Anleger sollten den Terminkalender bei der Übernahme des Stahlhändlers Klöckner & Co. durch den US-Konzern Worthington Steel fest im Blick haben. Werden nämlich Fristen verpasst, drohen hohe Verluste.

Für die Übernahme des deutschen Stahlhändlers Klöckner hat der Kaufinteressent Worthington Steel ein hohes Aufgeld geboten. Die Offerte lag rund 80 Prozent über den Klöckner-Kursen, bevor die ersten Gerüchte über Übernahmegespräche publik wurden. Das Angebot in Höhe von elf Euro je Aktie ist allerdings an eine Bedingung geknüpft: Mindestens 65 Prozent der Aktionäre müssen ihre Aktien andienen. Die Angebotsfrist endet am 12. März.

Doch die Übernahme wackelt, denn bisher erst rund 53 Prozent der Aktien angedient, wie BÖRSE ONLINE am Dienstag von Beteiligten erfuhr. Für das Anleger ist das eine heikle Nachricht. Denn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dürfte klar sein: Das US-Unternehmen wird seine Offerte weder aufstocken, noch die Bedingungen für die Kapitalquote ändern. Sonst würde Worthington Gefahr laufen, dass die eigene Finanzierung für den Deal ins Wanken gerät. 

Wenn Anleger ihre Aktien nicht andienen und auf eine Nachbesserung am Ende der Angebotsfrist wetten wollen, könnte das also ziemlich daneben gehen. Das zeigt der Blick in die Kurshistorie. Bevor die ersten Gerüchte aufkamen, notierte die Klöckner-Aktie bei sechs Euro. Mit hoher Wahrscheinlich würde sie wieder in diese Richtung fallen, wenn Worthington Steel von der Offerte zurücktritt. Das würde einen Verlust von 45 Prozent gegenüber den aktuellen Kursen bedeuten.

BÖRSE ONLINE -Lesre bekamen den Tipp übrigens vor allen anderen: Bereits Mitte November stellten wir die Klöckner-Aktie als 80-Prozent-Chance im Heft vor (Ausgabe 47/2025). Wer damals zu 5,27 Euro einstieg, konnte sein Investment bislang mehr als verdoppeln.

Das bedeutet: Wer bei Klöckner & Co. engagiert ist, sollte seine Aktien zum Ankauf andienen. Dann haben Anleger außerdem das Anrecht auf zusätzlich 20 Cent pro Aktie als Schlussdividende. Eine Alternative wäre der Verkauf über die Börse, doch dann gäbe es die Schlusszahlung nicht. Tipp: Wer nach einer Andienung trotzdem noch einmal auf höhere Notierungen setzen will, etwa im Rahmen einer Squeeze-Out-Spekulation, kauft die Aktien einfach an der Börse zurück, sobald feststeht, dass die nötige Kapitalquote wirklich erreicht worden ist.

Klöckner & Co (WKN: KC0100)

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Häufig gestellte Fragen

Warum wurde Klöckner & Co. zum Übernahmeziel?

Klöckner & Co hat sich in den letzten Jahren vom reinen Stahlhändler zu einem Service-Center- und Metallverarbeitungsunternehmen gewandelt. Durch die Weiterverarbeitung (Anarbeitung) erzielt das Unternehmen höhere Margen als im reinen Handel, was es für Käufer attraktiv macht.


Wer will Klöckner & Co. kaufen?

Worthington Steel ist ein führender US-amerikanischer Stahlverarbeiter mit Hauptsitz in Columbus, Ohio. Das Unternehmen ist an der New York Stock Exchange (NYSE: WS) gelistet und entstand in seiner heutigen Form durch eine Abspaltung vom Mischkonzern Worthington Industries im Dezember 2023.

Welchen Preis bietet Worthington Steel?

Worthington bietet elf Euro je Klöckner-Aktie zuzüglich einer Schlussdividende von 20 Cents.


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