Nach einem heftigen Kursrutsch steht ein bekannter MDAX-Wert nun wieder im Fokus der Anleger. Einige Analysten äußern sich optimistisch – doch Risiken und wichtige Termine rücken näher. Die Charttechnik spricht zudem eine klare Sprache.

Die Aktie des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 hat seit Monatsbeginn rund ein Drittel ihres Wertes eingebüsst und sorgt damit für intensive Diskussionen am Markt. Während einige Investoren die jüngste Schwäche als Warnsignal sehen, verweisen Analysten auf temporäre Belastungsfaktoren und veränderte Marktstimmungen. Entscheidend dürfte nun sein, ob das Unternehmen demnächst mit seinen Zahlen die Skeptiker widerlegen kann.

Kurseinbruch wegen Short-Selling und Branchenängsten

Nach Einschätzung von JPMorgan-Analyst Marcus Diebel geriet Auto1 zuletzt in einen breiteren Abwärtsstrudel, der durch starke Leerverkäufe im gesamten Automobilsektor verstärkt wurde. Zusätzlich belasteten Sorgen über sinkende Neuwagenpreise . HInzu kommen auch in diesem Sektor Sorgen, dass schon bald KI-gestützte Agenten den Autohändlern das Geschäft abgraben könnten. Diebel sieht diese Faktoren jedoch eher als vorübergehend an. Auch Goldman-Sachs-Analyst James Tate argumentiert, dass KI oder mögliche neue Plattformanbieter vor allem reine Vermittlungsportale treffen würden, während Auto1 mit seinen Händlerfokus, einem eigenem Fahrzeugbestand und einem Logistiknetzwerk anders aufgestellt sei. Die reale Größe des Unternehmens, das jährlich rund 800.000 Fahrzeuge und etwa 100.000 selbst aufbereitete Autos bewegt, könne im Gegenteil als Schutzschild gegenüber neuen Wettbewerbern wirken.

Analystenerwartungen zu Auto1

Eine ebenfalls bullische Sicht haben die Analysten der Deutschen Bank: Sie bestätigten Ende Januar ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 37 Euro und erwarten im Bericht zum vierten Quartal, der für Ende Februar ansteht, erneut ein positives Wachstumsmomentum. Das Konsenskursziel, also der Durchschnitt aller Analysten, beläuft sich zudem auf interessante 34,88 Euro, was einem Kurspotential von satten 80 Prozent entspricht (zum Schlusskurs vom 12.2.2026 ). Anleger sollten allerdings im Blick behalten, dass Auto1 seinen letzten Geschäftszahhlen, die am am 5. November 2025 veröffentlicht wurden, die Analystenerwartungen beim Gewinn um etwa zehn Prozent verfehlte. Das zeigt, dass trotz operativer Fortschritte die Prognosesicherheit bei Auto1 noch nicht immer gegeben ist. Leider gibt auch die Charttechnik eine andere Richtung vor. 

Jahreszahlen und Charttechnik entscheidende Impulsgeber

Der Markt richtet den Blick nun auf die für den 25. Februar 2026 angekündigte Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das Jahr 2025. Diese dürften darüber entscheiden, ob sich die Aktie stabilisieren kann oder ob Zweifel an der Entwicklung bestehen bleiben. Neben dem operativen Wachstum werden Investoren besonders auf die Margen, die Preisentwicklung im Fahrzeugmarkt sowie Hinweise zur Kundennachfrage achten.

Mindestens bis dahin dürfte aber die Charttechnik dominieren - und diese zeichnet ein düsteres Bild:
Am 11. Februar vollendete der Schlusskurs von 21,70 Euro eine von Börsianern gefürchtete «Doppel-Top»-Formation (siehe nachfolgende Darstellung). Dementsprechend kam es am Donnerstag auch zu einem regelrechten Abverkauf. Daher ist aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 83 Prozent mit weiteren massiven Kursverlusten bei der Auto1-Aktie (ISIN: DE000A2LQ884) zu rechnen.

Chart Auto1 Group
https://www.tradingview.com/chart/?symbol=XETR%3AAG1
Chart Auto1 Group

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.

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