweise Unternehmen, an denen Florian König Otte beteiligt ist, beraten den PI Global Value Fund (WKN: A0NE9G) und den Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM). Diese beiden Fonds könnten Positionen in Titeln halten, die in dieser Kolumne genannt sind. Für den Fall, dass Leser dieser Kolumne Positionen in einen genannten Titel in einem Umfang erwerben, der dazu geeignet ist, den Preis des Titels zu beeinflussen, könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide die Fonds im Falle der Veräusserung des Titels aus deren Portfolio nach einem solchen Kursanstieg vom Erwerb des Titels durch die Leser der Kolumne profitieren. Auch im Falle eines Verkaufs in einem entsprechenden Umfang durch Leser der Kolumne könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide Fonds von fallenden Kursen durch günstigere Einstiegskurse im Falle eines späteren Kursanstiegs profitieren.


Bildquelle: Privatinvestor Verwaltungs AG

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