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Kaffeepreis: Warum die Bohne jetzt ins Depot gehört

Kaffeepreis: Warum die Bohne jetzt ins Depot gehört

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28.06.2019 - 15:43
05.03.2019 03:10:00

Verschiedene Faktoren sprechen dafür, dass die Bohnen im Verlauf des Jahres deutlich teurer werden. Anleger können jetzt günstig einsteigen. Von Julia Groß, Euro am Sonntag




Kaffeepflanzen, insbesondere solche der Sorte Arabica, haben einen bestimmten Wachstumsrhythmus. In einem Jahr stecken sie nahezu alle verfügbaren Nährstoffe in die Fruchtentwicklung, im folgenden Jahr haben dann das Wachstum der Pflanze und die Bildung von neuem Holz Vorrang. Je nach Anbaugebiet und Wettersituation kann sich dadurch ein recht ausgeprägter Wechsel zwischen ertragreichen und weniger ertragreichen Jahren ergeben.



In Brasilien, dem weltgrößten Anbauland, ist dieser Wechsel klar an den Erntemengen erkennbar. 2018 war nicht nur ein "fettes" Jahr in Brasilien, auch die Wetterbedingungen erwiesen sich weltweit als außergewöhnlich günstig. Folglich wurde eine Rekordernte eingefahren. Der globale Kaffeemarkt ächzt aktuell mit rund vier Millionen Säcken unter dem höchsten Angebotsüberschuss seit 16 Jahren.

Günstiges Einstiegsniveau

Das drückt auf die Preise: Arabica-Bohnen werden seit Anfang des Jahres zu Preisen um 100 US-Cent pro Pfund gehandelt, vor einem Jahr lag der Preis noch bei rund 130 Cent pro Pfund. Auch Robusta-Bohnen, die mit ihrem kräftigeren und eher bitteren Aroma zum ­Beispiel Espressomischungen beigefügt oder zu Instant-Kaffee verarbeitet werden, sind mit rund 1.500 Dollar pro Tonne so billig wie schon lange nicht mehr.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Rohstoffhändler und Analysten rechnen jedoch damit, dass sich die Verhältnisse bis Jahresende umkehren und mindestens am Arabica-Markt die Nachfrage das Angebot übersteigt. Denn Brasiliens Plantagen befinden sich überwiegend im "schwachen" Jahr. Zudem lassen die niedrigen Preise den Farmern seit Monaten nur wenig Spielraum für Investitionen, was negative Auswirkungen auf die Produktion haben dürfte. Ein dritter Faktor ist die Währung: Marktbeobachter erwarten, dass der brasilianische Real zum US-Dollar aufwerten wird. Ein starker Real lässt für gewöhnlich die Kaffeepreise steigen.

Zum Jahresende 2019 sehen viele Rohstoffexperten daher deutlich höhere Kaffeepreise: Die Prognosen der Commerzbank für das vierte Quartal liegen beispielsweise bei 130 Cent pro Pfund für Arabica und 1.700 Dollar pro Tonne für Robusta. Citigroup-Analyst Aakash Doshi rät Anlegern, auf dem ­aktuellen Niveau zu kaufen. Er glaubt, dass Arabica-Futures im Jahresverlauf bis auf 120 Cent pro Pfund klettern.

Anleger können mit der Schuldverschreibung ETFS Coffee (ISIN: DE000A0KRJT2) auf steigende Kaffeepreise setzen. Sie bildet die Entwicklung der im Bloomberg-Rohstoffindex enthaltenen Kaffee-Futures eins zu eins ab. Es besteht ein Währungsrisiko, die Gebühr liegt bei 0,49 Prozent pro Jahr.



Bildquelle: Istockphoto

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