INTERVIEW

Jens Gerhardt "Hanseyachts-Chef": "Der Konkurrenz immer ein Stück voraus"

Jens Gerhardt

WKN: A0KF6M ISIN: DE000A0KF6M8 HanseYachts AG

7,20 EUR
-0,20 EUR -2,70 %
16.11.2018 - 17:36
17.02.2017 13:38:00

Die Aktie von Hanseyachts hat wieder Rückenwind. Nach der erfolgreichen Restrukturierung erlebt der in Greifswald ansässige Bootsbauer ein überproportionales Wachstum, der aktuelle Auftragseingang bewegt sich auf hohem Niveau. Ende Januar sorgte zudem die Wassersportmesse Boot 2017 in Düsseldorf für positive Impulse. BÖRSE ONLINE traf Vorstandssprecher Jens Gerhardt zum Interview und sprach mit dem Konzernlenker über das Messehighlight Hanse 675. Von Lars Winter

BÖRSE ONLINE: Herr Gerhardt, Hanseyachts war im Januar mit mehreren Marken auf der Boot 2017, der größten Wassersportmesse der Welt, in Düsseldorf vertreten. Wie zufrieden waren Sie mit der Resonanz der Besucher auf dieser wichtigen Verkaufsplattform?


Jens Gerhardt:

Auf der Boot in Düsseldorf waren wir mit 16 Yachten vertreten, was insgesamt 220 Meter Qualitätsarbeit aus Greifswald entspricht. Das ist viel Schiff und diese Größenordnung ist auch für uns etwas Neues und spiegelt den erfolgreichen Kurs der letzten Jahre wider. Wir hatten Besucher aus der ganzen Welt und sind damit voll zufrieden. Auch die Verkäufe lagen im Rahmen der Erwartung. Die Boot entwickelt sich immer stärker zu der wichtigsten internationalen Messe für Yachten.

Was war aus Ihrer Sicht das Messehighlights für Hanseyachts?


Das war in diesem Jahr eindeutig die neue Hanse 675, mit der wir nicht nur die weltweit größte Yacht einer Serienwerft präsentieren konnten. Mit der Hanse 675 haben wir zugleich in der Branche auch einen neuen Designstandard für Luxusyachten im 20-Meterbereich etabliert. Diese Yacht war ein Hingucker in der Segelhalle und begeisterte nicht nur Kunden aus dem oberen Segment. Sie ist allgemein ein Zeichen für Bootsbaukunst "made in Germany" und das Know-how der Hanse Werft.

Welche weiteren Ihrer Yachten kamen bei den Besuchern besonders gut an?


Die von uns präsentierten Neuheiten sind in Düsseldorf durchweg auf eine sehr positive Resonanz gestoßen. Exemplarischen nennen möchte ich hier die Fjord 42 Open, eine echte Stilikone für Luxus und Spaß, sowie die Sealine C530, die mit perfektem Finish und Funktionalität besticht. Vor allem die Vielzahl an Innovationen, wie der ersten vollelektrischen Hanse 315 oder dem multifunktionalen T-Top auf der Hanse 588 und Hanse 675, sorgten für den ein oder anderen "Aha"-Moment. Und darum geht es uns. Wir wollen einen Mehrwert für die Kunden schaffen und der Konkurrenz immer ein Stück voraus sein.

Die Übernahme der Sealine GmbH hat sich für Hanseyachts als Glücksgriff erwiesen. Welche Wachstumsperspektiven sehen Sie im Bereich Motoryachten?


Mit der Marke Sealine haben wir die Lücke für Fahrtenmotoryachten in unserem Portfolio geschlossen und konnten sie erfolgreich in unsere Werft integrieren. Jedoch hat die Marke ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft, im Gegenteil, wir stehen noch am Anfang. In den letzten drei Jahren haben wir zusätzlich zum bestehenden Portfolio von Sealine vier neue Motoryachten in Greifswald entwickelt. Diese wurden international für renommierte Preise nominiert und ausgezeichnet und begeistern auch traditionelle Sealine-Kunden.

Dieser Trend von Neuentwicklungen wird sich über die nächsten Jahre fortsetzen, um in ein paar Jahren eine komplette Produktlinie "Made in Germany" anbieten zu können. Beim Ausbau der Marke Sealine können wir zudem auf das Know-how der Fjord-Übernahme aus dem Jahre 2007 zurückgreifen. Heute ist die Marke Fjord übrigens einer der stärksten Wachstumsmotoren der Werft. Wir mussten erst kürzlich den nach Kauf der Marke zuerst abgewerteten Markenwert auf seine ursprüngliche Größe wieder aufwerten.

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Bildquelle: HanseYachts AG

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