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Hebelpapiere: Rechnung mit Tücken - Wichtige Unterschiede zwischen Faktor­ und Knock­-out­-Zertifikaten

Hebelpapiere: Rechnung mit Tücken - Wichtige Unterschiede zwischen Faktor­ und Knock­-out­-Zertifikaten
22.03.2021 07:11:00

Warum in kräftig schwankenden Märkten Investoren Knock-out-Papiere den Faktorzertifikaten vorziehen sollten. Von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Lange Zeit hat sich der DAX in diesem Jahr tendenziell seitwärts bewegt, bei einem ständigen Auf und Ab. An solchen kurzen Auf- und Abwärtsbewegungen können risikobereite Anleger mit Hebelzertifikaten verdienen. Entweder setzen sie damit auf anziehende (long) oder auf fallende (short) Kurse eines Basiswerts.

Möglich ist das beispielsweise mit Faktor-Zertifikaten. Diese Produkte sind einfach zu verstehen. Sie verfügen über einen konstanten Hebel. Erhöht sich etwa der DAX an einem Tag um ein Prozent, klettert der Kurs des zugehörigen Long-Zertifikats, das einen Faktor von zehn hat, um zehn Prozent. Der Hebel wirkt aber leider auch vice versa: Gibt der DAX nach, verliert das Faktor-Zertifikat überproportional an Wert.

Es gibt aber noch einen anderen Nachteil: In Seitwärtsphasen kann es passieren, dass Investoren mit Faktor-Zertifikaten Miese machen. Schuld sind die Tücken der Prozentrechnung.

Um den Hebel konstant zu halten, wird dieser an jedem Handelstag neu justiert - auf Grundlage des Schlusskurses des Basiswerts vom Vortag. Steigt der Basiswert, etwa der DAX, an einem Tag um ein Prozent, zum Beispiel von 14.000 auf 14.140 Punkte, legt das Zertifikat mit dem Faktor zehn um zehn Prozent zu - etwa von 100 Euro auf 110 Euro. Fällt nun der DAX am Folgetag um ein Prozent auf 13.999 Punkte, gibt der Zertifikatekurs um zehn Prozent von 110 auf 99 Euro nach. Während der DAX fast wieder auf dem Ausgangslevel ist, verliert das Zertifikat ein Prozent.

Unangenehme Überraschung

Mit zunehmendem Auf und Ab wird diese Differenz zwischen DAX und Faktor-Zertifikat immer größer. In Haussephasen ist diese Art der Berechnung von Vorteil. Bei Seitwärtsbewegungen kann es jedoch zu unangenehmen Überraschungen kommen, weil der Zertifikatekurs zunehmend an Wert verliert, obwohl sich der Kurs des Basiswerts nur seitwärts bewegt. Das ist besonders bei Papieren mit hohem Hebel der Fall.

Diesem Problem können Anleger entgehen, indem sie auf Knock-out-Produkte setzen. In stark schwankenden Märkten sind diese die bessere Wahl, da sie die Entwicklung des Basiswerts eins zu eins nachvollziehen. So können in Zickzackmärkten kaum Verluste entstehen. Durch den geringeren Kapitaleinsatz verglichen zum Direktkauf des Basiswerts entsteht die Hebelwirkung.

Für Anleger, die erwarten, dass sich der DAX unter starken Schwankungen weiter moderat aufwärts bewegt, ist daher das Knock-out-Long-Zertifikat (ISIN: DE 000 MA3 CYZ 0) von Morgan Stanley mit Hebel fünf empfehlenswert. Die Knock-out-Barriere liegt bei 11.596 Punkten. Sinkt der DAX auf diese Marke, verfällt das Papier wertlos.

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