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Rendite verkehrt rum: Warum Reverse-Bonus-Zertifikate zurzeit so interessant sind

Rendite verkehrt rum: Warum Reverse-Bonus-Zertifikate zurzeit so interessant sind

WKN: 920332 ISIN: US38141G1040 Goldman Sachs

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08.04.2020 - 08:01
23.03.2020 04:30:00

Reverse-Bonus-Zertifikate stellen das von Bonuszertifikaten bekannte Prinzip auf den Kopf: Ihr Wert steigt, wenn die Märkte fallen. Von Gian Hessami, Euro am Sonntag

Zack, so schnell kann es gehen. Noch vor einem Monat notierte der DAX auf Rekordstand - und dann der totale Absturz. Was können Anleger nun tun? Wer sich gegen fallende Kurse absichern und auch in seitwärts und moderat aufwärts laufenden Märkten Geld verdienen will, den könnten Reverse-Bonus-­Zertifikate interessieren.

Die Barriere, welche die Bonuszahlung sichert, befindet sich oberhalb des aktuellen Basiswertkurses - und nicht wie bei klassischen Bonus-Zertifikaten unterhalb. Solange der Basiswert, eine Aktie oder ein Index, die Barriere während der Laufzeit nicht berührt, erhalten Anleger den Bonus.

Das Reverse-Bonus-Zertifikat von Goldman Sachs auf den DAX (ISIN: DE 000 CH0 XRJ 5), das bis Mitte März 2021 läuft, verdeutlicht die Funktionsweise. Die Barriere liegt hier bei 13.200 Punkten. Erreicht der DAX bis zum Laufzeitende niemals diese Kursmarke, dann erhalten die Anleger 149 Euro. Der DAX notiert aktuell bei 9.450 Punkten. Aus dem derzeitigen Kaufkurs des Zertifikats von 133,31 Euro ergibt sich somit eine Rendite von 11,8 Prozent.

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Weitere wichtige Kennziffer ist der Bonus-Level, der bei diesem Produkt 3.600 Zähler beträgt. Fällt der DAX zur Fälligkeit unter diese Marke, profitieren Anleger zusätzlich am weiteren Kursverlust wie bei einem Short-Zertifikat.

Reverse-Level beachten


Steigt hingegen der Index stark und erreicht die Schwelle von 13.200 Punkten, entfällt der Anspruch auf die Bonuszahlung. Dann vollzieht das Zertifikat die Indexentwicklung spiegelverkehrt nach. Indexgewinne werden in Verluste gewandelt. Dabei können hohe Verluste entstehen.

Neben der Barriere ist der Reverse-Level eine wichtige Kennziffer. Wird die Barriere verletzt, errechnet sich der Auszahlungsbetrag bei Fälligkeit aus der Differenz zwischen Reverse-Level und Indexstand, unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses. Im obigen Beispiel liegt der Reverse-Level bei 18.500 Punkten. Der Auszahlungsbetrag wird folgendermaßen berechnet: (Reverse-Level - DAX-Stand) x 0,01. Sollte der Index den Reverse-Level erreichen, wird das Zertifikat wertlos.

Wer davon ausgeht, dass der Euro Stoxx 50, der aktuell bei 2.640 Zählern notiert, künftig schwächer performt als der DAX, kann sich das Reverse-­Bonus-Zertifikat von Goldman Sachs (ISIN: DE 000 CH0 Y2E 5) genauer ansehen. Das Papier läuft bis Mitte Dezember 2020 und kostet 40,34 Euro.

Der Abstand zur Barriere von 3.500 Punkten beträgt rund 33 Prozent. Wird die Barriere nicht erreicht, erhalten Anleger 43,20 Euro. Dies entspricht 7,1 Prozent Rendite. Der Reverse-Level liegt bei 5.200 Punkten, der Bonus-Level bei 880 Punkten.


Bildquelle: ppbig/123RF

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