Nach positiven US-Vorgaben kann der DAX weiter steigen. Das treibt den Leitindex an. Außerdem im Fokus: Iran, DHL, Hensoldt, Nvidia, Bitcoin, OpenAI, Anthropic, HP und Bitcoin.

Nach weiteren Höchstständen an den US-Börsen wird der deutsche Aktienmarkt am Dienstag moderat im Plus erwartet. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax einen Anstieg von 0,5 Prozent auf 25.121 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 dürfte ebenfalls etwas zulegen.

Tags zuvor hatte der Dax mit einer Tagesspanne von 400 Punkten erheblich um die runde Marke von 25.000 Punkten geschwankt. Die seit Wochen erhoffte nachhaltige Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran lässt weiter auf sich warten. Immerhin wird aber weiter verhandelt, US-Präsident Trump sprach sogar von einem "schnellen Tempo". Die Ölpreise gaben am Dienstag im frühen Handel wieder etwas nach.

An den US-Börsen setzte sich derweil die vom Thema KI getriebene Rekordjagd im S&P 500 und Nasdaq 100 fort. Auch der Dow Jones Industrial erreichte einen neuen Höchststand.

Auf Unternehmensseite sind potenziell marktbewegende Nachrichten bislang Mangelware. Insofern könnten in erster Linie zunächst Analystenkommentare für Bewegung sorgen, beispielsweise bei den Aktien von Salzgitter. Die US-Investmentbank Morgan Stanley stufte die Papiere des Stahlkonzerns von "Equal-weight" auf "Overweight" hoch und erhöhte das Kursziel von 45,50 auf 70,80 Euro.

Einen Blick wert sein könnten die Titel von Siemens Energy. Der Energietechnikkonzern gab die Übernahme der nordirischen Camlin Group bekannt. Das Technologieunternehmen, das auf die Überwachung, Digitalisierung und Optimierung von kritischer Energie- und Bahninfrastruktur spezialisiert ist, erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro.

Nachrichten Deutschland

Hensoldt

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Hensoldt von 95 auf 97 Euro angehoben und die Einstufung auf "Equal Weight" belassen. Die deutliche Erhöhung des Free-Cashflow-Jahresziels sei vor dem Hintergrund der Erholung in den vergangenen zwei Wochen größtenteils schon im Kurs eingepreist gewesen, schrieb Afonso Osorio in einer am Montag vorliegenden Studie. In seinem Modell führe der angepeilte Mittelzufluss aber zu einem etwas höheren Kursziel für die Aktien des Rüstungselektronikkonzerns.

DHL

Die Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux hat die Aktien von DHL am Dienstagmorgen angetrieben. Die Papiere der Bonner stiegen auf der Handelsplattform Tradegate mit 52,14 Euro um 1,4 Prozent über ihren Xetra-Schluss vom Vorabend. Das wäre ein neues Hoch seit gut vier Jahren.

Die Kepler-Experten setzten in ihrer Empfehlung ein Kursziel von 60 Euro an. Die Anleger unterschätzten das Gewinnpotenzial im Expressgeschäft, hieß es. Ein Anstieg des Gewichts je Sendung steigere den operativen Hebel des Bereichs. Die entsprechende Änderung im Bilanzausweis der Sparte werde für höhere Transparenz hinsichtlich der Chancen sorgen.

Mercedes

Die US-Bank JPMorgan hat Mercedes-Benz nach ihrer hauseigenen jährlichen Branchenkonferenz mit einem Kursziel von 70 Euro auf "Overweight" belassen. Der Autobauer habe über seine KI-Strategie, Robotik-Partnerschaften und die Aussichten für 2026 informiert, schrieb Jose Asumendi am Montagabend. In China stünden die Stuttgarter ähnlich wie die meisten Konkurrenten Herausforderungen durch sinkende Volumina und den anhaltenden Preiskampf gegenüber. Sie behaupteten aber erfolgreich ihren Marktanteil im hochpreisigen Segment. Global erwarte Mercedes Benz im zweiten Quartal eine weitgehend ähnliche Entwicklung wie zum Jahresauftakt.

Nachrichten International

Nvidia

Am Montag haben Pläne von Nvidia KI-Chipriesen und klassische PC-Prozessorhersteller im US-Handel unterschiedlich bewegt. Der Konzern will mit seinen als KI-Treiber verwendeten Grafikprozessoren künftig auch im Bereich der PC-Hauptprozessoren angreifen.

Nvidia-Aktien legten um fast fünf Prozent zu. Intel verloren 3,7 und AMD 1,8 Prozent. Etwas mildernd wirkte es sich bei letzterem aus, dass der Barclays-Analyst Tom O'Malley das Unternehmen im Vergleich als "besser positioniert" im PC-Bereich ansieht. Dies sprach er aber ohne Bewertung der Nvidia-Pläne aus.

O'Malley äußerte sich in der Studie auch generell zum Markt für Hauptprozessoren (CPU), die sich an den Bedarf für Grafikprozessoren (GPU) annäherten. Diese waren im KI-Einsatz bislang wegen der darauf zugeschnitten Leistungseffizienz maßgeblich. Wie er betonte, steige die CPU-Nachfrage derzeit dank der Verwendung im Bereich der agentischen KI rasant. Diese plant als Anwendung selbstständig und trifft Entscheidungen.

Bei der Aktie von Nvidia, das längst das wertvollste Unternehmen der Welt geworden ist, bedeuteten die Kursgewinne vom Montag aber nur eine Erholung. Sie waren in den vergangenen zwei Wochen etwas von ihrem Mitte Mai erreichten Rekordhoch zurückgekommen.

Gemeinsam mit Nvidia waren am Montag aus dem Chipsektor auch die Titel von ARM weiter heiß begehrt. Die Aktien des Chiparchitektur-Entwicklers sprangen auf ihrer Rekordrally um nochmals fast 17 Prozent hoch. Sie profitierten davon, dass das Unternehmen mit dem KI-Chip-Riesen bei der Entwicklung der angekündigten PC-Hauptprozessoren kooperiert.

OpenAI

Der US-Bundesstaat Florida wirft der KI-Firma OpenAI in einer Klage vor, die Nutzer ihrer Software ChatGPT zu gefährden. Der Chatbot sei eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit, heißt es in der von Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier eingereichten Klageschrift. Darin wird auf Fälle verwiesen, in denen ChatGPT eine tödliche Medikamentenkombination empfohlen und einen für tödliche Schüsse auf einem Universitätsgelände verantwortlichen Schützen vor dessen Tat beraten haben soll. Insbesondere für Teenager sei der Chatbot problematisch, kritisierte Uthmeier.

OpenAI verwies in einer Reaktion auf Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer. Dazu gehörten Mechanismen zur Alterserkennung sowie Überwachungsmöglichkeiten für Eltern. Die Maßnahmen führte OpenAI zum Teil erst nach Todesfällen und öffentlicher Kritik ein.

ChatGPT ist der Chatbot, der den aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz auslöste und kommt inzwischen laut OpenAI auf 900 Millionen Nutzer pro Woche. Er ist das wichtigste Produkt der Firma.

Florida hatte bereits im April Ermittlungen zur Rolle von ChatGPT beim Schusswaffen-Angriff an der Florida State University im April 2025 aufgenommen. Der Schütze habe vor der Tat Ratschläge von dem KI-Chatbot eingeholt, sagte Uthmeier damals. Demnach bekam er nicht nur Empfehlungen, welche Waffe er verwenden solle und welche Munition zu welchen Waffen passe, sondern auch zu der Frage, wo und zu welcher Zeit dort die meisten Menschen anzutreffen sein würden. OpenAI beharrt darauf, dass ChatGPT nicht für die Tat verantwortlich sei, bei der zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt wurden.

Antropic

Die KI-Firma Anthropic, die der schärfste Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ist, nimmt Kurs auf die Börse. Ein Antrag für eine Aktienplatzierung wurde zunächst vertraulich eingereicht, wie Anthropic mitteilte. Damit bleiben Geschäftsinformationen zunächst unter Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden.

Der Börsengang könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden. Die KI-Firma schloss zuletzt eine 65 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden Dollar ab. Auch OpenAI werden Börsenambitionen nachgesagt, die in ähnlichen Dimensionen liegen könnten. Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, in der inzwischen auch seine KI-Firma xAI aufgegangen ist, könnte bereits Mitte Juni an die Börse gehen. Dabei wird Medienberichten zufolge eine Gesamtbewertung von bis 1,8 Billionen Dollar angestrebt. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand größte Börsengang.

OpenAI-Chef Sam Altman sagte nach der Anthropic-Ankündigung, seine Firma sehe sich nicht im Rennen darum, wer zuerst an der Börse notiert sein wird. "Wir werden es machen, wenn wir glauben, dass es Sinn ergibt", betonte er in einem Interview des Senders CNBC. Vor einigen Monaten berichtete die Website "The Information", OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar halte das Unternehmen noch nicht reif für einen Börsengang. OpenAI wies damals zurück, dass es bei dem Thema Differenzen in der Führungsetage gebe.

Zugleich gibt es nach wie vor Zweifel, ob die Investitionen von hunderten Milliarden Dollar in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz am Ende wieder zurückverdient werden können. Altman sagte dazu bei CNBC, man werde nach seiner Einschätzung in einem oder zwei Jahren besser erkennen können, dass sich die hohen Ausgaben rechnen.

HP

Aktien des Server- und Speicherlösungs-Spezialisten HP Enterprise (HPE) sind am Montag nach US-Börsenschluss getrieben von KI-Euphorie kräftig gestiegen. Zuletzt legten sie um 30 Prozent auf knapp über 60 US-Dollar zu.

Als Treiber fungierte vor allem ein Ausblick, der die Erwartungen des Marktes deutlich in den Schatten stellte. Die Rally der Papiere setzte sich damit fort. Schon Ende der Vorwoche hatte es zwei schwungvolle Gewinntage gegeben - mitunter gestützt auf starke Zahlen des Computerkonzerns Dell. Vor den nachbörslich veröffentlichten Zahlen hatten die HPE-Aktien am Montag den Handel mit einem Plus von mehr als neun Prozent beendet.

Bitcoin

Das Unternehmen Strategy hat erstmals seit zwei Jahren einen Teil seiner Bitcoin-Bestände im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar verkauft, um finanzielle Verpflichtungen und Dividendenzahlungen zu erfüllen. Da Firmengründer Michael Saylor zuvor stets versprochen hatte, niemals Bitcoin zu veräußern, reagierte die Community verärgert und warf ihm Wortbruch vor. Infolge der Bekanntgabe des Verkaufs brachen sowohl der Bitcoin-Kurs als auch die hauseigene Aktie des Unternehmens spürbar ein.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufig gestellte Fragen

Warum legt der DAX am Dienstag weiter zu?

Nach neuen Höchstständen an den US-Börsen wird der deutsche Leitindex am Dienstag moderat im Plus erwartet, wobei der X-Dax vor Handelsbeginn einen Anstieg um 0,5 Prozent auf 25.121 Punkte signalisierte. Neben den positiven US-Vorgaben stützen die fortlaufenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie leicht nachgebende Ölpreise die Marktstimmung. Zudem sorgen positive Analystenkommentare, wie die Hochstufung von Salzgitter durch Morgan Stanley und das neue Vierjahreshoch der DHL-Aktie nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux, für gezielte Impulse am deutschen Markt.

Welche Pläne von Nvidia wirbeln den Chip- und Servermarkt auf?

Nvidia plant, mit seinen Grafikprozessoren künftig auch im Bereich der PC-Hauptprozessoren (CPUs) anzugreifen, was die Aktie um fast fünf Prozent antrieb und Konkurrenten wie Intel und AMD unter Druck setzte. Da die Nachfrage nach CPUs durch den rasanten Aufstieg der selbstständig agierenden agentischen KI stark zunimmt, kooperiert Nvidia bei dieser Entwicklung mit dem Chiparchitektur-Entwickler ARM, dessen Papiere um fast 17 Prozent nach oben sprangen. Gleichzeitig sorgt die KI-Euphorie beim Server-Spezialisten HP Enterprise nach einem starken Ausblick für einen nachbörslichen Kurssprung von rund 30 Prozent.

Warum stehen die KI-Rivalen OpenAI und Anthropic im Rampenlicht?

Während der ChatGPT-Entwickler OpenAI mit einer schweren Klage des US-Bundesstaates Florida konfrontiert ist, die dem Chatbot eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Mitschuld an Gewalttaten vorwirft, steuert der schärfste Rivale Anthropic erfolgreich auf die Börse zu. Anthropic hat nach einer 65 Milliarden Dollar schweren Finanzierungsrunde, die das Unternehmen mit 900 Milliarden Dollar bewertet, einen vertraulichen Antrag auf eine Aktienplatzierung bei der SEC eingereicht. OpenAI-Chef Sam Altman betonte daraufhin, dass sich sein Unternehmen nicht im Rennen um den ersten Börsengang befinde und diesen Schritt erst tun werde, wenn es operativ sinnvoll sei.