EDELMETALL-REPORT

Goldpreis: Terminmärkte sorgen für Verkaufsdruck

Goldpreis: Terminmärkte sorgen für Verkaufsdruck

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

30.09.2020 06:00:00

Der am Freitagabend veröffentlichte Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC war von starkem Verkaufsdruck unter großen Terminspekulanten gekennzeichnet. Von Jörg Bernhard

Lediglich leicht rückläufig war das allgemeine Interesse an Gold-Futures. Hier stellte sich bei der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) in der Woche zum 22. September ein minimales Minus von 578.900 auf 575.900 Futures (-0,5 Prozent) ein. Während Großspekulanten (Non-Commercials) massiv Gold-Futures verkauft haben, sind Kleinspekulanten (Non-Reportables) signifikant optimistischer geworden. Die kumulierte Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten hat sich dennoch deutlich ermäßigt und musste per Saldo einen Rückschlag von 285.200 auf 266.400 Kontrakte (-6,6 Prozent) hinnehmen. Dies stellte den geringsten Optimismus seit über drei Monaten dar.

Die Tendenz unter den großen Terminspekulanten war eindeutig: Sie haben ihr Long-Engagement gegenüber der Vorwoche um 15.500 Futures reduziert und ihr zugleich ihr Short-Exposure um 6.400 Kontrakte aufgestockt. Dadurch brach deren Netto-Long-Position von 241.000 auf 219.100 Futures (-9,1 Prozent) regelrecht ein. Völlig konträr entwickelte sich hingegen die Stimmung unter den Kleinspekulanten. Hier war nämlich auf Wochensicht bei der Netto-Long-Position ein markantes Plus von 44.200 auf 47.300 (+7,0 Prozent) gemeldet worden.

Die Gewinnmitnahmen an den Terminmärkten ließen den Goldpreis in der vergangenen Handelswoche unter die Marke von 1.900 Dollar abrutschen und verursachten auf Dollarbasis einen Verlust von 4,6 Prozent. Weil der Greenback zugleich in höhere Regionen tendierte, fiel für europäische Goldbesitzer das Minus mit 3,0 Prozent nicht ganz so heftig aus. Da die Dollarstärke höchstwahrscheinlich nicht von nachhaltiger Natur sein dürfte und "echte" Verkaufsgründe derzeit eher Mangelware sind, sollten sich Goldinvestoren von der aktuellen Entwicklung auf keinen Fall verunsichern lassen.

Hochspannung vor US-Arbeitsmarktdaten


Einmal pro Monat erwarten die Akteure an den Goldmärkten die Datenflut vom US-Arbeitsmarkt. Aufgrund der durch Corona verursachten Verwerfungen hat sich deren Einfluss eher verstärkt als nachgelassen. In den kommenden Tagen stehen zu diesem Thema gleich mehrere Indikatoren zur Bekanntgabe an. Los geht`s am Mittwoch mit ADP-Monatsbericht über die Zahl neu geschaffener Stellen. Am Donnerstag folgen dann noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Challenger-Bericht über Stellenstreichungen. Die "höchsten Wellen" dürfte allerdings der für Freitag anberaumte Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums schlagen. Dann erfahren die Marktakteure nämlich, wie sich in den USA im September die Arbeitslosenrate entwickelt hat. Mit Argusaugen dürfte vor allem die Zahl neu geschaffener Stellen beobachtet werden. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich die Arbeitslosenrate von 8,4 auf 8,2 Prozent zurückgegangen und die Zahl neu geschaffener Stellen von 1,37 Millionen auf 920.000 gesunken sein. Zur Erinnerung: Im April gab es einen "Aderlass" von fast 21 Millionen Jobs und im Juni einen Stellenzuwachs von fast 4,8 Millionen zu beobachten. Dies zeigt vor allem eines: ein hohes Maß an Verunsicherung.

Aus charttechnischer Sicht haben sich die Perspektiven des Goldpreises markant eingetrübt, nachdem die oberhalb von 1.900 Dollar verlaufende Unterstützungszone unterschritten wurde. Der nächste (relativ schwach ausgeprägte) Boden ist im Bereich von 1.800 Dollar angesiedelt. Dieser sollte unbedingt verteidigt werden, da massiver charttechnischer Halt erst wieder im Bereich von 1.700 Dollar zu erwarten wäre. Problem dabei: Die langfristige 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei 1.726 Dollar. Sollte sie verletzt werden, wäre dies als starkes charttechnisches Verkaufssignal zu werten und es könnte zusätzlicher chartinduzierter Verkaufsdruck aufkommen. Angesichts der fundamentalen Nachrichtenlage scheint ein solches Negativszenario allerdings eher unwahrscheinlich zu sein.

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