DIRK ELSNER

Überweisen mit WhatsApp und Co

Überweisen mit WhatsApp und Co

WKN: A0F5DE ISIN: US0567521085 Baidu.com Inc.

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17.01.2019 - 16:33
20.11.2015 07:22:00

In Deutschland, Europa und den USA wird sehr viel über neue Bezahlverfahren diskutiert und geschrieben. Einige wollen gar das Bargeld abschaffen, andere sehen das Ende des Bargelds noch weit weg. In jedem Fall sehen wir auch abseits des mobilen Bezahlens einen Boom neuer Anbieter, getrieben vor allem durch sehr große Technologiekonzerne.

von Dirk Elsner

Im Oktober äußerte ich mich in der Kolumne "Apple Pay - Top oder Flop?" erneut skeptisch zum Zahlen hierzulande mit dem Handy in Geschäften. Das Bezahlen im Supermarkt, der Tankstelle oder in Kneipen mit dem Smartphone ist derzeit dem kontaktlosen Bezahlen mit der Karte unterlegen. Mobile Payment löst bei der Bezahlung am Point of Sale unter den Gesichtspunkten Schnelligkeit, Sicherheit, Komfort und Kosten keine Problem der Nutzer, das nicht bequemer mit Bargeld oder Karten gelöst wird. Wir werden hier erst dann wesentliche Fortschritte sehen, wenn die Bezahlung mit dem Telefon genauso bequem funktioniert wie mit der Karte und es den Nutzern einen zusätzlichen Mehrwert bietet (wie z.B. einen elektronischen Kassenbon).

Ich schrieb aber auch, dass nicht alle Bezahlarten mit dem Smartphone ohne Zukunft sind. Apple Pay darf man nicht nur auf das Bezahlen im Geschäft reduzieren. Ich wies in der Kolumne darauf hin, dass Apple ein Patent für Person-zu-Person Zahlungen (= Peer-to-Peer = P2P-Payment) hält. Mit P2P-Zahlungen können sich Privatpersonen untereinander sehr einfach Geld überweisen und es natürlich für die Bezahlung von Rechnungen an Unternehmen verwenden. Dazu werden dann keine langen Kontonummern (wie in Europa die unhandlichen SEPA-Nummern) benötigt, sondern nur eine E-Mailadresse, eine Telefonnummer oder ein eindeutiger Nickname des Nutzers.

Das Wall Street Journal und die New York Times haben nun Mitte November bestätigt, dass Apple dieses Patent nutzen will und einen Peer-to-Peer Payment Service plane. Das Unternehmen stehe dazu in Gesprächen mit verschiedenen Banken. Der Service soll im nächsten Jahr bereit stehen. Ob dies Bestandteil von Apple Pay oder des früheren Services Passbook, der mittlerweile Wallet heißt, ist noch offen. Apple will aber offenbar einen größeren Kuchen am Zahlungsverkehr.

Andere spekulieren sogar, dass Apple dieses Zahlsystem als ein Feature von iMessage planen könnte. Mit iMessage können Personen zwischen zwei oder mehr Geräten Textnachrichten, Bilder, Videos, Kontakte und andere Dateien ausgetauscht werden, warum also nicht auch Zahlungsnachrichten. Wie immer äußert sich der Konzern nicht im Vorfeld zu neuen Produkten und Leistungsmerkmalen.

Auf Seite 2: Das Erfolgspotenzial der "Killer Apps"



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