In Sachen Hightech hat Deutschland nur wenige Unternehmen von Weltrang zu bieten. Eines davon schickt sich an, zum deutschen Börsenstar des ersten Halbjahres zu werden. Das steckt dahinter.

In den vergangenen Jahren galt die Aktie von Infineon vielen als Langweiler an der Börse. Meist bewegte sich der Kurs in einem Korridor zwischen 30 und 40 Euro, und immer dann, wenn es nach einem Ausbruch nach oben aussah, machte eine schlechte Nachricht die Hoffnungen wieder zunichte. Meist war es die Autoindustrie, die den Infineon-Kurs wieder nach unten zog, denn sie gehört zu den wichtigsten Kunden.

Doch nun ist die Aktie plötzlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Seit November 2025 steigt der Kurs deutlich. Und nun hat die Aktie seit dem 30. März, sage und schreibe, 39 Prozent gut gemacht. Damit liegt Infineon im Jahr 2026 im DAX auf Platz zwei hinter Siemens Energy (49 Prozent).

Infineon (WKN: 623100)

Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren gefragt

Der Grund dafür: Infineon liefert viel mehr als Chips für die Autoindustrie. Die sogenannten Leistungshalbleiter der Deutschen, deren Zentrale in Neubiberg bei München steht, stecken nicht nur als Abschaltautomatik in Reiskochern, sondern auch in Windrädern, Solaranlagen – und in KI-Rechenzentren.

Vor etwa zwei Jahren begann Infineon damit, seinen Investoren zu erklären, dass man selbst auch vom KI-Boom profitieren werde. Denn die teuren Nvidia-Chips in den Rechenzentren benötigen ein sehr exaktes Energiemanagement, um zum Beispiel nicht zu überhitzen und die bestmögliche Leistung bringen zu können. Und Infineon gehört in diesem Sektor zu den Weltmarktführern.

Doch an der Börse verfing das Thema nur langsam. Zu viel Unternehmen versuchen derzeit, mithilfe des Schlagworts KI ihre Kurse zu pushen.

Konkurrenz hebt die Prognosen an

Doch mittlerweile ist die Botschaft angekommen. Denn auch andere, etablierte Chipkonzerne melden in ihrem Geschäft mit Leistungshalbleitern rasante Umsatzsprünge. Das färbt auf Infineon ab.

Am Mittwochabend veröffentlichte Texas Instruments (TI) nach Börsenschluss in den USA Quartalszahlen. Die beeindruckten die Anleger so stark, dass es mit der Aktie nachbörslich um mehr als elf Prozent nach oben ging. Vor allem der Ausblick löst Fantasie aus: Der neue, von TI prognostizierte Gewinn je Aktie liegt rund 25 Prozent über den bisherigen Markterwartungen von. Da auch der Konkurrent STMicroelectronics seine Prognose am Mittwoch anhob, kennt die Infineon-Aktie heute kein Halten mehr.

BÖRSE-ONLINE-Leser schon 35 Prozent im Plus

Regelmäßige BÖRSE ONLINE-Leser sind bei der Kursrally voll dabei: Wer unserer Empfehlung in Heft 3/2026 folgte (erschienen am 9. Januar) liegt zum aktuellen Kurs von 52 Euro (Stand 23. April 2026) bereits 35 Prozent vorne.

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Häufige Fragen zum Thema

Welche Arten von Chips stellt Infineon her?

Infineon stellt eine breite Palette an Halbleitern her. Der Fokus liegt auf Leistungshalbleitern, Mikrocontroller, Sensoren und Sicherheitschips. Diese Chips finden Anwendung in der Automobilindustrie, industriellen Stromversorgung, KI-Servern und IoT-Geräten.

Welches Kursziel geben Analysten für die Infineon-Aktie aus?

Das durchschnittliche Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten steht bei 50,80 Euro und ist damit bereits erreicht. Da aber 27 von 32Analysten zum Kauf der Aktie raten, ist zu erwarten, dass die Kursziel bald angehoben werden.

Wann meldet Infineon Zahlen für das erste Quartal 2026?

Infineon wird am 6. Mai 2026 Quartalszahlen melden. Da das Geschäftsjahr von Infineon aber schon am 1. Oktober beginnt, handelt es sich zwar um das erste Kalenderquartal, aber schon um das zweite Geschäftsquartal von Infineon im Geschäftsjahr 2025/2026.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Infineon.