ROHSTOFFE

Kaffee: Ist das Aufwärtspotenzial ausgereizt? Diese Möglichkeiten haben Anleger

Kaffee: Ist das Aufwärtspotenzial ausgereizt? Diese Möglichkeiten haben Anleger

WKN: A0J2ZW ISIN: KYG9361X1043 Vietnam Holding LtdShs

14.12.2019 10:30:00

Die Leibspeise des in Süd- und Südostasien verbreiteten Fleckenmusangs sind reife Früchte des Kaffeestrauchs. Die Magenenzyme der Schleichkatze spalten die Bitterstoffe der Bohnen auf, diese werden aber ansonsten unversehrt wieder ausgeschieden. Für diese Bohnen greifen Kaffeeliebhaber tief in die Tasche. Ein Kilo wird zwischen 800 und 1200 Euro gehandelt. Von Petra Maier

Von solchen Preisen können Kaffeebauern nur träumen. Ein britisches Pfund (453 Gramm) Rohkaffee brachte in der absoluten Hochpreisphase 2011 gerade einmal drei Dollar. Ein Niveau, das nie wieder erreicht wurde. Im Gegenteil. Der Abwärtstrend läuft seit Jahren. Im Sommer fiel der Preis sogar für eine kurze Zeit unter 90 US-Cent für das Pfund.

Am Weltmarkt gab es ein deutliches Überangebot an Kaffee. Mehr als die Hälfte der Bohnen stammt aus Brasilien und Vietnam. Dieser Anteil dürfte nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums weiter steigen. Allein auf Brasilien entfällt mehr als ein Drittel der weltweiten Ernte. Im vergangenen Jahr meldete das Land eine Rekordernte von 62 Millionen Säcken (Einheit: 60 Kilogramm) Kaffee - und das, obwohl die Anbaufläche seit mehreren Jahren rückläufig ist.

Während kleine Bauern aufgeben, rüsten die großen Kaffeeplantagen auf. Bewässerungssysteme und gezieltes Düngen steigern die Produktion. Erntemaschinen erleichtern die Arbeit und senken die Kosten. Auf den brasilianischen Farmen werden so im Schnitt 1,5 Tonnen pro Hektar erzielt. Das sind 40 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. In Vietnam, das hauptsächlich Kaffee der Sorte Robusta anbaut, setzt man auf Mischkulturen. In den Kaffeeplantagen wachsen Mango- und Avocadobäume. Das schützt die Kaffee­pflanzen und maximiert die Erträge. Im Schnitt fahren die asiatischen Bauern rund 2,5 Tonnen pro Hektar ein. In Brasilien ist die Ernte 2019/20 abgeschlossen. Im zweijährigen Zyklus bei Arabica-Kaffee handelte es sich um ein Niedrigertragsjahr. Die Ernte fiel nicht ganz so gut aus wie zwischenzeitlich erwartet und niedriger als die Rekordernte des Vorjahres, ist aber mit 49 Millionen Säcken noch immer sehr hoch. Damit traf die an der Börse gehegte Erwartung eines Angebotsdefizits nicht ein. Der Preis hatte sich in den vergangenen Monaten vom Tief erholt. Die Rohstoff­experten der Commerzbank gehen davon aus, dass damit das Aufwärtspotenzial weitgehend ausgereizt ist. Zumal Vietnam gerade mit der Ernte begonnen hat. Sie soll ähnlich gut wie die vergangene ausfallen. Mutige Anleger setzen auf einen Preisverfall.


Bildquelle: Oswaldo Rivas/Reuters, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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