Das bewegt den deutschen Leitindex am Donnerstag. Im Fokus stehen außerdem die folgenden Themen: Alibaba, Heidelberger Druck, Immobilienpreise, SK Hynix, Broadcom, Qualcomm und Bitcoin.

Nach den Vortagesverlusten dürfte der deutsche Aktienmarkt relativ lethargisch in den Handel am Donnerstag starten. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax stand kurz vor dem Xetra-Auftakt 0,1 Prozent höher bei 24.760 Punkten. Zur Wochenmitte war der Leitindex zeitweise bis auf 24.593 Punkte abgesackt, hatte sich im späten Geschäft aber wieder etwas gefangen.

In den wichtigsten US-Indizes ging es am Mittwoch nach dem europäischen Handelsende noch auf neue Tagestiefs. Umso besser sind allerdings die Vorgaben am Morgen aus Asien. Hier zogen Halbleiterwerte wieder stark an und trieben den japanischen Nikkei 225 sowie den südkoreanischen Kospi wieder auf ihre jüngsten Rekorde zu. Die Highflyer Kioxia und SK Hynix planen auch ein US-Listing, was gut ankam.

Derweil sinken die Ölpreise weiter. Tags zuvor hatten sie ihren zwischenzeitlich immensen Anstieg seit März im Zuge des Nahost-Kriegs wieder komplett abgegeben.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten aus Deutschland

Warburg hebt Heidelberger Druck auf 'Buy' und Ziel auf 1,80 Euro

Das Analysehaus Warburg Research hat das Kursziel für Heidelberger Druck von 1,60 auf 1,80 Euro angehoben und die Aktien von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Die Übernahme das Service- und Ersatzteilgeschäfts sowie von Vertriebsgesellschaften der insolventen Manroland Sheetfed Gruppe sei ein strategisch vernünftiger Schritt, lobte Stefan Augustin in seiner Kaufempfehlung vom Donnerstag. Sie stärke sowohl den adressierbaren Markt als auch die besonders profitablen und robusten dauerhaften Erlöse des Druckmaschinenherstellers.

Immobilienpreise steigen langsamer

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im ersten Quartal 2026 nicht mehr so stark gestiegen wie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legten sie um durchschnittlich 1,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im vierten Quartal 2025 hatte der Anstieg noch 2,6 Prozent betragen, im dritten Quartal 3,2 Prozent.

Die regionale Spreizung wird größer. Während Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen um 3,6 Prozent teurer wurden, stagnierte der Preisanstieg in den sieben größten Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf) mit nur 0,3 Prozent. In dicht besiedelten ländlichen Kreisen sanken die Wohnungspreise sogar um 0,4 Prozent.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser war der Preisanstieg in den Metropolen mit 1,4 Prozent am stärksten, während die Preise in dünn besiedelten ländlichen Kreisen um 0,8 Prozent fielen.

Im Vergleich zum Schlussquartal 2025 zogen die Preise nur noch um 0,3 Prozent an. Nach eineinhalb Jahren Preissteigerungen scheint sich der Markt wieder abzukühlen. 2023 hatte es heftige Preiseinbrüche infolge der vom Ukraine-Krieg ausgelösten Hochinflation gegeben. Zinsen und Baukosten waren gleichzeitig stark gestiegen.

Rheinmetall setzen nach Kurseinbruch zu Stabilisierung an

Die Aktien von Rheinmetall dürften sich nach ihrem jüngsten Kurseinbruch am Donnerstag auf Stabilisierungskurs begeben. Im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate stiegen sie zuletzt um 1,3 Prozent gegenüber ihrem Xetra-Schlusskurs auf 961 Euro. Tags zuvor waren sie nach einem von der Bundesregierung gestrichenen Fregattenkauf im Milliardenvolumen um fast 19 Prozent auf den tiefsten Stand seit Februar 2025 abgesackt.

Analyst Charles Armitage von der US-Bank Citigroup bezeichnete den massiven Kursrutsch vom Mittwoch als Überreaktion. Der Marktwertverlust von Rheinmetall liege deutlich über den von ihm kalkulierten Einbußen des entgangenen Deals. Dass die Aktie deutlich mehr verloren habe als den Kontraktwert, unterstreiche den Vertrauensverlust der Anleger, bemerkte seine Kollegin Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies.

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Nachrichten International

US-Stresstest: Banken kommen gut durch Krisenszenario

Die größten Banken in den USA sind nach Einschätzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gut für eine schwere Rezession gerüstet. Im untersuchten Szenario verloren die Institute zwar mehr als 708 Milliarden an Krediten, doch die Kapitalquote verringerte sich im Mittel nur um 1,6 Prozentpunkte, wie die Fed am Mittwochabend in Washington mitteilte. Alle 32 geprüften Banken seien über der Mindestanforderung für die Kapitalausstattung geblieben. Die ersten Institute wie Goldman Sachs und JPMorgan kündigten daraufhin höhere Ausschüttungen an ihre Anteilseigner an.

Im Stresstest wurde eine Wirtschaftskrise simuliert, in der die Preise von Gewerbeimmobilien um 39 Prozent sanken, die Werte von Wohnimmobilien gingen um 30 Prozent nach unten. Die Arbeitslosenquote kletterte auf bis zu 10 Prozent und die Wirtschaftsleistung ging entsprechend zurück.

"Die heutigen Ergebnisse unterstreichen die Stärke des Bankensystems", sagte Fed-Vizechefin Michelle Bowman, die für die Bankenaufsicht zuständig ist. Anders als in früheren Jahren wirken sich die Stresstest-Ergebnisse diesmal nicht direkt auf die Kapitalanforderungen der Banken aus. Denn die Fed überarbeitet derzeit die Tests, um diese bankenfreundlicher zu gestalten. Daher müssten die Institute nicht länger warten, um ihre Kapitalmaßnahmen bekannt zu geben.

Anthropic wirft Alibaba vor, KI-Modelle illegal zu kopieren

Anthropic hat laut Bloomberg in einem Brief an das Weiße Haus und mehrere US-Senatoren Alibaba beschuldigt, in industriellem Ausmaß die Claude-Modelle zu „destillieren" – also ein schwächeres eigenes Modell auf den Ausgaben eines stärkeren zu trainieren. Dabei sollen Betreiber im Zusammenhang mit Alibabas KI-Labor Qwen involviert sein; ähnliche Vorwürfe hatte Anthropic zuvor bereits gegen DeepSeek und zwei weitere chinesische KI-Unternehmen erhoben. Alibabas Aktie fiel daraufhin in Hongkong auf ein 16-Monatslief und verlor bis zu 4,9 Prozent.

Broadcom unter Druck: Berichte über möglichen Google-Wechsel zu MediaTek

Ein taiwanesisches Branchenmedium berichtete, Google könnte ab 2028 die Entwicklung seiner nächsten TPU-Generation an MediaTek übertragen – was Broadcom als bisherigem Hauptlieferanten erheblich schaden würde. Wedbush warnte, dass ein solcher Wechsel Broadcoms Position im lukrativen Markt für kundenspezifische KI-Chips stark beschädigen und MediaTeks Umsatzschätzungen für 2028 deutlich nach oben treiben würde. Allerdings hatten Google und Broadcom erst im April einen langfristigen Partnerschaftsvertrag für TPUs bis zur Generation v11 im Jahr 2031 geschlossen, was Zweifel an dem Bericht aufkommen lässt.

SK Hynix plant 29-Milliarden-Dollar-Listing in den USA – Aktie springt 12 Prozent

SK Hynix kündigte an, rund 29,4 Milliarden Dollar durch ein Nasdaq-Listing in Form von American Depositary Receipts einzusammeln – der Handelsstart ist für den 10. Juli geplant. Der Schritt kommt kurz nach starken Quartalszahlen von Micron, die zeigen, dass der KI-Speichermarkt weiterhin angespannt ist – ein positives Signal auch für SK Hynix als direkten Konkurrenten. SK Hynix-Aktien sind seit Jahresbeginn bereits über 300 Prozent gestiegen; das US-Listing soll die Bewertungslücke gegenüber Micron schließen und institutionellen Investoren außerhalb Koreas den Zugang erleichtern.

Qualcomm überrascht mit ambitionierten Rechenzentrumszielen – Aktie springt 13 Prozent

Auf seinem Investor Day in New York hat Qualcomm ein Umsatzziel von über 15 Milliarden Dollar aus dem Rechenzentrumsgeschäft bis zum Geschäftsjahr 2029 ausgegeben – zusammen mit 10 Milliarden Dollar aus dem Automobilbereich und 14 Milliarden Dollar aus dem IoT-Segment soll der Nicht-Handy-Umsatz auf insgesamt 40 Milliarden Dollar wachsen. Microsoft und Meta wurden als frühe Kunden des neuen Rechenzentrums-Chipgeschäfts genannt. Die Aktie legte nachbörslich über 10 Prozent zu, obwohl skeptische Stimmen darauf hinweisen, dass der Bereich derzeit noch keinen nennenswerten Umsatz generiert.

Bitcoin bricht unter 60.000 Dollar – Krypto-Marktkapitalisierung halbiert sich

Bitcoin fiel auf rund 59.000 Dollar und verlor damit in einem Monat rund 23 Prozent, während Bitcoin-ETFs allein in den vergangenen 30 Tagen Rekordabflüsse von 6,4 Milliarden Dollar verzeichneten. Institutionelle Akteure wie Coinbase, Kraken und BlackRock reduzierten ihre BTC-Bestände, und Zwangsliquidierungen von 838 Millionen Dollar innerhalb von 24 Stunden verschärften den Abwärtsdruck weiter. Die Gesamtmarktkapitalisierung des Krypto-Markts ist seit dem Höchststand im Oktober 2025 von 4,3 auf rund 2 Billionen Dollar gefallen – mehr als die Hälfte des Wertes wurde vernichtet.

Enthält Material von dpa-AFX

Häufig gestellte Fragen

Warum fällt Bitcoin unter 60.000 Dollar und wie ernst ist die Lage?

Bitcoin verlor innerhalb eines Monats rund 23 Prozent und fiel auf rund 59.000 Dollar – den tiefsten Stand seit Monaten. Bitcoin-ETFs verzeichneten in den vergangenen 30 Tagen Rekordabflüsse von 6,4 Milliarden Dollar, und Zwangsliquidierungen von 838 Millionen Dollar innerhalb von 24 Stunden verschärften den Abwärtsdruck. Die Gesamtmarktkapitalisierung des gesamten Krypto-Markts hat sich seit dem Höchststand im Oktober 2025 von 4,3 auf rund 2 Billionen Dollar mehr als halbiert.

Was steckt hinter dem 13-Prozent-Kurssprung der Qualcomm-Aktie?

Auf seinem Investor Day in New York überraschte Qualcomm mit dem Ziel, den Nicht-Handy-Umsatz bis 2029 auf 40 Milliarden Dollar zu steigern – darunter über 15 Milliarden Dollar allein aus dem Rechenzentrumsgeschäft. Microsoft und Meta wurden als frühe Kunden genannt. Skeptiker weisen jedoch darauf hin, dass der Rechenzentrums-Bereich derzeit noch keinen nennenswerten Umsatz generiert und die ambitionierten Ziele damit noch weitgehend Zukunftsmusik sind.

Warum wirft Anthropic Alibaba vor, KI-Modelle illegal zu kopieren?

Anthropic beschuldigt Alibaba in einem Brief an das Weiße Haus und US-Senatoren, die Claude-Modelle in industriellem Ausmaß zu destillieren – also ein eigenes schwächeres Modell auf den Ausgaben eines stärkeren zu trainieren. Beteiligt sollen Akteure im Umfeld von Alibabas KI-Labor Qwen sein. Ähnliche Vorwürfe hatte Anthropic zuvor bereits gegen DeepSeek erhoben. Alibabas Aktie fiel in Hongkong daraufhin auf ein 16-Monatstief und verlor bis zu 4,9 Prozent.