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Warum der Zuckerpreis überraschend steigen dürfte

Warum der Zuckerpreis überraschend steigen dürfte
26.12.2019 19:00:45

Die sinkende oder stagnierende Produktion in den dominierenden Anbauländern führt zu Angebotsengpässen bei Zucker. Mutige Anleger verdienen daran. Von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Auf ein neues Jahreshoch von 13,62 US-Cent je Pfund ist der Preis für Zucker gestiegen. Seit September hat er sich damit um gut 25 Prozent erhöht. Das liegt vor allem daran, dass es in der laufenden Saison 2019/2020 wohl ein Angebotsdefizit am globalen Markt geben dürfte.

Die Internationale Zuckerorganisation ISO schätzt, dass die Nachfrage das Angebot um sechs Millionen Tonnen übersteigt. Auch für die Folgesaison 2020/2021 prognostiziert die ISO ein Angebotsdefizit. Ursache dafür ist, dass in den wichtigsten Anbauländern Bra­silien und Indien, aber auch in der EU und Thailand die Produktion sinkt oder stagniert, während die Nachfrage auf der ganzen Welt zunimmt.

Lieber Soja und Mais


In Brasilien dürfte es diese Saison laut Angaben des dortigen Branchenverbands Unica nur 27 Millionen Tonnen Zucker geben - was einem minimalen Zuwachs von 0,5 Millionen gegenüber der Vorsaison entspricht, die die schlechteste Ernteperiode seit elf Jahren war. Hinzu kommt, dass es wegen des fallenden Weltmarktpreises für den Agrarrohstoff im größten Land Südamerikas lange Zeit attraktiver war, Zuckerrohr zu Ethanol zu verarbeiten. Fahren doch viele Autos am Zuckerhut mit Bio­sprit. Zudem war es für zahlreiche Landwirte wirtschaftlich vorteilhafter, Soja und Mais anzubauen.

Im zweiten bedeutenden Erzeugerland Indien dürfte die Produktion sogar von üblicherweise rund 30 Millionen Tonnen in den Vorjahren auf nun 27 Millionen Tonnen zurückgehen. Dafür sind besonders übermäßige Regenfälle verantwortlich. Auch in der EU stagniert die Ernte. Und in Thailand, Nummer 4 der Spitzenanbauregionen weltweit, wird wegen Trockenheit ein Rückgang der Produktion um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf zwölf Millionen Tonnen erwartet.

Stark rückläufige Short-Positionen


Die unerwartet steile Aufwärtsbewegung beim Zuckerpreis seit September von knapp elf auf weit über 13 US-Cent hat dazu geführt, dass die Short-Positionen auf das Agrarerzeugnis sich mehr als halbiert haben. Dieser Trend dürfte sich verstärken, da der Zuckerpreis den starken Widerstand bei 13,42 US-Cent je Pfund deutlich überwunden hat. Nun ist charttechnisch der Weg bis mindestens 14 US-Cent frei, voraussichtlich noch weit höher.

Von der Hausse können risikobereite Anleger mit einem Turbo-Long-Zertifikat (ISIN: DE 000 CU6 CP7 7) der Commerzbank auf Zucker mit Hebel 1,95 profitieren. Vorsicht: Der Hebel wirkt auch vice versa, was hohe Verluste bedeuten kann. Die Knock-out-Barriere bei 6,61 US-Cent je Pfund ist derzeit rund 51 Prozent entfernt.

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