Seit Monaten spekulierten Anleger auf eine Übernahme des Windkraft-Projektierers PNE AG. Der Kurs der PNE-Aktie kletterte deshalb im Dezember auf ein neues Allzeithoch – mit Aussicht auf noch höhere Kurse. Doch nun die große Enttäuschung: Großaktionär Morgan Stanley gibt seine Pläne auf, sein 44-Prozent-Paket an PNE zu verkaufen. Die Aktie crasht am Montag.

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat beschlossen, ihr Aktienpaket an dem Windpark-Projektentwickler PNE vorerst nicht verkaufen. Die Gespräche mit potenziellen Interessenten über einen vollständigen Erwerb der Beteiligung an PNE würden derzeit nicht weitergeführt, teilte das im SDax notierte Unternehmen am Freitag-Abend in Cuxhaven mit.

Laut einem Bericht der WirtschaftsWoche soll der Großaktionär in der letzten Runde nur noch mit dem Infrastruktur-Fonds Macquarie und einem Vehikel des weltgrößten US-Fondsverwalters BlackRock verhandelt haben. Beide Offerten bewerteten PNE demnach insgesamt über dem aktuellen Marktwert.

Großer entgangener Gewinn

Morgan Stanley hält über seine Photon Management GmbH gut 44 Prozent an PNE und hätte bei einem Verkauf ordentlich Kasse gemacht. Der Infrastruktur-Fonds MSIP hatte das Paket nach einem gescheiterten Übernahmeversuch 2020 für 4 Euro je Aktie gekauft. Am Freitag schloss die PNE-Aktie bei 20,45 Euro. Den Höchststand hatte die PNE-Aktie im Dezember bei 24,10 Euro erreicht.

Am Montag stürzt die PNE-Aktie zeitweise auf nur noch 16,72 Euro ab. Im Xetra-Tief ergibt sich ein Kursabschlag zu Freitag von 18 Prozent. An den Regionalbörsen war der SDax-Wert bereits am Freitagabend stark unter Druck geraten.

PNE (WKN: A0JBPG)

PNE hatte Ende Oktober mitgeteilt, dass Photon Management ergebnisoffene Gespräche mit möglichen Interessenten über einen vollständigen Erwerb ihrer Anteile führen will.

Ende November hatte PNE-Chef Markus Lesser bei einer Kapitalmarkt-Konferenz in Frankfurt gesagt, dass zahlreiche Anfragen eingegangen sind. Insidern zufolge gehörten auch der französische Versorger Engie und der schwedische Finanzinvestor EQT zu den Interessenten an einem Einstieg.

Käufer hätte PNE komplett übernehmen müssen

Ein Käufer der Morgan-Stanley-Beteiligung hätte ein Pflichtangebot für die übrigen Anteile an PNE abgeben müssen, die an der Börse damals mit rund 1,4 Milliarden Euro bewertet wurde. Die explodierenden Energiepreise nach der Invasion Russlands in der Ukraine und der Gaslieferstopp Russlands haben die Nachfrage nach erneuerbaren Energien angeheizt und die Kurse von Unternehmen der Branche beflügelt.

Die PNE-Gruppe ist international tätig und einer der erfahrensten Projektierer von Windparks an Land und auf See. Auf dieser erfolgreichen Basis hat sich die Gruppe zu einem "Clean Energy Solutions Provider" weiterentwickelt, einem Anbieter von Lösungen für saubere Energie.

Empfehlung zur PNE-Aktie

Der Kurs der PNE-Aktie ist kurzzeitig unter die Stopp-Marke von BÖRSE ONLINE gefallen. Angesichts der weggefallenen Übernahme-Fantasie und bei gleichzeitig recht hoher Bewertung ist die Luft bei dem SDax-Wert vorerst raus. Es gibt spannendere Green-Tech-Aktien wie etwa ABO Wind oder Energiekontor.

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