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Facebook-Aktie: Warum wir jetzt den Daumen senken

Facebook-Aktie: Warum wir jetzt den Daumen senken

WKN: A1JWVX ISIN: US30303M1027 Facebook Inc.

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27.10.2020 - 17:07
31.03.2018 14:20:00

Der Datenskandal vernichteten in wenigen Tagen mehrere Milliarden Dollar Börsenwert von Facebook. Vom Allzeithoch im Januar bei 193 Dollar ging es bis auf 168 Dollar steil nach unten. Auf dem Niveau scheint die Aktie vorerst zu konsolidieren. Ob das gelingt. Es gibt mehrere Gründe, wie angedrohte stärkere Regulierung, höhere Steuern und letztlich weniger Nutzer, die einen weiteren Kursrückgang auslösen könnten. Von Petra Maier

Sind es die schlimmsten Befürchtungen, die jetzt wahr werden? Whistleblower Edward Snowden nennt Facebook ein Überwachungsunternehmen, das sein Geld damit verdient, die Daten ihrer Nutzer zu sammeln, zu speichern und weiterzuverkaufen. Das dürfte aber eigentlich allen Facebook-Nutzern hinlänglich bekannt sein.



Das verwerfliche ist, dass Facebook 2014 der Beratungsfirma Cambrigde Analytica über die App "this is your digital life" Zugang zum Netzwert gewährte und die Firma nicht nur die Daten der Nutzer einsammelte, die den Bedingungen zustimmten. Über die App wurden auch die Daten von Facebook-Freunde dieser Nutzer gezogen. So kamen ohne Zustimmung und Wissen der Betroffenen, rund 50 Millionen Profile zusammen, die dann - so lautet der Vorwurf - für Meinungsbildung im US-Wahlkampf genutzt wurden. Nach eigenen Angaben hat Facebook bereits 2015 davon erfahren, die App gelöscht und Cambridge Analytica gebeten die Datensätze zu löschen.


Der Aufschrei unter den Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörden ist laut. Es ist nicht das erste Mal, dass Daten missbraucht wurden. Doch noch nie wurde ein Fall bekannt in dem so viele Daten illegal erhoben wurden. Facebook selbst ist vorzuwerfen, nicht transparent mit dem Datenmissbrauch umgegangen wurde und sich nicht selber von der geforderten Löschung der Daten überzeugt hat. Ohne den Whistleblower Christopher Wylie wäre der Fall so niemals an die Öffentlichkeit gelangt.

Weder bei den Facebook-Nutzern, noch an der Börse kommt das alles nicht gut an. Im Netz kursieren Aufrufe das Account zu löschen. An der Börse überwogen die Verkaufsorders. Schnell büßte der Kurs zehn Prozent ein. Und das mit Recht. Denn die Entwicklung des Unternehmens ist aus drei Gründen gefährdet. Zum einen könnten erhebliche Schadenersatzklagen wegen missbräuchlicher Datennutzung auf Facebook zukommen.

Wenn 50 Millionen klagen, kann ganz schön was zusammenkommen. Punkt zwei sind die EU-Pläne zur Einführung einer Digitalsteuer. Mit einer Verschärfung des Steuerrechts sollen gerade digitale Großkonzerne stärker zur Kasse gebeten werden. Die versteuern ihr Einkommen an Firmensitzen mit niedrigen Steuersätzen, anstatt dort wo der ökonomische Erlös auch stattgefunden hat. Drittens stellen die geforderten stärkeren Regulierungen durchaus eine Gefahr für das Geschäftsmodell des "Überwachungsunternehmens" dar, sollten sie denn kommen.

Auf Seite 2: Einschätzung der Redaktion



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