Zum Wochenauftakt schwächelt der DAX, aber kann am Mittag wieder aufholen und befindet sich am Nachmittag im Plus. Die US-Börsen schwächeln. Im Fokus stehen vor allem Donald Trump und der Iran-Krieg. Außerdem gibt es eine Reihe spannender Unternehmensmeldungen. 

Zum Wochenauftakt zeigt sich der deutsche Leitindex schwach und verlor vor dem Handelsbeginn rund 0,8 Prozent. Ursache dafür war in erster Linie der Iran-Krieg in dem weiterhin kein Ende absehbar scheint.  

"Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. "DIE ZEIT DRÄNGT!"

Entsprechend stark zeigen sich aktuell die Ölpreise. 

Dennoch hat der DAX seine anfänglichen Kursverluste am Montag aufgeholt. Zunächst ging der Rückschlag vom vergangenen Freitag weiter, doch dann wurden die Anleger wieder mutiger. Laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets werden Kurse unter 24.000 Punkten von Anlegern zu "Schnäppchenkäufen" genutzt.

Zudem gab es im Iran-Konflikt im Laufe des Tages Meldungen, wonach wohl weitere Lösungsideen ausgetauscht werden. Unter anderem soll die US-Seite iranischen Medien zufolge dazu bereit sein, Ölsanktionen gegen den Iran vorübergehend zu lockern. 

Deutsche Aktien im Fokus

Lufthansa

Aktien der Lufthansa haben sich am Montag nicht dem schwachen Markt- und Branchenumfeld entzogen. Auch wenn in einem Medienbericht der mögliche Ausbau der Beteiligung durch den Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne thematisiert wurde, gab der Kurs der Fluggesellschaft um 1,8 Prozent nach. Der gesamteuropäische Sektorindex Stoxx Europe 600 Travel & Leisure stand zeitgleich ähnlich deutlich im Minus.

Belastet wurde das Branchenumfeld von der Furcht vor einer erneuten Eskalation des Iran-Kriegs. Die Töne zwischen dem Iran und den USA werden wieder schärfer und dies treibt die Ölpreise weiter nach oben. Das bereitet gerade Fluggesellschaften wegen der verteuerten Treibstoffe große Sorgen. Die Unsicherheiten führten am Montag auch dazu, dass sich der irische Billigflieger Ryanair <IE00BYTBXV33> keine Gewinnprognose für das laufende Jahr zutraut.

Experten von JPMorgan und Bernstein Research gehen davon aus, dass nach den Nachrichten bei Ryanair mit sinkenden Analystenerwartungen zu rechnen ist. Die Titel des Billigfliegers büßten in Dublin mehr als drei Prozent ein. Sie erreichten ein Tief seit mehr als einem Jahr. An der Londoner Börse fielen im Ryanair-Sog auch Easyjet um drei Prozent und Wizz Air um 4,5 Prozent.

Was die Anteile der Kühne Holding an der Lufthansa betrifft, wurde auf einen Artikel der "Neuen Zürcher Zeitung" verwiesen. Darin schließt Verwaltungsratspräsident Karl Gernandt den Erwerb weiterer Aktien innerhalb der nächsten zwölf Monate nicht aus. Ein Händler sah darin aber keine Überraschung. Die aktuell 20 Prozent große Beteiligung diene der Umsetzung strategischer Ziele, hieß es. Die Holding ist bereits größter Einzelaktionär der Lufthansa.

Deutsche Börse

Das volatile Marktumfeld und Spekulationen um einen Großaktionär haben die Aktien der Deutschen Börse am Montag deutlich angetrieben. Gegen Mittag legten die Papiere des Börsenbetreibers unter den stärksten Werten im Dax um 2,4 Prozent auf 250,20 Euro zu. Damit steuerten sie auf ihre 50-Tage-Linie zu. Anfang des Monats waren die Aktien im Zuge von Gewinnmitnahmen nach guten Quartalszahlen der Deutschen Börse unter diesen charttechnischen Indikator für den mittelfristigen Trend gerutscht.

Im bisherigen Jahresverlauf steht für die Deutsche Börse mittlerweile wieder ein Kursplus von rund 12 Prozent zu Buche. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar haben die Aktien knapp 8 Prozent zugelegt. Denn der Börsenbetreiber profitiert von hohen Handelsvolumina bei starken Kursschwankungen in Krisenzeiten. Neben dem Xetra-Geschäft und der Derivatebörse Eurex gilt das auch für die Energiebörse EEX. Hier ist die Deutsche Börse Nutznießer der immensen Bewegungen beim Gaspreis.

Zum Wochenstart sorgte außerdem ein Großaktionär für Gesprächsstoff. Bereits am Freitagabend wurde offengelegt, dass der britische Hedgefonds TCI seinen Anteil an der Deutschen Börse jüngst auf 5,15 Prozent aufgestockt hatte. Zwar seien die Ziele von TCI-Chef Chris Hohn noch nicht klar, schrieb Experte Tom Mills vom Analysehaus Jefferies. Er glaubt aber nicht, dass es sich bei Hohn nur um einen Mitläufer handele.

Vor über zwanzig Jahren hatte Hohn die Deutsche Börse scharf für die damals geplante Übernahme der London Stock Exchange <GB00B0SWJX34> kritisiert und sogar Aktionärsproteste angeschoben. Der Börsenbetreiber gab seine Übernahmepläne daraufhin auf, der damalige Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert trat zurück. Jefferies-Analyst Mills verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuell laufende Übernahme der Fondsplattform Allfunds, die nominell sogar größer sei.

"Wir begrüßen das Engagement von TCI und freuen uns darauf, unseren konstruktiven Dialog fortzusetzen, so wie wir es mit all unseren Investoren tun", sagte ein Sprecher der Deutschen Börse der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Bei der Hauptversammlung vergangene Woche habe der Börsenbetreiber sehr großen Rückhalt von seinen Aktionären erfahren. Die Deutsche Börse werde ihre Strategie konsequent umsetzen.

Bereits im Januar hatte die Deutsche Börse mitgeteilt, Allfunds für etwas mehr als fünf Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Das wäre die größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens. Der Vollzug wird allerdings wegen notwendiger aufsichtsrechtlicher Genehmigungen erst für 2027 erwartet.

BASF

Die DZ Bank hat den fairen Wert für die Aktie von BASF von 55 auf 63 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Ein starker Jahresauftakt des Chemiekonzerns und ein klarer Fokus auf den Aktionärswert trieben die Neubewertung voran, schrieb Peter Spengler in einem Kommentar am Montag.

Sartorius

Die Aktien von Sartorius können derweil profitieren. Berichten des WSJ zufolge ist der aktivistische Investor Elliot nach Sartorius auch bei Bio-Rad Laboratories eingestiegen. Diese halten eine strategische Positionierung bei dem DAX-Konzern.

Thyssenkrupp

Der Industriekonzern Thyssenkrupp setzt den Sanierungskurs in seinem Automotive-Geschäft fort und will in den USA einen Standort schließen. Betroffen ist das Chassis-Geschäft in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana, das bis zum 31. März 2027 geschlossen werden soll, wie der Konzern am Montag in Essen mitteilte. Derzeit beschäftigt Thyssenkrupp dort 230 Mitarbeiter. Das Chassis-Geschäft soll an den Produktionsstandort Hamilton verlagert werden.

Thyssenkrupp Automotive Technology befindet sich derzeit im Umbau. Ziel ist es, die weltweite Aufstellung des Segments stärker auf profitables Wachstum, höhere operative Leistungsfähigkeit und klarere Strukturen auszurichten. Thyssenkrupp will die Sparte in den nächsten Jahren kapitalmarktfähig machen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern wegen der schwierigen Marktbedingungen in der Autoindustrie ein Kostensenkungsprogramm aufgelegt. Dazu gehörte auch der Abbau von Arbeitsplätzen.

Internationale Nachrichten

Ryanair erwartet stagnierende Sommerpreise

Europas größte Airline nach Passagierzahlen meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nachsteuergewinn von 2,26 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Analystenerwartungen. Für den Hauptreisemonat Juli bis September rechnet das Unternehmen nun aber mit stagnierenden Ticketpreisen – statt der zuvor erwarteten leichten Steigerung – da wirtschaftliche Unsicherheit durch hohe Ölpreise und Inflationssorgen die Buchungsbereitschaft dämpft. Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 verzichtet Ryanair vorerst auf eine konkrete Gewinnprognose.

Globaler Anleihenmarkt unter Druck

Steigende Energiepreise infolge des andauernden Nahost-Krieges heizen die Inflationserwartungen weltweit an und lösen einen breiten Ausverkauf an den Anleihemärkten aus – die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit Februar 2025, während japanische Staatsanleihen Rekordrenditen erreichten. Rohöl der Sorte Brent notiert bei rund 111 US-Dollar pro Barrel, nachdem Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Konflikts nach einem Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Stocken gerieten. Marktdaten zufolge preisen Anleger inzwischen eine mehr als 50-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank Fed noch vor Jahresende die Zinsen erhöht.

Chinas Wirtschaft bricht im April deutlich ein

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verzeichnete im April einen starken Abschwung: Das Einzelhandelswachstum fiel auf nahezu null, die Industrieproduktion wuchs nur halb so stark wie erwartet, und die Investitionen in Anlagen drehten sogar ins Minus. Als Hauptursache gilt der geopolitische Druck durch den Iran-Krieg, der Konsumausgaben und Lieferketten belastet. Besonders der Immobilienmarkt bleibt ein Sorgenkind – Neubauwohnungspreise sanken in 70 Großstädten bereits den 34. Monat in Folge.

FTC leitet Kartelluntersuchung gegen Arm Holdings ein

Die US-amerikanische Handelsaufsicht FTC untersucht laut Bloomberg-Bericht, ob der britische Chip-Lizenzgigant Arm Holdings seine marktbeherrschende Stellung bei Prozessorlizenzen nutzt, um Konkurrenten zu benachteiligen, während das Unternehmen gleichzeitig verstärkt eigene Chips entwickelt. Besonders im Fokus steht das Verhältnis zu Qualcomm, das seit der Übernahme des Startups Nuvia im Jahr 2021 durch einen jahrelangen Rechtsstreit über Lizenzrechte belastet ist. Die Arm-Aktie gab nach Bekanntwerden der Untersuchung nach, notiert aber noch immer fast doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn.

Termine

TERMINE UNTERNEHMEN

07:00 IRL: Ryanair, Jahreszahlen

16:00 SWE: Tele2 AB, Hauptversammlung

TERMINE KONJUNKTUR

03:30 CHN: Einzelhandelsumsatz 4/26

04:00 CHN: Industrieproduktion 4/26

09:00 CHE: BIP Q1/26 (1. Veröffentlichung)

16:00 USA: NAHB-Index 5/26

SONSTIGE TERMINE

09:00 DEU: Hybrides Internationales Forschungsforum für Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank (EZB) veranstalten gemeinsam mit dem Euro Area Business Cycle Network (EABCN) und das Federal Reserve Board 14. Internationale Forschungsforum für Geldpolitik.

09:00 DEU: Online-Pk Klima-Allianz Deutschland e.V. zum Gebäudemodernisierungsgesetz

12:00 DEU: Round Table zu «Wie Deutschlands Infrastruktur-Wende gelingt»

u.a. mit DIW-Chef Marcel Fratzscher. Veranstalter ist die Anwaltskanzlei Gleiss Lutz.

13:00 DEU: Internationales WDR Europaforum auf re:publica «Hard?Times, Soft Power?-?Europas?Rolle?in?der Weltunordnung» mit Ex-Kanzlerin Angela Merkel

DEU: Zweite Runde der Tarifverhandlungen für etwa 9.000 Beschäftigte der Postbank, Frankfurt/M.

BEL: Treffen der EU-Minister für Entwicklungshilfe, Brüssel

FRA: Finanzminister-Treffen der G7 in Frankreich geplant, Paris

FRA: Plenarsitzung des Europäischen Parlaments, Straßburg

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links

Warum steigt der DAX am Montag?

Der DAX fiel am Montag, nachdem am Wochenende die Eskalation rund um den Iran-Krieg durch Trump ein neues Level erreicht hatte und die Ölpreise stiegen. Am Mittag konnte sich der Leitindex dann wieder erholen.

Wie sind die Quartalszahlen von Ryanair ausgefallen?

Europas größte Airline nach Passagierzahlen meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nachsteuergewinn von 2,26 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Analystenerwartungen. Für den Hauptreisemonat Juli bis September rechnet das Unternehmen nun aber mit stagnierenden Ticketpreisen – statt der zuvor erwarteten leichten Steigerung – da wirtschaftliche Unsicherheit durch hohe Ölpreise und Inflationssorgen die Buchungsbereitschaft dämpft.

Warum steigen die Aktien von Sartorius?

Berichten des WSJ zufolge ist der aktivistische Investor Elliot nach Sartorius auch bei Bio-Rad Laboratories eingestiegen. Diese halten eine strategische Positionierung bei dem DAX-Konzern.