Ein DAX-Unternehmen greift nach einem US-Konkurenten: Der geplante Milliarden-Deal könnte frischen Schwung in den Kurs bringen – doch Zweifel am Kerngeschäft bleiben bestehen.
Henkel arbeitet offenbar mit Hochdruck an der Übernahme des US-Haarpflegespezialisten Olaplex. Der Deal würde in eine Phase schwacher Nachfrage fallen – und könnte zu einem wichtigen Impuls für das Wachstum und die Bewertung der Düsseldorfer werden.
Übernahme mit Aufschlag und klarer Perspektive
Der Einstieg von Henkel bei Olaplex nimmt konkrete Konturen an. Das Unternehmen einigte sich laut Mitteilung mit dem Management bereits auf eine Übernahme zu einem Preis von 2,06 US-Dollar je Aktie. Damit bewertet Henkel den US-Konzern mit rund 1,4 Milliarden US-Dollar und zahlt einen Aufschlag von etwa 55 Prozent auf den Schlusskurs vom 25. März. Auch auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage ergibt sich noch eine überraschend hohe Prämie von rund 45 Prozent.
Olaplex soll nach der Transaktion unter eigener Marke bestehen bleiben, verschwindet jedoch vom Kurszettel der NASDAQ. Der bisherige Großaktionär Advent International zieht sich vollständig zurück. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, nachdem die Behörden grünes Licht gegeben haben. Der Verwaltungsrat von Olaplex sowie der Mehrheitsaktionär haben der Übernahme bereits zugestimmt.
Henkel sucht Wachstum in schwierigem Umfeld
Der geplante Zukauf fällt für Henkel in eine kritische Phase. Der Konzern meldete zuletzt einen Umsatzrückgang auf 20,5 Milliarden Euro und kämpft weiterhin mit der Kaufzurückhaltung der Konsumenten. Vorstandschef Carsten Knobel stellt deshalb für das laufende Jahr lediglich ein organisches Wachstum von ein bis drei Prozent in Aussicht.
Mit Olaplex stärkt Henkel gezielt sein Haarpflegegeschäft rund um Marken wie Schwarzkopf und Syoss. Der US-Konkurrent steht für Produkte zur Reparatur geschädigter Haare und erzielt trotz operativer Probleme beeindruckende Bruttomargen von rund 72 Prozent. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über eine solide Liquidität, was die Integration erleichtern dürfte.
Analysten bleiben vorsichtig trotz günstiger Bewertung
An der Börse sorgt die mögliche Übernahme zwar für Aufmerksamkeit, doch die Skepsis bleibt. Das Analysehaus Jefferies senkte am 22. März 2026 das Kursziel für die Vorzugsaktien von 79 auf 73 Euro und bestätigte die Einstufung „Hold“. Analyst David Hayes bezeichnet die Henkel-Aktie als „frustrierend günstig“, fordert jedoch klare Signale für eine nachhaltige Verbesserung im Konsumgütergeschäft. Zuvor hatten auch Berenberg am 16. März 2026 und die Deutsche Bank Research am 12. März 2026 ihre Kursziele auf 79,50 Euro und 77 Euro gesenkt.
Genau bei dieser Kritik setzt Henkel mit dem Olaplex-Deal an. Der Konzern versucht, neue Wachstumsimpulse zu setzen und gleichzeitig seine Position im margenstarken Beauty-Segment auszubauen. Ob dieser Schritt ausreicht, um die schwache Kursentwicklung der vergangenen Jahre zu drehen, hängt vor allem von der operativen Umsetzung und einer spürbaren Belebung der Nachfrage ab.
Fazit
Seit Beginn des Iran-Kriegs hat die Henkel-Aktie (ISIN: DE0006048432) rund 20 Prozent auf derzeit rund 63 Euro verloren. Anleger könnten nun darauf spekulieren, dass der heutige Newsflow den Auftakt zu einer Korrektur nach oben bildet.
Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.
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Häufige Fragen zu Henkel:
Zahlt die Henkel KGaA regelmässig Dividenden?
Ja, die jährliche Dividendenrendite betrug in den letzten Jahren jeweils zwischen rund 2,20 und 3,20 Prozent.
Wie hoch ist die Dividendenrendite beim aktuellen Henkel-Kurs?
Sie beträgt momentan 3,19 Prozent.
Wie hoch ist das KGV der Henkel-Aktie?
Derzeit beträgt es 12,67.
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