Der Iran-Krieg hält die Märkte weiter in Atem. Nachdem sich eine friedliche Lösung abzeichnete, kam es nun wieder zu Feuergefechten in der geopolitisch relevanten Straße von Hormus.
Eine extrem fragile Waffenruhe hat die Vereinigten Staaten und den Iran von weiteren Kämpfen abgehalten - zumindest war das der Plan. Doch immer wieder kommt es zu Kämpfen zwischen US-Soldaten und dem iranischen Militär. Entsprechend nervös reagieren die Märkte. Vor allem der Rohölpreis zeigt sich volatil.
Was ist geschehen?
Die Straße von Hormus gilt als wichtigste Handelsroute für Rohöl aus dem Iran, Saudi-Arabien, Irak und weiteren Ländern. Im anhaltenden Iran-Krieg wurde die Engstelle zeitweise durch das iranische Militär blockiert, wodurch es immer wieder zu Kämpfen kommt. Seit dem Waffenstillstand von 8. April, der ursprünglich nur zwei Wochen halten sollte, sich anschließend aber durch eine von US-Präsident Donald Trump angekündigte Verlängerung etwas stabilisierte, entspannte sich die Lage etwas.
Dennoch ist die besagte Waffenruhe sehr fragil. So dürfte es kaum jemanden verwundern, dass es am gestrigen Tag erneut zu einem Gefecht kam. Beide Seiten sehen die Schuld nicht bei sich. Trump schrieb in einem Post vom 8, Mai 2026 auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social sogar von einer "kompletten Zerstörung" der iranischen Truppen, die in das Gefecht verwickelt gewesen seien. Während die Vereinigten Staaten von einer Verteidigung sprechen, wirft der Iran den USA eine Aggressionstat vor. Solche Situationen sind entscheidend, denn sie beeinflussen eine der wichtigsten Ressourcen der Welt - das Rohöl.
So reagiert der Rohölpreis darauf
Bereits im April sank der Preis pro Barrel Brent von 109,27 US-Dollar auf 94,75 US-Dollar. Durch mehrere Eskalationen und das Scheitern von Friedensverhandlungen stieg der Kurs jedoch wieder gegen Ende des Monats. Seit Montag war der Kurs erneut unter die 100-Dollar-Marke gefallen. Nach den Gefechten am vergangenen Tag stieg der Preis pro Barrel jedoch erneut auf über 101 US-Dollar. Durch die anhaltenden Gefechte ist der Kurs äußerst volatil und sorgt nicht nur bei Anlegern für Sorgenfalten auf der Stirn.
Auch Unternehmen, wie etwa Bayer oder BASF, die auf den Rohstoff angewiesen sind, leiden unter den hohen Kosten.
China als Friedensvermittler
Eine Wendung ist dennoch in Sicht: Der US-Präsident wird am 14. und 15. Mai mit einer kleinen Delegation in Peking eintreffen und sich dort mit dem chinesischen Staatsoberhaupt Xi Jinping treffen. Die Strafzölle und Verhandlungen in Bezug auf seltene Erden dürften hierbei jedoch in den Hintergrund geraten. Erst kürzlich empfing China den iranischen Außenminister, was die Hoffnungen auf einen Frieden befeuerte und den Rohölpreis ebenfalls senkte. Ein ähnliches Phänomen ist also nicht unwahrscheinlich.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Straße von Hormus so wichtig?
Bei der Straße von Hormus handelt es sich um eine Meerenge und wichtige Handelsroute für Rohöl aus dem Iran, Irak und weiteren Golfstaaten.
Wann wurde die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran beschlossen?
Am 8. April beschlossen die Staaten einen Waffenstillstand, der für zwei Wochen anhalten sollte. US-Präsident Trump verlängerte ihn anschließend.
Warum ist der Rohölpreis so volatil?
Die Schwankungen lassen sich vor allem durch das fragile Abkommen erklären. Immer wieder zeichnen sich Friedenszeichen ab, die jedoch durch Gefechte unterbrochen werden, was zu den steigenden und fallenden Kursen beim Rohöl führt.