Nach einem deutlichen Rücksetzer, der die Rheinmetall-Aktie allein im Januar 17 Prozent kostete, senken Analysten die Kursziele. Dazu trägt vermutlich auch ein weitgehend geheim gehaltener Call des Unternehmens mit den Experten bei. Dennoch bleibt ein Großteil optimistisch. 

Die Rheinmetall-Aktie geriet zuletzt unter deutlichen Verkaufsdruck. Ausgelöst wurde der Rücksetzer unter anderem durch die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi sowie Gewinnmitnahmen nach einer starken Rally in den vergangenen Monaten.

Nun reagieren auch die Analysten auf den Kursverfall – und senken ihre Schätzungen. Das ist besonders interessant, weil Rheinmetall laut dem Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seiteam 4. Februar einen "FY 2025 Analyst & Investor Recap" terminiert hatte. Dort durfte das Unternehmen zwar keine ad-hoc-pflichtigen Zahen melden, es ist aber davon auszugehen, dass es eine Art Feedback zu den bisherigen Schärtzungen gab, um den Marktkonsens näher an die Realität zu bringen. Am 11. März 2026 will Rheinmetall seinen Geschäftsbericht für 2025 vorlegen.

Doch selbst nach den Kurs-Anpassungen bleibt noch ein erhebliches Kurspotenzial, wie Zahlen zeigen, die „Der Aktionär“ zusammengetragen hat. 

Kursziele bleiben klar über 2000 Euro

JPMorgan reduzierte sein Kursziel für die Rheinmetall-Aktie von 2250 Euro auf 2130 Euro, hält aber an seiner „Overweight“-Empfehlung fest. Analyst David Perry senkte zwar seine Gewinnprognosen bis zum Jahr 2030 um bis zu 14 Prozent. Er sieht aber weiterhin ein starkes Umsatz- und Ergebniswachstum für den Rüstungskonzern. Auch sein angepasstes Kursziel gehört weiterhin zu den höchsten im Rheinmetall-Kosmos.

Die US-Bank Jefferies senkte ihr Ziel ebenfalls: von zuvor rund 2170 Euro auf jetzt rund 2060 Euro reduziert. Die Kaufempfehlung blieb bestehen. Die Analystin begründete den Schritt mit vorsichtigen Unternehmensaussagen zur Entwicklung der Erlöse und Profitabilität für 2025/26.

Rheinmetall (WKN: 703000)

Mehrheit rät weiterhin zum Kauf

Trotz dieser Absenkungen ist der Tenor überwiegend positiv: Laut einer Bloomberg-Umfrage raten 24 von 28 befragten Analysten weiterhin zum Kauf der Rheinmetall-Aktie. Die höchsten Kursziele stehen dabei nach wie vor bei bis zu 2500 Euro, etwa von UBS und Morgan Stanley.

An der Börse kamen die Meldungen um gesenkte Kursziele jedoch gar nicht gut an: Rheinmetall-Aktien verloren am Donnerstag bis zum MIttag fast acht Prozent.

Fundamental bleiben die Wachstumsaussichten des Düsseldorfer Rüstungskonzerns attraktiv: Viele Institute verweisen auf die langfristig steigende Nachfrage nach Verteidigungstechnologie in Europa und weltweit. Zudem sehen einige Häuser den aktuellen Rücksetzer als Kaufsignal, da die Bewertung im Vergleich zu europäischen Peers wieder attraktiver erscheine.

Für Anleger bedeutet dies: Kurzfristig könnten weiterhin Schwankungen auftreten, doch auf mittlere bis lange Sicht bleibt die Mehrheit der Analysten zuversichtlich, dass Rheinmetall wieder auf den Kurs seiner ambitionierten Kursziele zurückfindet. Vorausgesetzt, die geopolitischen Rahmenbedingungen und der Auftragseingang bleiben stabil und es gelingt dem Unternehmen, die Aufträge zeitnah abzuarbeiten.

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