Dieser Deutsche Wert zieht am Montag massiv an und gewinnt mehr als 13 Prozent – doch die Unsicherheiten bleiben hoch.

Während geopolitische Spannungen die Börsen belasten, setzt Delivery Hero ein Zeichen: Der Verkauf der Taiwan-Tochter sorgt für Rückenwind. Anleger blicken nun gespannt auf die kommenden Zahlen und die weitere Entwicklung der Verschuldung.

Asset-Deal bringt kurzfristige Kursfantasie

Delivery Hero profitiert aktuell von einem Verkauf in Taiwan. Das Unternehmen veräußert sein Essensliefergeschäft Foodpanda Taiwan für 600 Millionen US-Dollar (rund 519 Millionen Euro) an den asiatischen Konkurrenten Grab. Die Aktie legte daraufhin um rund 3 Prozent zu und gehörte zu den wenigen Gewinnern in einem insgesamt schwachen Marktumfeld, das vom Iran-Krieg belastet wird.

Zuvor hatte das Papier in der vergangenen Woche bei 14,80 Euro ein Rekordtief markiert. Nach Bekanntgabe der Transaktion kletterte der Kurs jedoch zeitweise wieder in Richtung 16 Euro. 

Anleger sollten aber ein wichtiges "Detail" beachten: Bereits vor zwei Jahren versuchte Delivery Hero einen Verkauf an Uber Eats – und scheiterte damals krachend am Veto der Kartellbehörden! Nun steht der Deal erneut unter regulatorischem Vorbehalt. 

Schuldenabbau und operative Kennzahlen im Fokus

Delivery Hero will den Nettoerlös aus dem Verkauf gezielt einsetzen:

Das Management plant, Schulden zu reduzieren, die Kapitalstruktur zu verbessern und finanzielle Flexibilität zurückzugewinnen. Der Verkauf gilt als erster wichtiger Schritt innerhalb der laufenden Überprüfung des Portfolios, die von J.P. Morgan begleitet wird.

Operativ zeigte sich derweil aber ein gemischtes Bild: Im vierten Quartal 2025 sank das Bruttowarenvolumen leicht um 3,3 Prozent auf 12,402 Milliarden Euro. Gleichzeitig steigerte das Unternehmen den Umsatz um 10,3 Prozent auf 3,881 Milliarden Euro. Auch die Bruttomarge verbesserte sich auf 8,3 Prozent. Die verkaufte Taiwan-Sparte erwirtschaftete zuletzt ein GMV (= Bruttowarenwert) von rund 1,5 Milliarden Euro und arbeitete operativ profitabel.

Aber Achtung: Der GMV-Wert ist erklärungsbedürftig.
Wenn Kunden über die App Essen im Wert von 100 Millionen Euro bestellen, beträgt das GMV 100 Millionen Euro. Delivery Hero erhält davon nur einen Teil (z. B. Provisionen, Liefergebühren) als tatsächlichen Umsatz. 

Analysten warnen vor hoher Volatilität

Trotz der obstehend erwähnten positiven Impulse bleibt die Lage angespannt. J.P. Morgan bestätigte zwar die Einstufung „Overweight“, senkte jedoch jüngst am 19. März 2026 das Kursziel deutlich. Analyst Marcus Diebel verweist dabei auf anhaltende Unsicherheiten bei der Profitabilität in Südostasien sowie auf die weiterhin hohe Verschuldung. 

Zusätzlich sorgt seit einiger Zeit wachsender Druck seitens aktivistischer Investoren für Bewegung im Aktionärskreis. Die MDAX-Aktie dürfte daher weiterhin stark schwanken.

Anleger richten ihren Blick nun auf den 26. März 2026: An diesem Tag veröffentlicht Delivery Hero seine neuesten Geschäftszahlen – eine mögliche Fortsetzung des heutigen Kursanstiegs ist dabei durchaus denkbar. 

Fazit

Dass sich die MDAX-Aktie Delivery Hero (ISIN: DE000A2E4K43) heute so gut gegen den negativen Markttrend stämmen kann, macht – zusammen mit den fundamentalen Neuigkeiten – durchaus Hoffnung auf Mehr. Spekulative Anleger können auf einen einsetzenden Turnaround wetten – konservativere Investoren warten die weitere Entwicklung nach der Publikation der anstehenden Geschäftszahlen ab.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Aktien für die Ewigkeit Index» glücklicher.

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Häufige Fragen zur Delivery Hero-Aktie:

Zahlt das Unternehmen Dividenden?
Nein, bisher noch nicht.

Wie lautet das Konsenskursziel für die nächsten zwölf Monate?
Das Konsenskursziel der Analystenschätzungen aus den letzten drei Monaten beträgt stattliche 27,78 Euro.

Wie lautet das Konsensanalystenvotum für diesen MDAX-Titel?
Das Konsensvotum von insgesamt 19 Analystenbeurteilungen lautet "Kaufen", wobei sogar acht Analysten "stark Kaufen" ausriefen.

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