Gold hat sich als Wertaufbewahrungsmittel bewährt. Als moderne Tauscheinheit ist das Edelmetall zwar ungeeignet, doch als Recheneinheit oder Wertmaßstab liefert es bis heute bemerkenswerte Erkenntnisse über Vermögen, Kaufkraft und den realen Wert von Geld.

Gerade in Zeiten steigender Preise und wachsender Staatsverschuldung rückt diese Eigenschaft erneut in den Fokus. Denn Gold misst nicht den nominalen, sondern den realen Wert von Gütern und Vermögen. Während Papierwährungen über Jahrzehnte an Kaufkraft verlieren, bleibt die Vergleichsbasis Gold erstaunlich stabil.

Wenn Preise in Goldunzen berechnet werden

Einen besonders anschaulichen Zugang zu dieser Betrachtungsweise bietet die Website pricedingold.com. Das Portal stellt eine Vielzahl langfristiger Charts zur Verfügung, in denen Preise nicht in Papierwährungen, sondern in Unzen Gold ausgewiesen werden. Von Aktienindizes über Immobilien, Rohstoffe und Konsumgüter bis hin zu Staatsanleihen lässt sich dort nachvollziehen, wie sich reale Werte über Jahrzehnte hinweg entwickelt haben.

Der große Nutzen dieser Darstellung liegt in ihrer Klarheit: Während nominelle Preise fast zwangsläufig steigen, zeigen die in Gold gerechneten Zeitreihen häufig ein deutlich ruhigeres Bild. Viele Vermögenswerte bewegen sich in Gold weniger stark nach oben, teilweise sogar nach unten. Damit wird sichtbar, dass ein Großteil der vermeintlichen Wertzuwächse weniger auf realem Wachstum beruht, sondern vor allem auf dem fortschreitenden Kaufkraftverlust der Währungen.

Gerade für langfristig orientierte Anleger bietet diese Perspektive einen enormen Erkenntnisgewinn. Pricedingold.com ermöglicht es, historische Entwicklungen von kurzfristigem Marktrauschen zu trennen und Vermögenswerte in einem stabilen Maßstab zu betrachten. Gold fungiert dabei nicht als Spekulationsobjekt, sondern als neutraler Referenzpunkt, an dem sich reale Kaufkraft messen lässt.

Wer auf der Suche nach Stabilität ist, wird möglicherweise im Stabile-Werte-Index von BÖRSE ONLINE fündig

Gold (ISIN: XC0009655157)

Dow-Jones zu teuer oder Gold zu günstig?

Auch Robert Hartmann, Edelmetallexperte und Mitgründer des Edelmetallhauses pro aurum, sieht im aktuellen Marktumfeld Anzeichen für einen grundlegenden Wandel. Seiner Einschätzung nach befinden wir uns möglicherweise am Beginn einer neuen Ära, in der Gold wieder verstärkt als Orientierungsgröße für wirtschaftliche Entwicklungen dient. In solchen Phasen gewinne das Edelmetall an Aussagekraft, während andere Märkte an Klarheit verlieren.

Hartmann plädiert dafür, den Blick nicht ausschließlich auf Preise in Euro oder Dollar zu richten. Viel aussagekräftiger sei es, Gold in Relation zu anderen Anlageklassen zu betrachten. Gerade diese Vergleichsmaßstäbe lieferten wertvolle Hinweise auf Über- oder Unterbewertungen innerhalb des Finanzsystems. Während der Eurokrise (2011) und in den 80er-Jahren kostete der Dow-Jones (siehe Chart) zeitweise weniger als 200 Gramm Gold (aktuell: 300 Gramm).

Überträgt man diese historischen Zusammenhänge auf die heutige Situation, ergibt sich laut Hartmann ein spannendes Bild. Bei einem aktuellen Dow-Jones-Stand von rund 49.000 Punkten lasse sich daraus ableiten, dass entweder der Goldpreis noch erhebliches Aufwärtspotenzial besitze oder die US-Aktienmärkte vor einer deutlichen Korrektur stehen. Ebenso möglich sei eine Kombination aus beiden Entwicklungen.

Fazit: Aus dieser Perspektive wird Gold weniger als kurzfristiges Investment betrachtet, sondern vielmehr als übergeordneter Maßstab zur Einordnung struktureller Verschiebungen an den Finanzmärkten – ein Ansatz, der gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Dow-Jones in Gramm Gold
Dow-Jones in Gramm Gold

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