Apple liefert ein starkes Quartal und schlägt die Erwartungen sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz. On top kündigt der Konzern neue milliardenschwere Aktienrückkäufe an - und liefert eine Überraschung in der Analystenkonferenz.

Apple hat im abgelaufenen Quartal einmal mehr gezeigt, warum der Konzern an der Börse als Ausnahmeunternehmen gilt: Der Gewinn stieg um gut 19 Prozent auf 29,58 Milliarden US Dollar, der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 111,18 Milliarden Dollar. Beide Zahlen lagen über den Erwartungen. Auch beim Gewinn je Aktie übertraf Apple die Prognosen und erreichte 2,01 Dollar je Aktie statt der erwarteten 1,95 Dollar.

Trotzdem reagierte der Markt zunächst nicht mit Euphorie. Die Aktie fiel am Abend nachbörslich in der ersten Stunde nach den Zahen um 0,8 Prozent, weil ausgerechnet die wichtigste Produktkategorie blieb leicht hinter den Schätzungen der Analysten zurück: die iPhones.

Doch dann kam die Analystenkonferenz. Und dort überaschte der Apple-Vorstand mit „one more thing“, wie Steve Jobs sagen würde: Apple sagte, der Umsatz werde im laufenden Quartal um 14 bsi 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Analysten hatten bisher aber nur 9,5 Prozent erwartet. Kurz darauf schoss die Aktie um fünf Prozent nach oben.

Apple (WKN: 865985)

iPhone-Wachstum knapp unter Erwartungen

Der iPhone-Umsatz stieg im Jahresvergleich um rund 22 Prozent auf 56,99 Milliarden Dollar. Allerdings hatten die Analysten mit 57,21 Milliarden Dollar noch etwas mehr erwartet. Und das, obwohl Apple-Chef Tim Cook auf eine „außergewöhnliche“ Nachfrage nach der aktuellen iPhone-Modellreihe hinwies.

Unterm Strich läuft das iPhone weiterhin sehr gut. Aber Apple ist inzwischen so groß, dass selbst kleine Abweichungen vom Konsens für Schlagzeilen reichen, weil sie hunderte Millionen ausmachen.

Der neue Star sind die Services

Der Bereich Services, in dem Apple Abos, die iCloud, Apple Pay, AppleCare und andere Dienste zusammenfasst, ist neuerdings der Teil des Geschäfts, den die Börse besonders liebt. Denn er bringt noch höhere Margen als der Rest. Hier lieferte Apple ab: 30,98 Milliarden Dollar Umsatz waren klar mehr als erwartet (30,39 Milliarden).

Passend dazu stieg die Bruttomarge auf 49,3 Prozent (gegenüber erwarteten 48,4 Prozent). Damit zeigt Apple, dass das Wachstum nicht mehr nur über die Geräte kommt, sondern über noch profitablere Erlöse pro Kunde.

Neues Mega-Aktienrückkaufprogramm

Apple kündigte zudem an, weitere 100 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zu autorisieren. Dazu soll die Dividende auf 27 Cent je Aktie steigen, ein Plus von vier Prozent. Das dürfte den Aktienkurs in den kommenden Tagen weiter antreiben. Ein neues Allzeithoch dürfte die Akftie angesichts der starken Quartalsprognose schon am heutigen Freitag markieren.

CEO-Wechsel wirft Schatten voraus

Ein großes Thema bei den Analysten ist natürlich auch der angekündigte Wechsel an der Konzernspitze. Zum 1. September übergibt Tim Cook den CEO-Posten nach 15 Jahren an an den Hardware-Manager John Ternus. Er wird dann die Frage beantworten müssen, ob und wie Apple noch einmal in ganz neue Börsen-Sphären vorstoßen kann – und ob er dabei vielleicht stärker als sein Vorgänger auf Künstliche Intelligenz setzt. 

Apple hatte Anfang des Jahres eine Partnerschaft mit Google angekündigt, um Gemini für seinen Sprachassistenten Siri zu nutzen. Dabei stellt sich die Frage, ob Apple sich seine Nutzer und die Margen im KI-Geschäft dauerhaft mit Google teilen will – oder ob Gemini nur eine Übergangslösung sein wird, bis Apple einen eigenen Ansatz entwickelt hat. Dass der iPhone-Konzern sich bislang nicht am Wettrüsten der Hyperscaler beteiligt hat, könnte angesichts der Kursrückgänge bei Meta und Microsoft in dieser Woche ein guter Schachzug gewesen sein.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.