Der Gewinn von Mercedes-Benz ist im Jahr 2025 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Zudem enttäuscht der Autobauer seine Aktionäre mit einer Dividendenkürzung. Investoren fragen sich nun, ob der Tiefpunkt bereits erreicht ist.

Nach Jahren hoher Ausschüttungen müssen die Aktionäre von Mercedes-Benz einen deutlichen Dämpfer verkraften. Sinkende Gewinne, schwächere Verkäufe und geopolitische Belastungen zwingen den Autobauer zu einer vorsichtigeren Dividendenpolitik. Neben der operativen Entwicklung rückt vor allem die künftige Dividendenhöhe in den Fokus der Investoren.

Gewinneinbruch und Margendruck prägen das Geschäftsjahr

Die am 12. Februar 2026 veröffentlichten Zahlen sidn eine einzige Enttäuschung: Der Umsatz ging um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück, vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdiente der Dax-Konzern nur noch 5,82 Milliarden Euro - ein Gewinneinbruch um 57 Prozent. Das Konzernergebnis nach Steuern sankt um 48 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro. 

Besonders die Pkw-Sparte litt unter schwacher Nachfrage in China, US-Zöllen sowie Währungseffekten durch einen schwächeren Dollar. Die bereinigte operative Marge fiel auf 5,0 Prozent, lag damit jedoch leicht über den Erwartungen. Ein Sparprogramm und ein umfangreicher Stellenabbau führten zu Einmalkosten.

In einer ersten Reaktion zeigt sich der Markt wenig erfreut über die veröffentlichten Zahlen: Der Kurs brach am Donnerstagvormittag um gut fünf Prozent ein.

Dividendenkürzung schockiert Anleger

Angesichts des Gewinneinbruchs soll die Dividende um fast 20 Prozent sinken: von zuletzt 4,30 Euro auf 3,50 Euro. 

2020 hatte die Ausschüttung noch bei 1,35 Euro gelegen (Rendite 2,34 Prozent), danach stieg drei Jahre in Folge kräftig auf 5,00 Euro (2021), 5,20 Euro (2022) und 5,30 Euro (2023), bevor die Schwaben 2024 erstmals den Rotstift ansetzten und nur noch 4,30 Euro pro Aktie auszahlten. Gleichzeitig erhöhte sich die Ausschüttungsquote kontinuierlich: von rund 23 Prozent auf zuletzt mehr als 42 Prozent. In der herrschenden Lehrmeinung gilt bei zyklischen Industriekonzernen eine Quote von etwa 30 bis maximal 50 Prozent als nachhaltig: Steigende Ausschüttungsquoten bei sinkenden Gewinnen werden häufig als Warnsignal interpretiert; Mercedes nähert sich zunehmend der bedenklichen 50-Prozent-Marke.

Fülle an Herausforderungen bei Mercedes

Mercedes setzt weiterhin auf seine Premiumstrategie und Kostendisziplin, doch diverse strukturellen Risiken bleiben bestehen. Der Luxusautomarkt in China schwächelt weiterhin, während dort der Wettbewerb im Elektrosegment zunimmt, in dem Merceds bislang nicht richtig Fuß fassen konnte. Hohe Investitionen in Software sowie neue Plattformen werden daher weiterhin erforderlich sein.

Analystenmeinungen und Chartanalyse

Seit der Bekanntgabe der frischen Zahlen liegen erst wenige aktualisierten Analystenstimmen vor: Bernstein und RBC beließen die Aktie auf "Market Perfrom", JP Morgan bestätigte seine "Outperform"-Empfehlung mit einem Kursziel von 70 Euro. Zuvor waren die Analysten in den letzten drei Monaten im Schnitt von einem eher mickrigen Kurspotential von knapp neun Prozent ausgegangen (verglichen mit dem Schlusskurs am 11.2.2026).

In charttechnischer Hinsicht sind derzeit keine vernünftigen Argumente für den Kauf von Mercedes-Aktien (ISIN: DE0007100000) zu erkennen, nachem ein Erholungsversuch über die Marke von 62 Euro zuletzt erneut gescheitert war. Davon ist die Mercedes-Aktie nun wieder weit entfernt: Nach dem heutigen Kursrutsch notiert sie aktuell bei 55,55 Euro (Stand 12.2.26, 10 Uhr). 

Fazit:

Die Mercedes-Aktie ist derzeit weder für Anleger, die auf steigende Kurse setzen wollen, noch für Dividendenjäger besonders spannend. Der Titel gehört daher allenfalls auf die Watchlist.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Globale Dividenden-Stars Index» glücklicher.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.