Positive Nachrichten aus der Produkt-Pipeline und Fortschritte in Rechtsstreitigkeien um Glyphosat treiben seit Wochen die Bayer-Aktie an. Anleger bauen bei dem DAX-Titel auf den charttechnischen Befreiungsschlag.

Nach einer langen Phase mit schwacher Kursentwicklung hat sich die Aktie von Bayer zuletzt eindruckvoll zurückgemeldet. Gleich mehrere Impulse sorgen für neue Aufmerksamkeit: Fortschritte bei wichtigen Medikamentenkandidaten, Bewegung in zentralen Rechtsfragen rund um Glyphosat - und eine spannende Chartlage.

Hoffnungen auf neue Blockbuster-Medikamente

Zuletzt sorgten insbesondere Fortschritte beim Faktor-XI-Hemmer Asundexian für neue Fantasie. Positive Studiendaten erhöhen die Erwartungen, dass Bayer im Pharmabereich wieder stärker wachsen kann. Gleichzeitig arbeitet der Konzern derzeit an acht Phase III-Präparaten (letztes Forschungsstadium), die mittelfristig als zusätzliche Umsatztreiber infrage kommen sollen. Investoren achten dabei besonders auf Produkte mit hohem Marktpotenzial, da diese entscheidend für die langfristige Ertragskraft sind.

Glyphosat-Komplex bleibt entscheidend

Neben der operativen Entwicklung steht weiterhin der Glyphosat-Rechtsstreit im Mittelpunkt. Marktbeobachter sehen Chancen auf mehr Klarheit, nachdem sich nun die Hoffnung besteht, dass der US Supreme Court bald ein grundlegendes Urteil spricht. Jede juristische Beurteilung kann die Aktie spürbar in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Denn die finanziellen Folgen wären auf beiden Seiten des Pendels erheblich. Auch wenn der Markt derzeit eher einen positiven Ausgang für Bayer einpreist, ist der Ausgang vor Gericht weiterhin offen.

Kritischer Punkt im Chart der Bayer-Aktie

Aktuell kämpft der DAX-Wert mit dem wichtigen Widerstand bei rund 44 Euro (schwarze Linie in der nachfolgenden Darstellung). Dieser Bereich spielt seit über 15 Jahren immer wieder eine bedeutende Rolle und ist daher als massiver Widerstand – wenn der Kurs darunter liegt – oder als massive Unterstützung – wenn der Kurs darüber steht – anzusehen. Solche wichtigen Widerstände gelten erst dann als überwunden, wenn der Schlusskurs in zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen mindestens drei Prozent darüber liegt. Dies schaffte die Bayer-Aktie am 27. Januar 2026 knapp (zweiter Schlusskurs in Folge bei rund 45,90 Euro). Der vormalige Widerstand bei rund 44 Euro gilt daher nun als starke Unterstützung. Der Weg nach oben ist damit grundsätzlich geebnet.

Chart Bayer-Aktie
https://de.tradingview.com/chart/?symbol=XETR%3ABAYN
Chart Bayer-Aktie

Der nächste massgebende Widerstand liegt bei nun gut 57 Euro (untere rote Linie) und ist damit noch knapp 25 Prozent entfernt. Würde auch ein Sprung hierüber gelingen, wäre die Luft sogar frei bis rund 67 Euro. Auf dem Weg dorthin kann die Bayer-Aktie (ISIN: DE000BAY0017) allerdings nicht auf eine Unterstützung durch die 50-, 100- oder 200-Tagelinie zählen, da nach der Überwindung des Widerstands bei 30 Euro (grüne Linie) bereits ein steiler Kursanstieg erfolgt ist.

Wichtiger Termin für Bayer-Aktionäre

Bei ihren Anlageentscheidungen sollten Anleger den Termin für die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das Jahr 2025 am 25. Februar 2026 nicht übersehen. Danach ist – wie üblich bei solchen Terminen – mit Kurssprüngen zu rechnen. Diese sind besonders unvorhersehbar, weshalb der Kauf einer Aktie kurz vor einem solchen Termin sowohl erhebliche Chancen, aber auch massive Risiken in sich birgt.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.