Die Börse hat schon oft Lehrstücke in menschlicher Gier und Risiko geschrieben. Wir zeigen die zehn heftigsten Aktienabstürze weltweit, welche Summen dabei vernichtet wurden – und erklären die Ursachen der Verluste.

Die Börse lockt mit schnellen Gewinnen, doch immer wieder führen Gier, Überbewertung oder Managementfehler zu dramatischen Kursstürzen. Aktuell warnt sogar Goldman Sachs davor, dass die hohen Bewertungen, vor allem an den US-Märkten, die Gefahr eines Rückschlags schon bei kleinen Enttäuschungen stark erhöht haben.

Hinzu kommt, dass auch die Unternehmen unter Druck stehen, die gestiegenen Erwartungen Quartal für Quartal zu erfüllen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie sich dabei auch ein wenig Bilanzkosmetik bedienen, Umsätze vorziehen oder aufblasen – oder sogar komplett finden. Wir wollen das niemandem unterstellen, aber ein Blick zurück zeigt, wie schnell die Fassade gefeierter Börsenstars einstürzen kann – und was das Anleger dann kostet.

Die Flop Ten der teuersten Kurstürze

Hier sind zehn besonders markante, historische Abstürze, die Anleger teuer zu stehen kamen, sortiert nach dem vernichteten Börsenwert.


1. Dotcom-Blase (USA, 2000)

Der NASDAQ-Index fiel binnen weniger Monate von 5048 auf 1114 Punkte.

Vernichteter Börsenwert: ca. fünf Billionen US-Dollar (indexbasiert, viele Firmen wurden wertlos)

Ursache: Überbewertung, Spekulationsfieber, unrealistische Wachstumserwartungen.


2. WorldCom (USA, 2002)

Kurssturz: von 64 US-Dollar auf unter 1 US-Dollar

Vernichteter Börsenwert: rund 180 Milliarden US-Dollar

Ursache: Bilanzfälschung, Managementgier, Kontrollmängel.


3. AIG (USA, 2008 – Finanzkrise)

Kurssturz: von 70 US-Dollar auf 0,80 US-Dollar

Vernichteter Börsenwert: rund 99 Milliarden US-Dollar

Ursache: Exzessive Spekulation, systemische Risiken.


4. Nokia (Finnland, 2007–2012)

Kurssturz: von 60 Euro auf unter zwei Euro

Vernichteter Börsenwert: ca. 90 Milliarden Euro

Ursache: Technologischer Wandel, Managementfehler, fehlende Innovationskraft.


5. Enron (USA, 2001)

Aktien-Kurssturz: von 90 US-Dollar auf unter 1 US-Dollar

Vernichteter Börsenwert: rund 74 Milliarden US-Dollar

Ursache: Bilanzfälschung, Managergier, fehlende Aufsicht.


6. Lehman Brothers (USA, 2008 - Finanzkrise)

Kurssturz: von 86 US-Dollar auf null  US-Dollar (Insolvenz)

Vernichteter Börsenwert: rund 60 Milliarden US-Dollar (ohne Folgekosten durch die mitausgelöste Finanzkrise)

Ursache: Überschuldung, riskantes Investmentbanking, unregulierte Derivate.


7. General Motors (USA, 2009 – Insolvenz)

Kurssturz: von 60 US-Dollar auf 0,10 US-Dollar (Neuemission)

Vernichteter Börsenwert: rund 30 Milliarden US-Dollar

Ursache: Schuldenlast, Absatzprobleme, Marktkrise.


8. Volkswagen (Deutschland, 2015 – Diesel-Skandal)

Kurssturz: von 260 Euro auf 160 Euro – letzter Tiefststand 85 Euro im April 2025)

Vernichteter Börsenwert: rund 25 Milliarden Euro

Ursache: Rechtsrisiken, Vertrauensverlust, regulatorische Strafen.


7. Wirecard (Deutschland, 2020)

Kurssturz: von 200 Euro auf null.

Vernichteter Börsenwert: rund 20 Milliarden Euro

Ursache: Bilanzbetrug, Kontrollversagen, erfundene Geschäfte, fehlende Aufsicht.


6. Bear Stearns (USA, 2008)

Kurssturz: von 170 US-Dollar auf 2 US-Dollar (Übernahme durch Merrill Lynch)

Vernichteter Börsenwert: rund 10 Milliarden US-Dollar

Ursache: Engagement in toxischen Hypothekenpapieren, Liquiditätsprobleme.

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