Ein nachbörslicher Kurssprung der Microsoft-Aktie half hierzulande den Technologietiteln - profitieren konnte auch der deutsche Halbleiterhersteller Infineon. Die Aktie zog seit Handelsbeginn fast drei Prozent an, nachdem der Kurs noch am Montag ein Mehr-Monats-Tief bei rund 34,28 Euro erreichte.

Der starke Ausblick des US-Konzerns Microsoft auf das dritte Quartal habe die Sorgen der Anleger bezüglich einer Wachstumsdelle gelindert, so ein Händler. "Ob das allerdings ausreicht, den Ausverkauf im Tech-Sektor zu stoppen, muss sich erst noch zeigen." Eine ausführliche Analyse zur Microsoft-Aktie lesen Sie hier.

Zudem brachte auch Infineon-Konkurrent Texas Instruments Quartalszahlen und hob die Prognose an: Der US-Chipkonzern erwartet im laufenden Quartal einen Umsatz über Analysten-Vorhersagen angesichts starker Nachfrage nach seinen Produkten für Autos, Smartphones und Laptops. Für das erste Quartal geht TI nun von einem Umsatz von 4,5 bis 4,9 Milliarden US-Dollar aus. Experten rechneten hier im Schnitt mit knapp 4,4 Milliarden Dollar. Die TI-Aktien gewannen im nachbörslichen Handel zeitweise sechs Prozent. Der US-Konzern gilt als Branchenbarometer, weil er Chips für eine Vielzahl von Produkten herstellt. Das dürfte Infineon zusätzlich Rückenwind liefern.

Ende der Chipkrise in Sicht


Am vergangenen Montag gab der Infineon-Automotive-Chef Peter Schiefer zudem bekannt, dass er bis spätestens Ende 2023 mit dem Ende der Chipkrise in der Autoindustrie rechnet.

Zudem dürfte das zweite Halbjahr des DAX-Konzerns besser als das erste werden. Bei selbst hergestellten Produkten wie der Leistungselektronik und Sensoren gebe es heute zum Teil schon keine Engpässe mehr. "Und wir werden bis zum Sommer weitestgehend lieferfähig sein. Die letzten Themen werden 2023 gelöst werden." Am 03. Februar legt Infineon die Zahlen für das erste Quartal offen.

Unsere Einschätzung zur Infineon-Aktie


Nach den positiven Microsoft- und Texas Instruments-Zahlen zeigte sich die Infineon-Aktie stark: Seit Börsenbeginn gewann das Papier gut drei Prozent. Noch am Montag notierte der Kurs so tief wie letztmals im Oktober 2021.

In den jüngsten Handelswochen bröckelte der Kurs vom einstigen Rekordhoch bei 43,46 Euro im November 2021 bis auf zeitweise 34 Euro ab. Das dürfte nicht allzu sehr überraschen: Technologiewerte sind derzeit bei Anlegern nicht sonderlich gefragt und fliegen aus den Depots. Der starke Microsoft-Ausblick hat die Gemüter nun kurzfristig beruhigt.

Die Zahlen von Texas Instruments zeigen, dass die Chiphersteller auf Wachstumskurs sind. Anleger sollten sich also nicht aus der Ruhe bringen lassen und die Kurse weiterhin zum Einstieg nutzen. Wir sagen: "Kaufen."

ak/rtr