Seit mehr als 25 Jahren begibt PCC aus Duisburg Anleihen für Privatanleger. Aktuell steht ein Papier mit 5,5 Prozent Zins in den Startlöchern – mit quartalsweiser Zahlung.
Duisburg mag der Firmensitz sein, doch PCC ist eine Beteiligungsholding, die weltweit tätig ist. Rund 3.200 Mitarbeiter erwirtschaften Umsätze in den Bereichen Chemie, Silizium und Logistik. Zu den wichtigsten Tochtergesellschaften zählen PCC Rokita, Osteuropas führender Produzent von Polyolen und bedeutender Chlorhersteller, sowie PCC Exol, einer der modernsten Tensideproduzenten Europas. Daneben ist man im Bereich Containerlogistik aktiv.
Gegründet 1993 von Waldemar Preussner, der als Alleinaktionär bis heute den Vorsitz im Aufsichtsrat innehat, erzielte die PCC-Gruppe im Geschäftsjahr 2024 einen Konzernumsatz von 960 Millionen Euro bei einem Ebitda von 88 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen belief sich auf 126,5 Millionen Euro — was man als deutliches Signal deuten kann, dass das Unternehmen auch in für die Chemiebranche herausfordernden Zeiten konsequent in die Zukunft investiert. Zahlen für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2025 stehen noch aus.
Was PCC im deutschen Anleihemarkt besonders auszeichnet, ist die einzigartige Emissionshistorie. Seit der Erstemission 1998 hat das Unternehmen mehr als 100 Anleihen begeben — die aktuelle Emission trägt die Nummer 102.
Zuverlässige Historie
Über 20.000 Anleger zeichneten bislang PCC-Anleihen im Gesamtvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro, wovon bereits über 1,2 Milliarden Euro fristgemäß zurückgezahlt wurden. 80 der bisherigen 101 Anleihen wurden planmäßig getilgt — ohne einen einzigen Zahlungsausfall, 20 Papiere sind noch ausstehend. Für Anleger, die Verlässlichkeit schätzen, ist diese Bilanz ein starkes Argument.
Aktuell in der Zeichnung ist eine Anleihe mit einem Zinskupon von 5,5 Prozent (siehe Kasten oben rechts). Ausgegeben wird das Papier am 2. März, mit einer Laufzeit bis 1. April 2031. Der Clou: Bei einem Emissionsvolumen von bis zu 30 Millionen Euro wird der Festzins zu gleichen Teilen quartalsweise ausgezahlt —
also viermal jährlich statt nur einmal. Die Rückzahlung erfolgt am Fälligkeitstag zu 100 Prozent des Nennwerts. In einem Umfeld, in dem Tages- und Festgeld wieder an Attraktivität verlieren, ist das ein Angebot, das sich sehen lassen kann — zumal der regelmäßige Zahlungsfluss einkommensorientierten Anlegern besonders entgegenkommt.
Die neue Anleihe kann stückzinsfrei bis 1. März 2026 direkt über PCC gezeichnet werden — spesenfrei ab 5.000 Euro, Stückelung ab 1.000 Euro. Danach ist die Zeichnung bis 29. Oktober 2026 mit Stückzinsberechnung möglich (vorzeitige Schließung vorbehalten). Die Einbeziehung in den Open Market der Frankfurter Börse ist für Anfang März 2026 geplant. Eine explizite Zweckbindung der Emissionserlöse nennt PCC nicht. Die Gelder dienen der Gruppe aber in der Regel als ergänzende Finanzierungsquelle neben Bankkrediten, wobei die Volumina konservativ ausfallen. Das Kapital fließt dann meist in strategische Wachstumsinvestitionen: 2024 etwa nahm PCC in Malaysia gemeinsam mit der Petronas Chemicals Group ein 50/50-Joint-Venture zur Produktion von Alkoxylaten in Betrieb. Zudem plant die Gruppe den Bau einer Chlor-alkali-Anlage in Mississippi, USA.
Bereits am 16. Februar 2026 hat PCC mit der Anleihe 101 eine weitere Emission platziert: mit einem Kupon von vier Prozent und zweijähriger Laufzeit bis Februar 2028 — für Anleger mit kürzerem Anlagehorizont. Das Papier kann bereits an der Börse Frankfurt gehandelt werden (WKN: A460Q5). Infos wie Prospekt und weitere Unterlagen zu beiden Anleihen gibt es für Interessenten unter pcc-direktinvest.eu. Wie bei jeder Unternehmensanleihe gilt: kein Einlagenschutz, Anleger tragen das Emittentenrisiko.
Dieser Artikel erschien zuerst in der BÖRSE ONLINE Ausgabe 10/26. Hier geht es zum digitalen Magazin.