Dividenden sind aus Anlegersicht zur Generierung von Renditen wichtiger denn je. Warum das so ist, lässt sich leicht mit einem Verweis auf das vorherrschende Niedrigzinsumfeld erklären. So bewegte sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe am Mittwoch bei minus 0,53 Prozent.

Als ein wichtiger und vor allem verlässlicher Dividendenbringer haben sich in den vergangenen Jahren viele europäische Versicherungsaktien erwiesen. Allerdings ist auch dieser Status inzwischen gefährdet. Das wiederum hat mit dem Coronavirus und den unklaren Folgen der Pandemie auf die Ergebnisse der Branche zu tun. Zudem macht der Staat deswegen Druck auf die Versicherungsgesellschaften, mit Ausschüttungen eher sparsam zu sein, falls man sich nicht disqualifizieren will für den Fall, dass man eventuell wegen schlecht laufender Geschäfte staatliche Finanzhilfen benötigen sollte.

Zum besseren Verständnis: Am 2. April 2020 drängte die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) die Versicherungsunternehmen angesichts der vorherrschenden großen Unsicherheiten dazu, Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe vorübergehend auszusetzen, bis die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Covid-19 deutlicher werden. Viele der europäischen Regulierungsbehörden haben ähnliche Mitteilungen an die Versicherer geschickt. Infolge des Regulierungsdrucks haben einige Versicherer die letzte Tranche der Zahlungen für 2019 entweder teilweise gestrichen oder verschoben.

Die Analysten beim US-Finanzdienstleister CFRA sind vor diesem Hintergrund in einer aktuellen Studie der Frage nachgegangen, wie sicher aus ihrer sich die Dividendenzahlungen bei den großen europäischen Versicherungen ist. Zum Zeitpunkt der Drucklegung der Publikation war es den Angaben zufolge so, dass die Vertreter aus der europäischen Versicherungsindustrie auf eine durchschnittliche Dividendenrendite für 2020 von 6,9 Prozent kamen. Das ist ein Wert, der deutlich übe den für den S&P Europe 350 Index von 3,8 Prozent liegt.

Geschätzte Dividendenrendite 2020 für S&P 350 Europe und den Versicherungsaktien im Vergleich


Entwicklung der Differenz bei der Dividendenrendite zwischen dem S&P Europe 350 Index und den europäischen Versicherungsaktien


Die Tatsache, dass sich die Renditedifferenz zugunsten der Versicherer zuletzt noch vergrößert habe, spiegelt laut CFRA die Zweifel der Anleger an der Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen der Versicherer wider. Während einige Institute die Ausschüttungen für 2019 bereits teilweise gestrichen oder verschoben haben, gehen die davon aus, dass qualitativ hochwertige Versicherer mit starken Bilanzen in einer besseren Position sind, um auch nach Covid-19 eine attraktive Kapitalrendite aufrechtzuerhalten.

Nach einer Stresstestanalyse der Solvenzquoten der Versicherer und der Untersuchung einiger relevanter Finanzkennzahlen geht man bei CFRA davon aus, dass die meisten Versicherer nach wie vor in einer guten Position sind, um ihre Dividendenpolitik beizubehalten. BÖRSE ONLINE fasst nachfolgend die Ergebnisse zu zwölf Vertretern aus der europäischen Versicherungsbranche rund um Allianz, Münchener Rück & Co. zusammen.

Ergänzend noch die Information, dass CFRA in der Studi auf folgende Risikofaktoren hinweist. Demnach unterstellen die angestellten Analysen eine allmähliche Erholung der Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 2020, wenn die Länder beginnen, ihre Volkswirtschaften wieder zu öffnen. Wenn die Covid-19-Pandemie nicht eingedämmt werde und zu einem anhaltenden wirtschaftlichen Chaos führe, gehörten zu den Risiken höhere Schadenaufwendungen als erwartet, ein geringeres Prämienwachstum als erwartet sowie eine Verschlechterung der Qualität der Vermögenswerte und Dividendenkürzungen.

Aegon-Aktie



Die Aktien von Aegon aus den Niederlanden bieten laut CFRA im hausintern beobachteten Versicherungs-Aktien-Anlageuniversum eine der höchsten Dividendenrenditen. Nimmt man die Schätzungen des Analystenkonsensus zu den erwarteten Ausschüttungen für das laufende Jahr, dann bewegen sich diese bei 0,33 Euro je Aktie. Daraus wiederum errechnet sich bei einer aktuellen Notiz von 2,097 Euro eine Dividendenrendite von 15,7 Prozent.

Die zweite geplante Teilzahlung für das Geschäftsjahr 2019 hatte das Unternehmen allerdings gestrichen. Das heißt, für das Vorjahr sind nur 0,15 Euro geflossen, während die zweite Tranche in Höhe von 0,16 Euro je Anteilsschein ausgefallen ist. Nach Einschätzung von CFRA dürfte diese Entscheidung der Gesellschaft darauf zurückzuführen gewesen sein, dass die niederländische Zentralbank (DNB) eine Erklärung der EIOPA unterstützt hat, in welche die europäischen Versicherungen aufgefordert worden, die Dividendenzahlungen auszusetzen, bis mehr über die Auswirkungen von Covid-19 auf die Geschäftsaussichten der Branche bekannt ist.

Aus bilanztechnischer Sicht ist der US-Finanzdienstleister der Ansicht, dass Aegon in der Lage ist, die Dividendenausschüttungen zu leisten, da der Solvency-II-Koeffizient deutlich über dem internen Mindestziel von 150 Prozent liege. Das Engagement von Aegon bei Anleihen mit einem Rating von BBB und darunter sei moderat und die Nettoverschuldungsposition gesund. Auch der freie Cashflow erlaube die von Analysten erwarteten Dividendenausschüttungen.

Profil

Aegon N.V. zählt zu den führenden Versicherungsgesellschaften weltweit. Das Kerngeschäft der Unternehmensgruppe liegt in dem Vertrieb von Lebens- und Rentenversicherungen sowie von Finanz- und Investmentprodukten. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl an Lebensversicherungen - herkömmliche, befristete, universelle oder dauerhafte, die als Einzel- oder Kollektivversicherungen einschließlich Unfall- und Krankenversicherungen abschließbar sind. Spar- und Rentenprodukte in verschiedensten Ausführungen sichern die Zeit nach der Berufstätigkeit ab. Abgerundet wird das Angebot durch Anlageprodukte. Das Unternehmen ist in über 20 Ländern aktiv und versorgt ca. 47 Millionen Menschen.

Ageas-Aktie



Der belgische Versicherer Ageas bekundete am 8. April 2020 die Absicht, die ursprüngliche vorgeschlagene Bruttodividende von 2,65 Euro je Aktie für 2019 auch weiterhin zu zahlen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen der EIOPA und der belgischen Nationalbank im Zusammenhang mit der globalen COVID-19-Pandemie passe man aber die Verteilung an. Ageas wird der Hauptversammlung am 20. Mai 2020 eine erste Dividendenzahlung von 0,27 Euro je Aktie vorschlagen und im Oktober 2020 eine weitere Hauptversammlung mit der Absicht organisieren, sich von dieser die Zahlung der restlichen 2,38 Euro je Aktie genehmigen zu lassen.

Die CFRA-Analysten bezeichnen es als beruhigend, dass Ageas beschlossen hat, die letzte Tranche zu verschieben, anstatt sie zu annullieren. Legt man hier die Konsensschätzung der Analysten für die Zahlung für 2020 von 2,51 Euro je Aktie zugrunde, dann ergibt sich bei einer aktuellen Notiz von 30,41 Euro eine Dividendenrendite von 8,25%. Das wäre im Branchenvergleich überdurchschnittlich hoch.

Der Solvency-II-Koeffizient des Unternehmens lag Ende 2019 bei 217 Prozent gegenüber dem internen Mindestziel von 175 Prozent. Eine Stresstestanalyse von CFRA zeige, dass der Mark-to-Market-Solvabilitätskoeffizient des Unternehmens rund 230 Prozent betragen würde, da er positiv auf die Ausweitung der Spreads von Unternehmensanleihen ausgerichtet sei. Während die Dividende den freien Cashflow des Jahres 2019 übersteige, sind die CFRA-Analysten der Meinung, dass Aegon in der Lage sein wird, seine Dividendenausschüttung auf der Grundlage einer gesunden Bilanz aufrechtzuerhalten.

Profil

Ageas ist ein weltweit tätiger Versicherungskonzern, der in den Bereichen Versicherung, Bankdienstleistungen und Kapitalanlage tätig ist. Die Geschäftstätigkeit fokussiert sich auf Europa und Asien. In Europa gehört Ageas zu den Top-20-Versicherungsanbietern. Europäische Niederlassungen befinden sich in Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Portugal und in der Türkei. In Asien ist Ageas in China, Hong Kong, Indien, Malaysia und Thailand präsent. In Belgien, Portugal und Luxemburg gehört ageas im Bereich Lebensversicherung zu den Marktführern. In China gilt der Versicherungskonzern als zweitgrößter ausländischer Versicherer und besetzt auch an den anderen asiatischen Standorten Führungspositionen. Ageas vertreibt seine Produkte unter zahlreichen Marken wie Agallis, AKSigorta, eTiQa und UBI Assicurazioni.

Allianz-Aktie



Zum deutschen Versicherungskonzern Allianz führt CFRA aus, dass die Gesellschaft mitgeteilt habe, die Zahlung einer Dividende von 9,60 Euro je Aktie für 2019 beizubehalten. Gleichzeitig sei aber beschlossen worden, die zweite Tranche im Volumen von 750 Millionen Euro des Aktienrückkaufprogramms auszusetzen und damit den vorgeschlagenen Aktienrückkauf in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zu halbieren.

Die Finanzlage der Allianz ist nach Erachten der Analysten des US-Finanzdienstleisters nach wie vor solide, und die Solvency-II-Ratio liege deutlich über dem Mindestziel von 180 Prozent. Auch der Nettoverschuldungsgrad und die Dividende im Verhältnis zum freien Cashflow stünden der Dividendenzahlung nicht entgegen.

Vor diesem Hintergrund sollte die Ausschüttung ziemlich krisenfest sein und externen Belastungen standhalten können. Zumal die Erträge aus der Vermögensverwaltung und der Schaden- und Unfallversicherung stammen und somit diversifiziert seien. In einem Niedrigzinsumfeld wie aktuell sollte das zu angemessenen Gebühreneinnahmen und versicherungstechnischen Gewinnen führen. Bei einem aktuellen Kurs von 147,38 Euro errechnet sich aus der Zahlung für 2019 eine Dividendenrendite von 6,5 Prozent.

Profil

Die Allianz SE ist einer der weltweit führenden Versicherungs- und Finanzdienstleister. Die Gruppe bietet umfassenden Service in den Bereichen Schaden- und Unfallversicherung sowie Lebens- und Krankenversicherung an. Das Portfolio reicht dabei von allgemeinen Lebens-. Haftpflicht- und Autoversicherungen über Reise- und Kreditversicherungen bis hin zu Assistance-Leistungen. Zudem gilt die Gesellschaft weltweit als viertgrößter Vermögensverwalter und stellt Kunden zahlreiche Asset Management-Produkte und -Services zur Verfügung. Das Versicherungsangebot wird zudem in Deutschland. Italien, Frankreich, den Niederlanden und Bulgarien um Bankprodukte ergänzt.

Legal and General-Aktie



Die britische Legal and General, die unter anderem Lebens- und Krankenversicherungen anbietet, bestätigte laut CFRA am 3. April 2020 die Beibehaltung der finalen zweiten Dividendentranche für 2019 in Höhe von 0,1264 britischen Pfund. Der Ex-Tag dafür war auch bereits am 23. April und zusammen mit einer ersten Zahlung von 0,0493 Pfund ergibt sich darauf für das Vorjahr eine Gesamtzahlung von 0.1757.

Die Dividendenrendite für das Jahr 2020 würde sich basierend auf der Konsensschätzung von 0,181 Pfund je Aktie sowie einem aktuellen Kurs von 1,94 Pfund auf geschätzte 9,33 Prozent belaufen. Der Solvency-II-Koeffizient lag im Februar laut Management bei rund 174 Prozent (gegenüber 184 Prozent Ende 2019) und damit immer noch deutlich über dem Mindestziel von 140 Prozent.

Die von CFRA durchgeführte Mark-to-Market-Solvency-II-Ratio in der Stresstestanalyse beträgt 189 Prozent, da sie positiv auf die Ausweitung der Unternehmensspanne ausgerichtet ist. Das Verhältnis zwischen Dividende und freiem Cashflow sei nicht stark, aber das Unternehmen verfüge über einen hohen Barmittelbestand und die Qualität seiner festverzinslichen Wertpapiere sei solide. CFRA ist der Ansicht, dass die Ausschüttung aus der Bilanzperspektive heraus als nachhaltig einzustufen ist.

Profil

Legal & General Group plc ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen. Die Geschäftsbereiche sind in Legal & General Retirement (LGR), Legal & General Investment Management (LGIM), Legal & General Capital (LGC), Legal & General Insurance, Legal & General Savings und General Insurance gegliedert. Die Unternehmensgruppe bietet unter anderem fondsgebundene Rentenversicherungen, Risikolebensversicherung und Versicherungsprodukte und Vermögensverwaltung an. Sie vermarktet ihre Produkte über Banken, unabhängige Vermittler wie auch über Direktvertrieb.

Darüber hinaus ist Legal & General einer der größten Vermögensverwalter und Manger von britischen Pensionsfonds und betreut diverse FTSE-100 Unternehmen. Im Weiteren ist sie einer der bedeutendsten Investoren in britische Aktiengesellschaften. International ist die Gesellschaft hauptsächlich in den USA und in Europa präsent. Die Legal & General wurde bereits 1836 gegründet und ist heute eines der führenden britischen Financial Services Unternehmen mit rund zehn Millionen Kunden. Die Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in London, UK.

Münchener Rück-Aktie



Die deutsche Rückversicherungsgesellschaft Münchener Rück hat angekündigt, wie geplant für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von unverändert 9,80 Euro je Aktie auszuschütten. Gleichzeitig hat der DAX-Vertreter aber beschlossen, das Aktienrückkaufprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro für 2020/2021 bis auf weiteres einzustellen.

Die Münchener Rück hat laut CFRA auch die Prognose für das operative Ergebnis 2020 gestrichen, da sie eine Schadenbelastung durch die Absage und Verschiebung von Großveranstaltungen erwarte. Nichtsdestotrotz bleibe die Kapitalposition der Munich Re weiterhin stark, da die Solvency-II-Quote Ende 2019 bei 237 Prozent gelegen habe.

In einem von CFRA unterstellten Stresstest-Szenario sinke die Solvency-II-Quote auf 197 Prozent, liege damit aber immer noch über dem Mindestziel von 175 Prozent. 67 Prozent der im Besitz befindlichen festverzinslichen Wertpapiere hätten ein AAA- und AA-Rating. Das Kreditrisiko für die Münchener Rück stufen die Analysten als gering ein.

Auch der Nettoverschuldungsgrad und die Dividendendeckung unterstützten eine Ausschüttung für das Jahr 2020. Der Analystenkonsens kalkuliert mit 10,16 Euro je Anteilsschein. Bei einer aktuellen Notiz von 182,65 Euro ergibt sich daraus eine Rendite von 5,56 Prozent.

Profil

Die Münchener Rück ist eine der größten Rückversicherungs-Gesellschaften weltweit. Neben dem Kerngeschäft Rückversicherung ist der Konzern auch in den Bereichen Erstversicherung sowie in der Krankenrück- und Krankenerstversicherung außerhalb Deutschlands aktiv. Darüber hinaus ist einer der zentralen Unternehmensbereiche der Münchener Rück das Erstversicherungsgeschäft der ERGO-Versicherungsgruppe. Hier konzentriert sich die Gesellschaft auf Kunden in Deutschland und Europa. Die Münchener Rück ist weiterhin im Bereich Asset Management tätig.

Swiss Re-Aktie



Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat wie geplant für 2019 bereits eine Ausschüttung von 5,90 Franken je Aktie geleistet. Das waren 0,30 Franken mehr als für das Jahr zuvor. Ein anvisiertes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von einer Milliarde Franken wird aber nicht gestartet.

Die CFRA-Analysten sind der Meinung, dass auch die Zahlung für 2020 wie derzeit prognostiziert fließen kann. Der Analystenkonsens kalkuliert mit einer Dividende von 6,12 Franken je Anteilsschein. Bei einer aktuellen Notiz von 62,00 Franken wäre das gleichbedeutend mit einer Rendite von 9,87 Prozent für den Fall, dass die Rechnung aufgeht.

Wie der US-Finanzdienstleister zur Swiss Re weiter ausführt, lag Ende 2019 die Solvency-II-Quote bei 232 Prozent. In der durchgeführten Stresstestanalyse sei diese aber auf 187 Prozent gesunken und damit auf einem Wert unter dem von Swiss Re gesetzten Ziel von 220 Prozent. Dies sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Swiss Re den Swiss Solvency-Test anwende, der sensibler auf Veränderungen der Kreditspreads von Unternehmen reagiere.

Bei CFRA glaubt man aber, dass die zugrunde liegende Bilanzstärke weiterhin gesund ist. Zudem werde der Verkauf der ReAssure-Gruppe von Swiss Re an die Phoenix Group Holding voraussichtlich Mitte 2020 abgeschlossen sein. Es wird geschätzt, dass die Transaktion die SST-Ratio von Swiss Re um zwölf Prozentunkte verbessern wird.

Profil

Die Swiss Re ist ein international tätiges Rückversicherungsunternehmen und europaweit der zweitgrößte Rückversicherer. Sie bietet ihrem globalen Kundenstamm Risikotransfer, Risikofinanzierung und Asset Management. Die Aufgabe des Rückversicherers besteht darin, den Anteil von großen Risiken zu übernehmen, den die Erstversicherungsgesellschaften - vor allem solche, die auf nationaler oder regionaler Ebene tätig sind - nicht allein tragen können.

Der Rückversicherer stellt das Gleichgewicht wieder her, indem er die Risiken weltweit über lange Zeiträume streut. Swiss Re bietet eine breite Produktpalette für das Management von Risiko und Kapital an: traditionelle Rückversicherung, Lösungen für die Unternehmensfinanzierung auf der Basis von Versicherungsinstrumenten sowie ergänzende Dienstleistungen für ein umfassendes Risikomanagement.

Zurich Insurance Group-Aktie



Der ebenfalls in der Schweiz ansässige Versicherer Zurich Insurance Group hat wie die Swiss Re seine Aktionärsversammlung bereits abgehalten. Die Anleger stimmten da einer Erhöhung der Dividende von 19,00 auf 20,00 Franken je Aktie zu. Diese wurde am 7. April 2020 ausbezahlt.

Wie der Konkurrent Swiss Re wendet auch die Zurich Reinsurance laut CFRA die Swiss Solvency Test-Ratio an, der wie bereits im Abschnitt zur Swiss Re erklärt sensibler auf Veränderungen der Kreditspreads von Unternehmen reagiert.

Die Zurich Insurance gibt ihr Mindestziel für die Swiss Solvency Test-Quote nicht bekannt. Ende 2019 habe diese bei 220 Prozent gelegen und im Stresstest von CFRA sinke sie auf 149 Prozent.

Nichtsdestotrotz sind die Analysten mit der Bilanz der Zurich Insurance zufrieden, da sie kein hohes Engagement in Hochzinsanleihen aufweise. Die Verschuldung des Unternehmens sei auf einem aus ihrer Sicht überschaubaren Niveau, und der freie Cashflow sei nach den eigenen Berechnungen ausreichend, um die Dividendenausschüttung aufrechtzuerhalten. Die jüngste Dividendenentscheidung der Gesellschaft unterstütze diese These.

Für 2020 geht der Analystenkonsens von einer Zahlung von 21,88 Franken aus. Gemessen am aktuellen Kurs von 277,50 Franken wäre das gleichbedeutend mit einer Rendite von 7,88 Prozent.

Profil

Die Zurich Insurance Group ist eine weltweit führende Anbieterin von Lösungen in den Bereichen Risikoabsicherung und Vermögensbildung. Das Unternehmen bietet Privat- und Kleinbetrieben, Unternehmen und multinationalen Gesellschaften eine breite Palette an Versicherungs- und Vorsorgeprodukte aus den Bereichen Sach-, Lebens-, Renten-, Unfall-, Kranken-, Fahrzeug- und Haftpflichtversicherungen, sowie Kapitalanlagen, Spar- und Vorsorgeprodukte. Die Unternehmensgruppe stützt sich auf eine starke Position in den Hauptmärkten USA, Großbritannien, Kontinentaleuropa und Schweiz. Insgesamt betreut der Finanzdienstleistungskonzern Kunden in über 210 Ländern.

Ariva-Aktie



Der britische Versicherer und Vermögensverwalter Aviva kündigte am 8. April 2020 an, dass der Verwaltungsrat zugestimmt hat, seine bisherige Empfehlung zurückzuziehen, die eine Auszahlung der Schlussdividende 2019 im Juni 2020 vorsah.

Geplant war eigentlich, in der zweiten Tranche für 2019 je Aktie 0,214 Pfund zu zahlen. Damit bleibt es für das Vorjahr bei der in der im Zuge der ersten Tranche geflossenen 0,05 Pfund je Anteilsschein. Eine enorme Kürzung gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag einer Ausschüttung von 0,31 Pfund.

Der Solvency-II-Koeffizient lag laut CFRA hier Ende 2019 bei 206 Prozent. Im April ließ die Gesellschaft zudem wissen, das man aus eigener Sicht nach wie vor gut kapitalisiert ist und über eine hohe Liquidität verfügt. Durch die Beibehaltung der Schlussdividende werde sich die geschätzte Kapitalquote der Gruppe um rund sieben Prozentpunkte auf etwa 182 Prozent erhöhen, verglichen mit einem Stand vom 13. März.

Im Stresstest-Szenario von CFRA bewegt sich die Quote bei 174 Prozent. Damit bewege sie sich über dem Mindestziel von 160 Prozent. Angesichts der Entscheidung des Managements, den Großteil der ursprünglich für 2019 geplanten Dividendenzahlung zu streichen, geht man davon aus, dass auch die Ausschüttung für 2020 mit gewissen Risiken behaftet ist. Der Analystenkonsens geht derzeit für das laufende Geschäftsjahr noch von einer Zahlung von 0,32 Pfund aus. Das wäre bei einer aktuellen Notiz von 2,35 Pfund gleichbedeutend mit einer Dividendenrendite von 13,6 Prozent.

Profil

Die Aviva plc (ehemals GNU plc) entstand am 30. Mai 2000 aus der Fusion von CGU und Norwich Union und ist eine der größten Versicherungsgruppen der Welt und die führende Versicherung in Großbritannien. Die Haupttätigkeiten des Unternehmens umfassen langfristige Anlagen, Fondsmanagement und allgemeine Versicherungen. Dabei liegt die Kernkompetenz des Unternehmens im Bereich langfristige Anlagen. Er trifft die Anforderungen der immer älter und wohlhabender werdenden Bevölkerung für Pensionen, Anlagen und Gesundheitsprodukte.

Aviva ist zudem einer der zehn größten Fondsmanager in Europa und der zweitgrößte Fondsmanager mit Sitz in Großbritannien. Der Bereich investiert das Vermögen der Kunden und entwickelt und verkauft Investmentprodukte. Der Bereich Versicherungen vertreibt hauptsächlich Haushalts- und KFZ-Versicherungen an Privatkunden sowie Versicherungen für kleinere Unternehmen. Aviva tritt primär unter den eingeführten Marken Norwich Union in Großbritannien, Delta Lloyd in den Niederlanden, Hibernian in Irland und NZI in Neuseeland auf. Derzeit treibt Aviva den strategischen Konzernumbau voran.

AXA-Aktie



Laut CFRA ist der französische Versicherungskonzern AXA dabei, sich weg von Produkten mit garantierter Rendite zu orientieren und sich stattdessen stärker auf versicherungstechnische Erträge zu konzentrieren. Am 3. April 2020 kündigte die Gesellschaft an, dass sie ihre Jahreshauptversammlung vom ursprünglich geplanten Datum 30. April auf den 30. Juni verschieben wird, um Zeit für Diskussionen mit den europäischen, französischen und anderen Versicherungsaufsichtsbehörden bezüglich der Dividendenentscheidung zu gewinnen.

AXA hat noch keine Entscheidung bekannt gegeben, aber die CFRA-Analysten prognostizieren, dass AXA die Zahlung der Dividende für 2019 verschieben wird, anstatt sie zu annullieren. Der Analystenkonsens geht von einer Zahlung von 1,43 Euro aus und für 2020 von 1,56 Euro je Anteilsschein. Auf letztgenannter Basis ergibt sich gemessen an der aktuellen Notiz von 15,53 Euro eine Rendite von gut zehn Prozent.

Der Solvency-II-Koeffizient von AXA lag Ende 2019 laut CFRA bei 198 Prozent (gegenüber dem eigenen Mindestziel von 170 Prozent), aber man schätzt, dass das Mark-to-Market-Verhältnis bei etwa 175 Prozent liegt. Nach Erachten des US-Finanzdienstleister ist dieser Puffer nicht stark genug, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Dividendenausschüttung für 2020 sicher ist. Außerdem ist der Nettoverschuldungsgrad des Unternehmens im relativen Vergleich höher als bei den Konkurrenten.

Profil

AXA S.A. ist ein international führendes Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen. Für Firmen- und Privatkunden bietet die Gesellschaft eine Vielzahl an Versicherungsprodukten wie Vorsorge-, Sach- und Lebensversicherungen an. Daneben ist der Konzern verstärkt im Finanzbereich (Bausparverträge, Investment- und Assetmanager) tätig. Die Produkte des Unternehmens reichen von privaten Lebensversicherungen über Vermögensverwaltungen bis hin zu Sachschadendeckungen von Naturkatastrophen. In ganz Europa bietet die Gruppe Bankdienstleistungen und Immobiliendienste an. AXA ist vorwiegend in Europa, Nordamerika und Asien, in geringerem Umfang auch im Mittleren Osten, Afrika und Lateinamerika präsent.

Generali-Aktie



Der italienische Versicherer Generali habe die Mitteilung der EIOPA und das entsprechende Schreiben der italienischen Versicherungs-Aufsichtsbehörde IVASS in Bezug auf Covid-19 und den Empfehlungen zur Dividendenpolitik der Branchenvertreter zwar zur Kenntnis genommen. Generali habe dann aber dennoch beschlossen, seine Dividendenpläne für das Geschäftsjahr 2019 beizubehalten, die aus einer Zahlung von 0,96 Euro je Aktie bestehen. Man wird aber im Mai zunächst nur eine Auszahlung von 0,50 Euro pro Aktie leisten, während die restlichen 0,46 Euro je Anteilsschein auf das Jahresende verschoben worden.

Generali habe in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass der Solvency-II-Koeffizient im März bei rund 200 Prozent gelegen habe und damit über dem eigenen Mindestziel von 180 Prozent. Während der Solvency-II-Koeffizient des Unternehmens nach wie vor solide sei, zeigen sich die CFRA-Analyten besorgt über das hohe Engagement des Unternehmens in festverzinslichen Wertpapieren mit einem Rating von BBB und darunter (48 Prozent).

Sollten sich die Marktaussichten verschlechtern und die Ratings der Anleihen sinken, werde sich dies wahrscheinlich negativ auf den Solvenz-II-Koeffizienten von Generali auswirken. Darüber hinaus sei der Schuldenstand von Generali nach wie vor hoch. Daher werde das Unternehmen die Zahlung für 2020 wahrscheinlich senken müssen, um die Kapitalstärke zu erhalten. Noch weist der Analystenkonsens aber eine Erhöhung der Dividende für das laufende Geschäftsjahr um 0,06 Euro auf 1,02 Euro aus. Nimmt man diese von CFRA als unrealistisch eingestufte Vorgabe als Berechnungsbasis sowie die aktuelle Notiz von 12,56 Euro, dann ergibt sich eine Rendite von 8,12 Prozent.

Profil

Assicurazioni Generali ist ein führendes Versicherungsunternehmen, das weltweit tätig ist. Der Konzern und seine Tochterunternehmen bieten sowohl Privat- als auch Firmenkunden umfassenden Versicherungsschutz und renditestarke Finanzdienstleistungen mit einer wettbewerbsorientierten Produktpalette. Angeboten werden private und gewerbliche Sachversicherungen, Lebens-, Risiko- und Vorsorgeversicherungen, Kranken- und Rechtsschutzversicherungen sowie Beratungsleistungen zum Vermögensaufbau.

Zur Generali-Gruppe gehört eine Vielzahl von Unternehmen, darunter AachenMünchener, CosmosDirekt, Central, Envivas, Badenia, Dialog und Advocard. In Europa gilt Generali als führend im Direktverkauf von Versicherungen. Als zentrale Vertriebskanäle gelten Telefon und Internet. Das Tochterunternehmen Europ Assistance Group deckt den Bereich Assistance-Dienstleistungen ab. Die Europ Assistance Group offeriert weltweit Assistance-Produkte, primär in den Segmenten Auto, Hausrat, Familie und Gesundheit. Ein weiterer Eckpfeiler der Unternehmensstrategie ist das Anbieten von Finanz- und Investmentprodukten, darunter gehören Finanzdienstleistungen, Investmentfonds und eine breite Palette an Finanzprodukten für den Vermögensaufbau.

Prudential-Aktie



Das britische Finanz- und Versicherungsunternehmen Prudential hat laut CFRA noch keine Ankündigungen bezüglich seiner Dividendenentscheidung gemacht. Aber man ist bei dem US-Finanzdienstleister ohnehin der Meinung, dass bei Prudential aus Anlegersicht die Dividenden nicht im Fokus stehen, weil die Rendite vergleichsweise überschaubar sei. Stattdessen würden Investoren hier die Wachstumsaussichten von Prudential in Asien priorisieren.

Nach der Abspaltung des Investment-Managers M&G plc von Prudential plc unterliegt das Unternehmen nicht mehr den Kapitalanforderungen von Solvency II und wende derzeit die lokale Kapitalsummationsmethode (LCSM) an, die mit der Hongkonger Versicherungsbehörde vereinbart worden sei. Der LCSM-Koeffizient von 270-280 Prozent habe Ende Februar 2020 einen optisch hohen Eindruck gemacht. Aber für CFRA ist ein fairer Vergleich mit dem Solvency-II-Koeffizienten nicht möglich.

Als hoch bezeichnen die Analysten den Nettoverschuldungsgrad von Prudential und die Ausschüttungsquote habe gemessen an der Barmittelgenerierung 2018 und 2019 bei nahezu 100 Prozent gelegen. Außerdem sei das Engagement des Unternehmens in festverzinslichen Wertpapieren mit BBB-Rating und niedriger mit einem Anteil von 44 Prozent relativ hoch. Insgesamt ergäben sich daraus einige Risiken bezüglich einer Dividendenkürzung.

Der Analystenkonsens sieht die Zahlung für 2020 von 0,3729 Pfund auf rund 0,35 Pfund sinken. Ob diese Annahme stimmt, bleibt abzuwarten, aber wenn ja, wäre das bei einem aktuellen Kurs von 10,91 Pfund gleichbedeutend mit einer Rendite von 3,21 Prozent.

Profil

Prudential plc ist eines der führenden Finanzdienstleistungsunternehmen weltweit. Neben einem breiten Spektrum an Versicherungsprodukten und Fonds bietet die Unternehmensgruppe Leistungen als Direktbank an. Dazu gehört neben Internet- und Telefon-Banking auch der Abschluss von Hypotheken.

Sampo-Aktie



Der finnische Lebens- und Sachversicherer Sampo gab bekannt, dass die eigene für den 23. April geplante Jahreshauptversammlung auf den 2. Juni verlegt wurde. Infolgedessen werden der Stichtag und das Datum der Dividendenzahlung entsprechend angepasst.

Außerdem hat der Verwaltungsrat von Sampo am 05. Mai mitgeteilt, den bisherigen Dividendenvorschlag von 2,20 Euro pro Aktie zu streichen und einen neuen Vorschlag von 1,50 Euro zu unterbreiten. Die CFRA-Analysten hatten sich hier bereits auf eine Kürzung der Ausschüttung eingestellt. Zur Begründung hieß es, Sampo habe sein Solvency-II-Ziel zwar nicht bekannt gegeben, aber die für diese Kennziffer ausgewiesene Relation habe Ende 2019 bei 167 Prozent gelegen und sich damit weit unter dem Durchschnitt der Konkurrenten bewegt.

In der Stresstestanalyse von CFRA sei das Verhältnis aufgrund makroökonomischen Gegenwinds sogar noch weiter auf 162 Prozent zurückgegangen. Auch mit Blick auf die Zahlung im kommenden Jahr sei dieser Sachverhalt im Auge zu behalten. Der Analystenkonsens geht derzeit für 2020 noch von einer Zahlung von 2,29 Euro aus. Das wäre bei einer aktuellen Notiz von 27,73 Euro gleichbedeutend mit einer Dividendenrendite von 8,26 Prozent.

Profil

Sampo plc ist die Muttergesellschaft der Sampo Group. Das Unternehmen verwaltet Tochtergesellschaften, die im Versicherungsgeschäft tätig sind. Die sind die P&C Insurance Holding Ltd. und die Mandatum Life Insurance Company. Zusätzlich ist Sampo plc der größte Anteilseigner der nordischen Bankengruppe Nordea. Sampo plc als Mutterkonzern übernimmt hauptsächlich administrative Aufgaben für die Tochtergesellschaften und einige zentrale Funktionen innerhalb der Sampo Gruppe. So koordiniert Sampo plc die Investmentunternehmungen, die Kapitalallokation, das Risikomanagement, den Konzernabschluss und den Bereich Investor Relations und Finanzkommunikation sowie rechtliche und steuerliche Fragen der Sampo Group.