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Zertifikate: Die Lieblinge der Deutschen, ein Überblick

Zertifikate: Die Lieblinge der Deutschen, ein Überblick
30.03.2019 07:15:01

Jedes Jahr geben Anleger Milliarden für Zertifikate aus. Es locken ansehnliche Renditen auch in schlechten Börsenzeiten. €uro stellt die beliebtesten Produkte vor. Von Oliver Ristau, €uro-Magazin

Mit Zertifikaten können Anleger gutes Geld verdienen. Doch wer nach dem "richtigen" Zertifikat sucht, der kann sich fühlen, als stünde er in einem Mega-Supermarkt vor übervollen Regalen. Die Auswahl an Zertifikaten ist kaum zu überblicken. Im Angebot sind zig Strategien auf fast jeden der ewig vielen Basiswerte. Wer da das für ihn exakt passende Zertifikat finden will, muss die "Inhaltsangaben" ganz genau unter die Lupe nehmen.



Der Markt boomt. Zertifikate sind börsennotierte Wertpapiere, deren Preise aus den Kursen anderer Vermögenswerte - etwa Aktien, Anleihen, Rohstoffe und eine Vielzahl von Indizes - abgeleitet werden. Es sind strukturierte Produkte, die mehrere Komponenten enthalten, die die Rendite bestimmen. Bei den Banken, die die Papiere herausgeben, brummt das Geschäft. Nach Daten der im Deutschen Derivate Verband (DDV) zusammengeschlossenen Emittenten lag das Marktvolumen in Deutschland Ende November bei 66 Milliarden Euro - rund ein Prozent mehr als im Vorjahr.


Etwa 1,7 Millionen verschiedene solcher derivativen Wertpapiere sind in Deutschland derzeit im Umlauf. Die größte Auswahl finden Anleger bei Hebelprodukten wie Knock-outs und Optionsscheinen. Sie stellen 70 Prozent aller Zertifikate, sind aber vor allem für diejenigen etwas, die schnell kaufen und verkaufen. Das zeigt sich an den Umsätzen. Mit den tendenziell risikoreicheren Hebelprodukten, bei denen potenziell hohen Gewinnen extreme Risiken bis hin zum Totalverlust gegenüberstehen, setzten 2018 die Börsen Frankfurt und Stuttgart 22 Milliarden Euro um - 55 Prozent des gesamten Ordervolumens.

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Die zweite Gruppe innerhalb der Zertifikate-Welt sind die Anlageprodukte - wie Discount-, Bonus-, Index- und Expresszertifikate -, zudem Kapitalschutz-Zertifikate und strukturierte Anleihen. Dort sind Anleger deutlich langfristiger investiert, was die im Vergleich niedrigeren Ordervolumina von insgesamt 17,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 erklärt.

Zugleich nehmen die Anleger für jede Transaktion von Zertifikaten wesentlich mehr Geld in die Hand als von Hebelprodukten. Während die durchschnittliche Ordergröße bei Langfristpapieren im Dezember 2018 bei mehr als 36 000 Euro lag, waren es bei Knock-outs und Co nur gut 4200 Euro. Unterm Strich wurde 30-mal mehr in Anlageprodukte investiert. Deren Kapitalisierung erreichte Ende des Jahres 64 Milliarden Euro; die der Hebelprodukte dagegen nur zwei Milliarden Euro.

Die gefragtesten Zertifikate. Am beliebtesten unter den Anlageprodukten waren laut DDV 2018 Discountzertifikate mit einem Anteil am Ordervolumen von 38 Prozent, knapp vor Bonuspapieren mit 35 Prozent. Auf Rang 3 folgen Indexzertifikate mit zehn Prozent. Bezogen auf das investierte Kapital liegen strukturierte Anleihen vorn. Dort waren Ende des Jahres 19,5 Milliarden Euro investiert - 30 Prozent des Gesamtvolumens. Dabei handelt es sich meist um schwer zu durchschauende Konstruktionen aus Zinskomponenten. Zusammen mit Kapitalschutz-Zertifikaten bildeten strukturierte Anleihen einst zwei Drittel des Markts. Doch weil solche Produkte vor zehn Jahren die Finanzkrise ausgelöst hatten, machen viele darum einen Bogen. Das hat mit dazu beigetragen, dass sich das Zertifikatevolumen in Deutschland seit 2007, als es mit 140 Milliarden Euro einen Höchststand erreichte, in etwa halbiert hat.

Anders als beim Kauf von Aktien und Anleihen investieren Anleger bei Zertifikaten nicht direkt in die zugrunde liegenden Wertpapiere. Sie sind vielmehr Schuldverschreibungen der Emittenten. Das heißt, dass Anleger - unter anderem - keinen Anspruch auf Dividenden haben. Zudem besteht das Risiko, dass Anleger bei einer Pleite des Emittenten ihr Geld verlieren können - unabhängig von der Wertentwicklung des Basiswerts. Die Bonität des Emittenten ist daher von großer Bedeutung.

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Bildquelle: BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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