Der Goldpreis hat seine kleine Konsolidierung offenbar wieder beendet. Am Dienstag erreicht das Edelmetall fast wieder die 2.000-Dollar-Marke. Vor allem der schwache US-Dollar trägt zum Preisanstieg bei. Doch auch eine Meldung aus den Niederlanden lässt aufhorchen: Die Zentralbank bestätigt, ihre Goldreserven massiv aufzustocken. Der Grund beunruhigt.

Die niederländische Zentralbank – De Nederlandsche Bank (DNB) – verwaltet mehr als 613 Tonnen Gold als Teil ihres Gesamtvermögens. Stand Juni 2023. In einem aktuellen Interview hat die DNB nun mitgeteilt, dass sie ihre Goldreserven im Verhältnis zum BIP an die anderer Länder der Eurozone und außerhalb Europas angeglichen hat. Wenn es zu einer Finanzkrise komme, werde der Goldpreis in die Höhe schießen, und die offiziellen Goldreserven könnten laut DNB dann zur Untermauerung eines neuen Goldstandards verwendet werden. 

Finanzkrise? Neuer Goldstandard? Was wissen die Holländer, was wir nicht wissen? Der Goldstandard ist eine alternative Währungsordnung, bei der die Währung entweder aus Goldmünzen besteht oder aus Banknoten, die einen gewissen Anspruch auf Gold repräsentieren und in Gold eingetauscht werden können.

So etwas gab es zuletzt in den 70er-Jahren. US-Präsident Richard Nixon hatte 1969 Lohn- und Preiskontrollen eingeführt und die Konvertierbarkeit des US-Dollars in Gold aufgehoben. Ab 1975 waren die Amerikaner dann wieder frei, ihre durch hohe Inflation rasch an Wert verlierenden Dollar-Bestände in Gold zu tauschen. Das taten sie dann auch fleißig: Der Goldpreis stieg in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahr dramatisch an – von etwa 180 Dollar im Jahr 1975 auf satte 850 Dollar im Januar 1980. 

Immer wieder kochen Vermutungen hoch, dass die massiven Gold-Käufe verschiedene Zentralbanken zur Absicherung einer möglichen Weltkrise getätigt werden. Auch China und Indien zum Beispiel haben ihre Gold-Bestände in den vergangenen Monaten deutlich weiter aufgestockt.

Der Goldpreis zieht jedenfalls wieder an. Am Dienstag-Mittag erreicht der Preis für eine Feinunze Gold (ca. 31,1 Gramm) am Spotmarkt mit 1.995 Dollar das höchste Niveau seit Anfang November. Der Preis des in US-Dollar gehandelten Edelmetalls profitiert von der aktuellen Dollar-Schwäche. Ein Euro steigt im Gegenzug zeitweilig auf 1,0964 Dollar.

10-Monats-Chart Gold  (Feinunze in US-Dollar, Spotmarkt)
TradingView.com
10-Monats-Chart Gold (Feinunze in US-Dollar, Spotmarkt)

Mit ihrer Aussage, dass Gold der sichere Hafen bei einem Finanzkollaps sein wird, gesteht die DNB ein, dass ihre eigene Währung (der Euro) nicht allen Stürmen standhalten wird. Indirekt ermutigt die DNB dadurch die Menschen auch, Gold zu besitzen, um sich vor finanziellen Schocks zu schützen – auch bei einem möglichen Übergang zu einem goldbasierten Währungssystem.

Unabhängig vom großen 'Bäng': Längerfristig bleibt Gold auch vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Risiken haltens- bzw. kaufenswert. BÖRSE ONLINE meint: Bis zu einem Fünftel des privaten Anlageportfolios sollte mit Gold bestückt sein. 

Mark Valek, Partner des Liechtensteiner Vermögensberaters Incrementum, hatte vor ein paar Wochen ein langfristiges Kursziel von 4.800 Dollar bis zum Jahr 2030 für Gold genannt. Auf dem Weg dorthin könnten bereits im nächsten Jahr neue historische Höhen erreicht werden und 2025 etwa 2.500 Dollar.

Physisches Gold erwirbt man durch Münzen oder Barren. Oder per mit physischem Gold hinterlegtes Zertifikat. Ein Sparplan – etwa in Xetra-Gold – sollte sich längerfristig sehr positiv entwickeln. Das mit physischem Gold hinterlegte Xetra-Gold der Deutschen Börse AG ist auch im Stabile Werte Index von BÖRSE ONLINE hoch gewichtet enthalten. Daneben finden sich in dem Index noch 18 Aktien, die sich in wirtschaftlich schwierigem Umfeld als besonders stabil erwiesen haben. Den Index können Anleger nahezu 1:1 über ein Indexzertifikat (etwa ISIN: DE000DA0ABL9) abbilden.

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