Mit plus sieben Prozent hat Kupfer deutlich besser performt, als Edelmetalle und diverse andere Industriemetalle. Das hat mehrere Gründe, allerdings sollten Anleger bei Investments in Kupfer folgende Aspekte unbedingt beachten.

Die Outperformance resultiert aus einer Kombination aus struktureller Nachfrage und temporären Angebotsengpässen. Zentraler Treiber ist der weltweite Ausbau der Energie- und Strominfrastruktur – Stromnetze, erneuerbare Energien und Elektrifizierung in Industrie und Verkehr. Dank seiner hohen Leitfähigkeit ist Kupfer hier praktisch unverzichtbar.

Probleme auf der Angebotsseite

Auf der Angebotsseite zeigt sich ein starres Bild: Neue Minenprojekte brauchen oft Jahre bis zur Produktion, bestehende Minen kämpfen mit sinkenden Erzgehalten und steigenden Kosten. Operative Störungen und geringere Fördermengen in einzelnen Regionen verknappten das Angebot zusätzlich – diese Kombination stützte die Preisentwicklung.

Auch die Erwartung möglicher US-Importzölle spielte eine Rolle: Sie führte zeitweise zu Vorzieheffekten in den Lieferketten und einem verstärkten Lageraufbau in bestimmten Regionen, was kurzfristig die Preisbewegungen verstärkte.

Kupfer (ISIN: AF0000COPPER)

Besonderheiten eines direkten Kupferinvestments

Ein Investment in Kupfer ist meist nicht mit dem physischen Kauf des Metalls vergleichbar, da Kupfer an Terminmärkten in Dollar gehandelt wird. Daraus ergeben sich strukturelle Besonderheiten:

• Währungsabhängigkeit: Da Kupfer in Dollar notiert, beeinflusst der Dollar-Euro-Kurs die Rendite für europäische Anleger erheblich. Dollarstärke verbessert tendenziell die Kupferperformance in Euro, ein schwächerer Dollar schwächt den Effekt ab.

• Contango-Risiko: Kupfer-Futures befinden sich häufig in Contango-Phasen, in denen spätere Kontrakte teurer sind als kurzfristige. Bei Investments über ETCs oder rollierende Futures können dadurch Rollverluste entstehen, wenn auslaufende Kontrakte regelmäßig in teurere neue überführt werden müssen. In längeren Seitwärtsphasen kann dies die Gesamtrendite spürbar belasten.

• Kontrahentenrisiko: Da ein direktes Kupferinvestment meist kein physisches Metall darstellt, besteht das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird oder die Produktstruktur nicht wie erwartet funktioniert. Bei großen Emittenten ist dieses Risiko gering, bleibt aber relevant – anders als beim physischen Besitz von Gold oder Silber.

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Kupferminenaktien entwickeln sich uneinheitlich

Ein naheliegender Ansatz ist der Kauf von Kupferminenaktien. Die Entwicklung dieser sogenannten Pure-Play-Kupferförderer war jedoch keineswegs einheitlich – während der Kupferpreis stark stieg, schnitten viele Minenwerte deutlich schwächer ab als der Rohstoff selbst.

Die Gründe: Erstens hängen Produzenten stark von Produktionskosten ab – steigende Energiepreise, höhere Lohnkosten oder politische Risiken in Förderländern belasten die Margen erheblich. Zweitens wirken sich Währungsbewegungen, Steuerregime und lokale Abgaben oft direkt auf die Profitabilität aus. Drittens kommt es bei einzelnen Minen regelmäßig zu operativen Problemen wie Produktionsausfällen oder Verzögerungen bei Erweiterungsprojekten. Hinzu kommt, dass viele große Bergbaukonzerne nicht ausschließlich Kupfer fördern, sondern breit diversifiziert sind – wodurch der Kupferpreis nur teilweise in den Aktienkursen abgebildet wird.

Als Alternative bieten sich börsengehandelte Fonds auf Kupferminen an, etwa der Global X Copper Miners UCITS ETF oder der iShares Copper Miners UCITS ETF. Diese bündeln mehrere Minenwerte und reduzieren so das Einzelwertrisiko, bleiben aber deutlich volatiler als ein reines Rohstoffinvestment.

Fazit: Die relative Stärke von Kupfer ist 2026 kein Zufall, sondern Ergebnis struktureller Nachfrageverschiebungen und begrenzter Angebotskapazitäten. Entscheidend für Anleger ist jedoch, die Besonderheiten des Kupferinvestments zu verstehen: Währungsrisiken, Rollkosten und indirekte Abbildung über Finanzprodukte können die Rendite deutlich beeinflussen. Auch Kupferminenaktien laufen nicht zwangsläufig im Gleichschritt mit dem Rohstoffpreis. Wer investiert, sollte daher die gesamte Struktur dieses komplexen Marktes im Blick behalten.

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