Ein großer Auftrag aus Spanien und starke Auftragseingänge treiben diese TecDax-Aktie zu neuen Höhen. Anleger sehen in dem Konzern einen großen Profiteur der Energiewende und rechnen mit weiterem Wachstum.
Der Windenergieausrüster Nordex SE ist schon seit Monaten einer der heißesten Titel im Erneuerbare-Energien-Sektor. Die Aktie markierte jüngst mehrfach neue Mehrjahreshochs, getragen von einer Serie positiver Nachrichten aus dem operativen Geschäft und einem anhaltend starken Rückenwind durch die globale Energiewende. Nun verleiht eine frische Meldung dem Kurs neue Dynamik.
Großauftrag aus Spanien
Nordex hat in Spanien einen Großauftrag an Land gezogen. Das Unternehmen soll im Landesinneren einen Windpark mit 38 Windturbinen und insgesamt 246 Megawatt Leistung errichten. Ein bemerkenswerter Erfolg in einem der wichtigsten Energiemärkte in Europa. Der Vertrag mit dem spanischen Energieversorger Nadara, einem der größten unabhängigen Onshore-Projektierer, zeigt, dass man Nordex zutraut, auch große, komplexe Projekte termingerecht umzusetzen.
Hinzu kommt: Solche Aufträge gehen typischerweise mit langfristigen Service- und Wartungsverträgen einher, die über Jahre wiederkehrende Einnahmen schaffen. Gleichzeitig stärken sie Nordex’ Position gegenüber größeren Wettbewerbern wie Vestas, Siemens Gamesa oder Enercon.
Chartdynamik hält an
Nordex konnte 2025 gleich in mehreren Quartalen 2025 stark steigende Auftragseingänge melden. So lagen beispielsweise die Auftragseingänge im zweiten Quartal bei über 2.300 MW und damit rund 82 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Da auch die EBITDA-Margen steigen, begann im März 2025 eine Kursrally, die immer noch anhält. Seitdem hat das Nordex-Papier 155 Prozent zugelegt. Und das Momentum spricht für die Aktie: Allein in den ersten vier Handelstagen des Jahres 2026 kamen zwölf Prozent hinzu.
Globale Energiewende befeuert Nachfrage nach Windkraft
Nordex profitiert von dem weltweiten Trend zum Ausbau erneuerbarer Energien. Dabei ist die Windkraft für viele Staaten und Energieversorger eine zentrale Säule auf dem Eg zur Dekarbonisierung. Neben Europa gewinnen auch Märkte in Nord- und Südamerika an Bedeutung.
Hinzu kommt, dass erneuerbare Energien häufig staatlich gefördert werden und Entwickler teilweise langfristige Einspeisevergütungen bzw. Grünstrom-Zertifikate erhalten, was die Planungssicherheit erhöht. All das trägt dazu bei, dass Windkraftanlagen-Hersteller wie Nordex mittlerweile im Vergleich zu anderen Energie- oder Industriewerten von Investoren zunehmend als Wachstumswerte mit Substanz angesehen werden.
Das sind die Risiken
Dennoch bestehen weiterhin Risiken: Projektgetriebene Branchen können volatil sein, wie sich auch bei Nordex in der Vergangenheit gezeigt hat. Verzögerungen oder gar das Aussetzen von Genehmigungen, wie zuletzt bei Offshore-Projekten in den USA, die den dänischen Windparkbetreiber Oersted seit Monaten heftig belasten. Auch Engpässe in den Lieferketten beeinflussen die Ergebnisse direkt. Zudem ist der Wettbewerb in der Windkraftbranche intensiv,. Das gilt nicht nur für europäische Rivalen wie Vestas oder Siemens Energy, sondern vor allem für Billiganbieter aus China, die im Windkraftgeschäft mittlerweile eine große Rolle spielen.
Deutsche Bank Research hat das Kursziel für Nordex am Donnerstag von 30 auf 34 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Analyst John Kim rechnet mit einem starken vierten Quartal und preist ein, dass der Auftragseingang deutlich besser sein dürfte als am Markt erwartet.
Das Kursziel der BÖRSE-ONLINE-Redaktion
Das bisherige Kursziel der BÖRSE-ONLINE-Redaktion von 32,50 Euro hat die Aktie mittlerweile erreicht. Leser, die der Empfehlung in Heft 03/2025 folgten, liegen damit 179 Prozent im Plus. Das Votum der Redaktion lautet angesichts der neuen Nachrichten weiterhin „Kaufen“, das neue Kursziel liefern wir in einer der nächsten Ausgaben nach.
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