BASF trennt sich von einem seiner Standorte und treibt damit den Umbau des Konzerns weiter voran. Für Anleger zählt jetzt vor allem, wie sich dieser Kurs auf die Ertragskraft auswirken wird.
Bei BASF geht der Umbau in die nächste Runde. Nach dem teilweisen Verkauf seiner Beteiligung an Harbour Energy (80 Millionen Harbour-Energy-Aktien zu 273 Pence je Aktie) rückt nun der Industriepark Höchst in Frankfurt in den Mittelpunkt. Dort will der DAX-Konzern sämtliche eigenen Produktionsanlagen an ProChem InnoTec verkaufen. Für die BASF-Aktie ist das kein Nebenschauplatz. Der Schritt zeigt, wie konsequent BASF Standorte und Anlagen aus dem Konzern nimmt, die nicht mehr zur zukünftigen Ausrichtung von BASF passen.
BASF’s kompletter Rückzug aus dem Standort Höchst
BASF und ProChem InnoTec haben eine Vereinbarung über den Verkauf der Produktionsanlagen im Industriepark Höchst unterzeichnet. Den Abschluss streben beide Seiten bis Ende des ersten Quartals 2027 an. Zuvor muss BASF noch Reinigungsarbeiten am Standort erledigen. Den Kaufpreis nennen die Unternehmen nicht. Beachtlich ist vor allem die Dimension des Deals: BASF verkauft nicht nur einzelne Betriebsteile, sondern sämtliche eigenen Produktionsanlagen in Höchst. Damit zieht sich der Konzern vollständig aus dem Industriepark zurück.
Um diese Analgen geht es konkret beim Verkauf
In Höchst produzierte BASF bislang Glufosinat-Ammonium. Die Herstellung dieses Herbizidwirkstoffs endete bereits zum Jahresende 2024. Der jetzige Verkauf setzt damit konsequent um, was sich seit Längerem abgezeichnet hatte. ProChem verweist bei der Übernahme auf die Größenordnung der Anlagen: Die genehmigte Kapazität liegt nach Unternehmensangaben bei mehr als 24.000 Jahrestonnen. Für ProChem ist das ein bedeutender Schritt beim Ausbau des Geschäfts mit Auftragssynthese. BASF-Manager Nicolai Wörz betont zugleich, der neue Eigentümer wolle für die Anlagen innovative Nutzungsmöglichkeiten entwickeln. Für BASF zählt etwas anderes: Der Konzern trennt sich von stillgelegten Strukturen, verringert Komplexität und setzt damit gleichzeitig Kapital für Investitionen in neue Standorte, die besser zur angestrebten Ausrichtung passen, frei.
Jüngste Analystenmeinungen zum DAX-Wert
Bei den Analysten stützt genau diese neue, konsequente Ausrichtung inzwischen das Bild:
Die DZ Bank bestätigte am 24. März 2026 ihre Kaufempfehlung und hob den fairen Wert auf 55 Euro an. Deutsche Bank Research drehte am selben Tag ebenfalls auf „Buy“ und erhöhte das Kursziel von 45 auf 55 Euro. Bernstein ging bereits am 3. März 2026 von "Outperform" und einem Kursziel für diese DAX-Aktie von 53 Euro aus. Goldman Sachs ist noch deutlich bullischer und blies jüngst zum Kauf, verbunden mit einem Kursziel von 61 Euro (lesen Sie dazu auch unseren Bericht vom 5. März 2026 BASF-Aktie: Darum könnte sich jetzt der Einstieg lohnen).
Charttechnik ist bei der BASF-Aktie zu beachten!
Aus dem Chartbild ist gut ersichtlich, dass die BASF-Aktie (ISIN: DE000BASF111) seit Mitte 2022 in einer Tradingrange zwischen rund 40 und 54 Euro hin und her pendelt. Wirklich aufatmen können Anleger somit erst nach zwei über 55 Euro liegenden Schlusskursen. Dann besteht jedoch tatsächlich Anlass, beim Chemiewert einzusteigen!
Fazit
Der Verkauf in Höchst ist für sich genommen kein Kurstreiber, der die Gewinnschätzungen plötzlich nach oben reißt. Er liefert aber ein wichtiges Signal: BASF arbeitet weiter sichtbar am Konzernprofil – und genau diese Disziplin dürfte in einem schwierigen Chemieumfeld für Anleger zunehmend wichtiger werden. Spekulativ ausgerichtete Anleger können mit ersten Teilkäufen bei der BASF-Aktie (ISIN: DE000BASF111) einen Fuß in die Tür stellen; vorsichtig agierende Investoren warten den beschriebenen Ausbruch der Dividendenperle aus der Tradingrange ab.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Globale Dividenden-Stars Index» glücklicher.
Sie wollen wissen, wo sie Aktien am günstigsten handeln können? Dann ist unser Broker-Vergleich Ihre nächste Lektüre.
Häufige Fragen zu BASF:
Wie hoch ist die aktuelle Dividendenrendite der BASF-Aktie?
Auf der Basis des aktuellen Kurses von knapp 52 Euro beträgt die jährliche Dividendenrendite momentan 4,32 Prozent.
Wie lautet das Konsensrating der Analystenmeinungen der letzten drei Monate zu diesem DAX-Wert?
Das Konsensrating lautet "Kaufen", wobei zehn von 24 Analysten sogar von einem "starken Kauf" ausgehen. Allerdings sprachen sich auch drei Analysten für einen "starken Verkauf" aus.
Wie hoch liegt das Konsenskursziel der Analystenschätzungen der letzten drei Monate?
Das Konsenskursziel für die BASF-Aktie beläuft sich aktuell auf 50,02 Euro.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.