GASTBEITRAG

Markus C. Zschaber: MDAX enteilt seinem großen Bruder

Markus C. Zschaber: MDAX enteilt seinem großen Bruder

WKN: ZAL111 ISIN: DE000ZAL1111 Zalando

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04.03.2021 - 14:09
12.02.2021 17:00:00

Kleiner Bruder? Von wegen! Zwar wurde auch der MDAX nicht von den aktuellen Auswirkungen der Krise verschont, doch mit Blick auf die Performance hat der MDAX seinem großen Bruder längst den Rang abgelaufen. Von Gastautor Markus C. Zschaber

Während der deutsche Leitindex Dax seit Januar 1996 um rund 500 Prozent zulegen konnte, erreichte der MDAX ein Plus von mehr als 1.000 Prozent. Und wer 1996 in beide Indizes investierte, erzielte beim DAX eine jährliche Rendite von durchschnittlich knapp 7,3 Prozent, mit dem MDAX aber einen Wertzuwachs von jährlich etwa 10,4 Prozent.

Innovationsstarke Weltmarktführer mit Familiensinn


Eine Umkehr dieses Trends ist zwar nicht auszuschließen, allzu wahrscheinlich erscheint dieses Szenario aber nicht. Anleger können den Nebenwerte-Index daher auch weiterhin im Blick behalten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der MDAX spiegelt die Entwicklung der 60 größten Unternehmen wider, die hinsichtlich Marktkapitalisierung und Börsenumsatz auf die 30 Unternehmen des DAX folgen. Mit seinem ausgewogenen Unternehmensmix repräsentiert der Nebenwerte-Index daher die Vielfalt der erfolgreichen Mittelständler - zahlreiche Unternehmen sind Weltmarktführer in lukrativen Nischenmärkten. Im MDAX befinden sich Banken, Unternehmen aus der Luftfahrt, der Telekommunikation oder dem Handel. Neben Industriekonzernen und Autozulieferern finden sich zudem einige Chemieunternehmen. Auch Firmen aus der Technologiebranche - besonders der Biotechnologie - listet der Index.

Anleger schätzen zudem die Innovationskraft der MidCaps. Auch die Eigentümerstruktur einiger MDAX-Unternehmen bietet Chancen, halten dort doch die Gründerfamilien einen wichtigen Posten im Vorstand oder Aufsichtsrat inne. Der Vorteil: Statt kurzfristiger Gewinne verfolgen familiengeführte Gesellschaften in erster Linie längerfristige Ziele, die Geschäftsmodelle werden nicht so schnell über Bord geworfen. Weitere positive Impulse dürfte der MDAX wie auch der große Bruder DAX durch die vermutlich zeitnahe höhere Verfügbarkeit von Impfstoffen und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Belebung erhalten. Und: Zusätzliche Konjunkturhilfen, vermutlich erfreuliche Quartalszahlen und eine anhaltende Liquiditätsschwemme durch die Notenbanken dürften den MDAX zusätzlich stützen.

Indexänderung schafft Impulse


Ein weiterer Kurstreiber könnte in diesem Jahr der Indexumbau bei DAX und MDAX sein. Im September dieses Jahres wird der DAX von 30 auf 40 Unternehmen aufgestockt, während der MDAX von 60 auf 50 Werte reduziert wird. Was auf den ersten Blick wie eine Stärkung des DAX klingt, erhält er doch auf einen Schlag die zehn MDAX-Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert. Aber: Durch den Aufstieg der zehn größten MDAX-Konzerne, könnte der Fokus des Nebenwertebarometers künftig wieder verstärkt auf kleineren und wachstumsstarken Unternehmen liegen, mit vermutlich erheblichem Kurspotenzial. Zu den Kandidaten für den Aufstieg in den deutschen Leitindex zählen unter anderem das Schwergewicht Airbus, die ausgegliederte Siemenssparte Healthineers sowie Siemens Energy, der Dufthersteller Symrise, der Online-Modehändler Zalando und der Biotechnikkonzern Qiagen.

Chancen und Risiken auf viele Schultern verteilen


Wer auch immer im Anschluss an den Indexumbau für die Aufsteiger in den MDAX nachrückt, eine Investition in den Nebenwerte-Index erscheint auch künftig sinnvoll. Die zweite Reihe ist dynamischer als der DAX, auch der starke Anstieg in den vergangenen Jahren spricht für die MidCaps. Zwar dürften einige MDAX-Aktien besonders großes Potenzial haben, allerdings fehlt Privatanlegern häufig die Zeit und / oder das notwendige Know-how, um die aussichtsreichsten Werte zu identifizieren. Als Alternative bieten sich jedoch breit gestreute ETFs an, die den Index nahezu eins zu eins abbilden.

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.

Markus C. Zschaber gilt als ein sehr erfahrener Geldmanager und ist Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, die seit nunmehr 26 Jahren die Vermögen von privaten und institutionellen Anlegern betreut. Mehrfach wurde er bereits als Portfoliomanager ausgezeichnet, sein Gesicht ist den meisten Anlegern bereits seit 1998 durch den Nachrichtensender n-tv bekannt, bei dem der Experte regelmäßig Interviews gibt. Während der Finanzkrise und der anhaltenden Corona-Krise steht er den politischen Gremien auch als externer Berater zur Verfügung und ist bei vielen Diskussionen rund um das Thema Staatenverschuldung, Inflation und EZB-Politik mit eingebunden. Für Börse Online erläutert der Kölner Vermögensverwalter die interessanten Themen rund um den Anlage- und Kapitalmarkt. Nähere Informationen zur V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft finden Sie hier: https://zschaber.de/

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