Weitere Studienergebnisse zum Medikamentenkandidaten Asundexian machen Bayer-Aktionären heute Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Blutgerinnungshemmer. Gegen Schlaganfall Auch Analysten äußern sich positiv.

Der Aktienkurs des Dax-Konzerns Bayer steigt am Freitag um 1,8 Prozent auf 45,61 Euro und nähert sich damit wieder dem Ende Januar erreichten höchsten Stand seit Herbst 2023. Damit zählt Bayer zu den drei besten Tages-Werten im Dax. Seit dem Mehrjahrestief im Frühjahr 2025 summieren sich die Kursgewinne nun sogar schon auf fast 150 Prozent. Gleichwohl bleibt das fast elf Jahre alte Rekordhoch bei 146 Euro noch in weiter Ferne.

Die Perspektiven für den Pharma- und Agrarchemiekonzern haben sich zuletzt jedoch deutlich aufgehellt. Bei den Bemühungen um eine Lösung der US-Rechtsstreitigkeiten rund um angebliche Krebsrisiken der glyphosathaltigen Unkrautvernichter von Monsanto macht Bayer Fortschritte. Die Leverkusener hoffen mittlerweile auf ein für sie positives Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts, des US Supreme Court.

Bayer (WKN: BAY001)

Bis in die 2030er Jahre hinein „extrem gutes Wachstum“

Gleichzeitig scheinen die Sorgen vieler Investoren über eine Patentklippe im Pharmageschäft wie weggewischt. Lange herrschte die Meinung vor, dass neue Medikamente die wegbrechenden Erlöse der Kassenschlager Xarelto (ein Blutgerinnungshemmer) und Eylea (ein Augenmedikament ) nicht würden auffangen können. Bei beiden läuft der Patentschutz aus.

Doch nun erscheine die angenommene Patentklippe „wie eine kleinere Unebenheit auf einer Straße“, schrieben die Analysten Christian Faitz und David Evans von Kepler Cheuvreux im Januar.

Plötzlich sieht Bayer die Pharmasparte wegen des Erfolgs noch junger Medikamente und geplanter Verkaufsstarts neuer Arzneien wieder auf Wachstumskurs. „Wir haben jetzt fünf große Blockbuster-Kandidaten“, hatte Pharma-Chef Stefan Oelrich Anfang des Jahres auf der JPMorgan Healthcare Conference in San Francisco verkündet. In den kommenden Jahren bis in die 2030er Jahre hinein erwartet er daher „extrem gutes“ Wachstum.

Analysten heben die Schätzungen an

Untermauert wird dies nun durch neue Detail-Daten zu Asundexian. Bereits im Herbst hatten erste Resultate der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie Anleger und Analysten überzeugt. Die nun veröffentlichten detaillierten Daten gelten nun jedoch für das Verkaufspotenzial als entscheidend. Die Studie ergab eine Reduzierung der Anzahl von wiederkehrenden Schlaganfällen um gut ein Viertel.

JPMorgan-Analyst Vosser hat seine Schärzungen deshalb angehoben. Bisher rechnete er mit einem Jahresspitzenumsatz von 1,4 Milliarden Euro ab dem Jahr 2035 sowie mit Erlösen von rund 100 Millionen Euro im Jahr 2028. Angesichts der neuen Daten sieht der Analyst aber bei beiden Zahlen Luft nach oben. Allerdings hänge das Umsatzpotenzial auch vom Abschneiden der Konkurrenz ab. So stünden für den Wirkstoff Milvexian wichtige Studienergebnisse seitens Johnson & Johnson und Bristol Myers Squibb Ende 2026 sowie Anfang 2027 an.

Drei Milliarden Euro Umsatzpotenzial

Auch Matthew Weston von der schweizerischen Großbank UBS äußerte sich optimistisch. Sowohl die Wirksamkeit als auch das Sicherheitsprofil des Gerinnungshemmers von Bayer habe auf der Internationalen Schlaganfall-Konferenz für Applaus gesorgt, schrieb Weston in einer ersten Einschätzung. Der Präventionserfolg bei ischämischem Schlaganfall (Hirninfarkt) sei bedeutend. In der Schlaganfall-Prävention taxiert Weston das Marktpotenzial von Asundexian aktuell auf einen Jahresspitzenumsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar (knapp 1,3 Mrd Euro) bei einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent.

Sachin Jain von der Bank of America ist noch deutlich zuversichtlicher und hält langfristig sogar einen Jahresumsatz von drei Milliarden Euro mit dem Mittel für denkbar. Damit wäre die Patentlücke mehr als ausgeglichen.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.