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Analyse: Mit Discount-Zertifikaten auf hoch volatile DAX-Werte setzen

Analyse: Mit Discount-Zertifikaten auf hoch volatile DAX-Werte setzen

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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22.03.2019 - 19:57
12.03.2019 03:25:00

Wer mit großen Rabatten auf hochvolatile deutsche Bluechips setzt, senkt das Risiko und kann attraktive Renditen erzielen. Von Emmeran Eder, Euro am Sonntag




Den Winterschlussverkauf gibt es zwar seit einigen Jahren nicht mehr, an der Börse ist es aber nun am Ende der kalten Jahreszeit trotzdem noch möglich, Schnäppchen zu ergattern. Obwohl beim DAX die Schwankungen nach dem Ende der Baisse wieder zurückgegangen sind, weisen manche DAX-Titel sehr starke Bewegungen auf. Vielen Anlegern ist es daher zu riskant, in diese zu investieren. Die hohe Volatilität hat für bestimmte Produkte, zum Beispiel Discount-Zertifikate, aber Vorteile. Diese werden sogar attraktiver.



Mit Discount-Papieren kaufen Anleger Aktien oder Indizes mit Rabatt auf den Börsenkurs. Der Discount wirkt dabei wie ein Puffer. Erst wenn er aufgebraucht ist, erleiden Inhaber der Zertifikate Verluste. Der Nachteil ist, dass die Gewinne durch eine Obergrenze, den Cap, begrenzt sind. Wird diese überschritten, sind keine weiteren Erträge mehr möglich - anders als bei einem Direktinvestment in Aktien. Daher eignen sich die Rabattpapiere vor allem für Seitwärts- oder moderate Aufwärts- und Abwärtsphasen, aber nicht für eine Hausse oder Baisse. Bei Börsenabstürzen sind die Verluste zwar geringer als mit Aktien - aber es gibt sie.

Discount-Papiere mit Vorteilen

Mittel- und langfristig orientierte Anleger fahren mit Discountern besser als mit Aktien oder Indexpapieren. Das haben mehrere Studien gezeigt. Die letzte ist von der Deutschen Bank. Sie umfasst den Zeitraum von 1999 bis Ende 2017.

Fast 56 Prozent aller untersuchten Discount-Zertifikate haben sich dabei über ihre Laufzeit besser entwickelt als ihr Basiswert. Bei Discountern auf Aktien waren es sogar fast 57 Prozent. Von den Basiswerten landeten nur 61,6 Prozent im Plus, während das bei fast vier Fünftel der Rabattpapiere der Fall war. Gut drei Viertel von Letzteren erzielten wiederum die maximal mögliche Rendite. Interessant ist zudem, dass sich 18,5 Prozent der Discount-Zertifikate positiv entwickelten, obwohl der zugrunde liegende Basiswert in der jeweiligen Zeitspanne Verluste einfuhr.

Überhaupt ist die Häufigkeitsverteilung der Renditen bei Rabattpapieren sehr verschieden zu Aktien oder Indizes. Mit fast zwei Dritteln der Discount-Zertifikate wurde eine Performance zwischen null und 20 Prozent erzielt, aber nur mit knapp 30 Prozent der Direktinvestments. Mit Aktien und Indexpapieren war auch die Verlustwahrscheinlichkeit mehr als doppelt so hoch.

Allerdings spielen diese bei hohen Kursgewinnen ihre Stärke aus, während Discount-Papiere wegen ihres Caps hier eindeutig das Nachsehen haben. "Discount-Zertifikate sind für Investoren interessant, die nicht von Bullenmärkten ausgehen. Dennoch sind mit ihnen signifikante Kursgewinne bei geringerem Risiko als mit Aktien oder Indexprodukten möglich", erklärt Rinol Hasaj, Derivate­experte der Deutschen Bank.

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Bildquelle: Istockphoto, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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